Wir trauern um unser
Gründungsmitglied Jörg Litges !

(17.04.1965 - 26.02.2015)

- Bitte habt Respekt, wir nehmen uns ein paar Tage Auszeit -
Ruhe in Frieden, Jörg

Nachruf für Jörg Litges:

Plötzlich und unerwartet ging er von uns. Was für eine schale Floskel. Doch die brutale Nachricht von Jörg Litges' Tod nahm die versammelte Kollegschaft des webzines hooked-on-music.de mit Bestürzung auf. Das war nichts anderes als unerwartet. Und ja, natürlich viel zu früh und zu plötzlich. Mit schlappen 49 stirbt man doch nicht. Aber, möglicherweise lag Neil Young 1979 gar nicht so falsch: "It's better to burn out than to fade away".

Jörg muss in den letzten Monaten wohl arg gelitten haben. Der Tod seiner Mutter, die er jahrelang betreut und zuletzt aufopferungsvoll gepflegt hat, warf in aus der Bahn. Die Weichen in seinem Kopf waren plötzlich falsch eingestellt. Ein riesiger, ratternder Güterzug donnerte durch sein Gehirn. Die Wegstrecke, die bis dato immer nur geradeaus ging, bekam große Schlaglöcher.

Jörg war Metal-Fan mit Haut und Haaren. Sein Motto hat er wohl ganz offenkundig von Ritchie Blackmores RAINBOW entlehnt: "Long Live Rock'n'Roll".
Ein Großteil seiner musikalischen Sozialisation vollzog sich in den späten Siebziger Jahren entlang der sogenannten New Wave Of British Heavy Metal. Da war er ein neugieriger Teenager. Irgendwann entdeckte er auch das Fotografieren für sich. Da war er jung, voller Tatendrang, wohnte nur ein paar Blocks entfernt von der Essener 'Grugahalle', schaute sich Dutzende von Bands an. Das hat ihn geprägt. Seither hat er als Fotograf, insbesondere in den letzten zehn Jahren Zehntausende von Pics geschossen. Meist verdammt tolle, oft sogar grandiose Schnappschüsse von Bands und Musikern, die entweder Geschichte geschrieben haben oder inzwischen als Fußnote der Musikhistorie verkümmern. Schaut nach bei http://lautundinfarbe.de/

Als sich um die Jahreswende 2006/2007 abzeichnete, dass sich die Kollegschaft des ehemaligen webzine home-of-rock.de nicht mehr zu einer weiteren einvernehmlichen Zusammenarbeit aufraffen konnte und sich abspaltete, galt Jörg Litges als Initiator, als Triebfeder und Impulsgeber unseres neuen Online Magazins, das bis heute seine Leserschaft mit interessanten Album-Reviews, Konzertberichten und Interviews versorgt: www.hooked-on-music.de

Ich selbst hatte das große Vergnügen, Jörg ein paar Dutzend Mal zu Konzerten zu begleiten. Er Fotos, ich Text. Ruhrpott-Dreamtime, period. Da habe ich ihn ein wenig näher kennengelernt. Duisburg meets Essen. Das hat stets gut funktioniert, auch wenn ich musikalisch betrachtet aus einem anderen Lager stamme. Metal ist nun wirklich nicht so mein Ding. Hard-Rock, Blues-Rock, Classic-Rock, das waren unsere Gemeinsamkeiten. Die Leidenschaft für die Musik im Allgemeinen und die Arbeit fürs hooked-on-music.de im Speziellen hat uns näher gebracht. Und, was haben wir für geile Bands gesehen: UFO, DEEP PURPLE, ALICE COOPER, EUROPE, LYNYRD SKYNYRD, WHITESNAKE, THE ANSWER, BEATALLICA, BLACK STONE CHERRY, THE QUIREBOYS, LIVING COLOUR, THUNDER, Eric Burdon, Peter Frampton, Tony Spinner, Philip Sayce etc.

Eines werde ich immer in Erinnerung behalten: seinen typischen Ruhrpott-Humor, seine Leidenschaft fürs Fotografieren, seine Hingabe für die Musik, seine Unverfälschtheit und vor allen Dingen seinen aufrechten Gang. Auch wenn er sich, wie vor Jahren geschehen, beim Konzertbesuch einen Kahnbeinbruch zuzog. Jörg Litges konnte nichts aufhalten. Bis die tiefen Schlaglöcher kamen. Wir sagen 'Danke' für alles. Alter, wir werden Dich vermissen. Ruhe in Frieden.

(Frank Ipach)


Dear Jörg,

das hätte ich jetzt nicht erwartet, dass du zusammen mit Spocky diesen Planeten einfach so verlässt... Gab's hier nix mehr zu fotografieren? Oder fotest jetzt Planeten, Milchstraße und so...? Oder was? Du hinterlässt hier unten ein Loch, weit größer als dein Körper und die manchmal deutlichen Worte.

Ich konnte mich gut mit dir streiten, aber letzten Endes kam dann doch immer ein versöhnliches (virtuelles) Bier dabei heraus und die Gewissheit, dass es uns um die Musik geht.

Danke für die Jahre der Zusammenarbeit und der Freude dabei! Du fehlst mir jetzt schon.

Uns bleibt künftig nur, bei jedem Blitz am Himmel zu wissen: Ah, unser Jörg ist wieder mit seiner Kamera unterwegs!

Mach's gut, Commander!

(Epi Schmidt)


Ruhe in Frieden, Jörg - ein Satz, von dem ich gehofft hätte, ihn erst in 30 oder noch mehr Jahren schreiben zu müssen.

Du warst bekannt über die Grenzen unseres Magazins hinaus, auch durch deine eigene Seite Lautundinfarbe.de, die mit zahlreichen genialen Live-Bildern von Bands aufwarten kann. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass deine Facebook-Seite gerade mit Trauerbekundungen voll ist. Das zeigt nämlich, dass es sich hier nicht nur um virtuelle Freunde handelt, sondern dass du diese Menschen wirklich viel bedeutet hast. So, wie auch uns. Die Lücke, die du hinterlässt, wird nicht leicht zu schließen sein, wenn überhaupt.

Das RockHard würdigt dir einen Nachruf und nennt dich darin eine Szene-Original. Und das warst du auch. Du hattest dir die Liebe zur harten Rock- und Metal-Musik auf die Fahnen geschrieben und hast dafür gelebt, ohne Kompromisse. Wenn es ging, dann warst du jeden Abend in den Fotogräben überwiegend im Ruhrgebiet unterwegs. Das Turock (oder die Zeche oder oder oder) waren vielleicht so etwas wie dein zweites Zuhause und du warst immer ein gern gesehener Gast. Einige der befreundeten Fotografen haben bereits bekundet, dass du ihnen fehlen wirst. Auch diese Lücke wird wohl nicht so leicht zu schließen sein.

Aber am größten ist die Lücke in den Herzen der Menschen, die dich kannten, die dich so mochten, wie du warst und die deine Arbeit bewundert haben. Dadurch wirst du noch auf lange Zeit in unser aller Gedächtnis bleiben. Bis wir uns vielleicht eines Tages wiedertreffen, an einem Ort mit hoffentlich lauter Musik und genug zu trinken. Halt uns schon mal ein paar Plätze an der Theke frei. Und mach vor allen Dingen tolle Bilder von Bon, Jimi, Ronnie und den anderen.

(Marc Langels)


Über dreißig Jahre teilten wir die gleichen Vorlieben, von Metal über US-TV-Serien, HiFi-, Video- und Computerkram bishin zum Kellerbier in der Hausbrauerei, das sollte eigentlich auch noch die nächsten dreißig Jahre so weiter gehen. Das Schicksal wollte es jedoch anders. Fuck you Schicksal.

(Ralf Frank)


Lieber Jörg,

die Nachricht von deinem Ableben traf auch mich unerwartet und erschütterte mich bis ins Mark. Ungewöhnlich, wenn man bedenkt, dass wir uns nie persönlich begegnet sind.

Aber in den Telefonaten, die manchmal stundenlang dauerten und dem Gedankenaustausch in unseren Foren, war schnell klar, dass wir insbesondere musikalisch auf derselben Welle schwammen.

Gerade an unsere letzte Unterhaltung erinnere ich mich lebhaft. Für dieses Jahr hatten wir lose deinen Besuch hier im hohen Norden zum Wacken-Festival geplant und ich erinnere mich, wie du mir sagtest, dass du noch nie in Hamburg gewesen seist und dies die Stadt sei, die du immer noch mal besuchen wolltest.

Da ist es fast surreal, dass letzte Woche auch das neue Gästezimmer in unserem Haus fertig geworden ist, in dem ich dich und Marc unterbringen wollte.

Mit dir konnte man tatsächlich immer gut streiten, es ging manchmal heiß her. Insbesondere an die Diskussionen, ob Peter Maffay nun Schlager sei oder nicht, werde ich mich noch lange weiter zurückerinnern.

Auch wenn du bei Hooked On Music seit einiger Zeit etwas kürzer getreten bist, war es immer insbesondere auch dein Mag. Und ich glaube, ich spreche auch im Namen der anderen Redakteure, wenn ich sage, dass wir in deinem Sinne weitermachen werden.

Metal up your ass !

(Kay Markschies)


Es ist unendlich bitter, einen Nachruf für jemanden zu schreiben, der auch noch jünger ist, als man selbst. Noch dazu, für jemanden, der für uns alle bei Hooked On Music so ungeheuer wichtig war, mit seiner Tatkraft, seiner Energie, seiner unverfälschten Ehrlichkeit und positiven Verrücktheit. Der mit und für die Musik gelebt hat und insbesondere mit seiner grandiose, aber allzu flüchtige Momente in meisterhafter Art für die Nachwelt erhalten hat.

Jörg, Du warst tatsächlich ein echtes Ruhrpott-Original, mit unendlich viel Herz und manchmal auch so viel Schnauze, ohne Dich würde es Hooked On Music nicht geben und ohne Dich wird Hooked On Music auch nicht mehr so sein wie früher.

(Ralf Stierlen)


Lieber Jörg, hallo Admin,

Dein für uns alle beim Hooked völlig überraschender und total schockierender, natürlich viel zu früher, Tod macht mich unendlich traurig. Er erscheint dermaßen sinnlos. Was für eine irrsinnige Verschwendung von Talent und Können. Du hast so tolle Fotos gemacht. Du hast Dich mit dem ganzen EDV-Kram ausgekannt.

Deine Begeisterung für Konzerte und Festivals war immer wieder ansteckend. Oft genug waren es auch Abenteuer, auf die Du Dich da eingelassen hast. Typisch für Dich war auch, dass Du Dir bei Fototerminen oder anderen Gelegenheiten nicht alles hast bieten lassen. Weder von Veranstaltern, noch von Managements oder sonst wem.

Ich habe Dich leider nie persönlich getroffen und doch fühle ich mich sehr stark verbunden mit Dir. Das mag wohl hauptsächlich daran liegen, dass unser gemeinsames Interesse der Musik galt, wie wir sie im Hooked on Music tagtäglich beschrieben und auch abgebildet haben. Hinzu kommt, dass wir uns über Mails und das Forum ausgetauscht haben. Da gab es natürlich auch Reibungsflächen. Aber das gehört dazu, wenn man sich mit viel Hingabe für eine Sache engagiert.

Wir werden das Hooked on Music in Deinem Sinne weiterführen und Dein Andenken für immer in unseren Herzen bewahren.

Du fehlst!

See you on the other side!!

(Michael Koenig)


Jörg, mein Freund! Ich bin unfassbar traurig, erschüttert und kann es schlicht und ergreifend immer noch nicht fassen, dass Du nicht mehr bei uns bist.
Vor vielen Jahren haben wir uns im Turock in Essen kennengelernt und irgendwann durfte ich dann die Ehre haben, zu Deinen Bildern die entsprechenden Konzertberichte zu verfassen. Seitdem haben wir unzählige gemeinsame Konzertabende erlebt und noch viel mehr Biere gemeinsam getrunken. Wir sind zusammen zu Festivals gefahren, haben über Gott und die Welt geplaudert, über Ungerechtigkeiten diskutiert und viel Fachwissen ausgetauscht. Du warst immer mit dem Herzen dabei, egal ob es sich um alte Rock-Urgesteine handelte oder ob Du eine junge Metalband aus dem Ruhrpott geknipst und unterstützt hast. Deine Bilder waren immer voller Ausdruckskraft und jeder Klick einfach ein Volltreffer. Vor allem menschlich hast Du mich immer beeindruckt: herzlich, bodenständig und humorvoll!

Doch Deine Schicksalsschläge der vergangenen Jahre und vor allem Monate haben sich bemerkbar gemacht und es war ruhig um Dich geworden. Das hat uns alle sehr mitgenommen und ich wünschte mir, wir hätten Dir vielleicht besser helfen können. Doch die jetzigen unglaublichen Reaktionen in der Szene und vor allem auf Facebook zeigen ganz klar, dass Du in erheblichem Maße bekannt, beliebt und geliebt warst.
Wir alle vermissen Dich sehr, Jörg, und die Lücke, die Du hinterlässt, könnte kaum größer sein.
Ruhe in Frieden, mein Freund, und mach bitte gute Bilder von all den Größen da oben! Du bist sicher auch eine dieser Größen!

(Maurice Schreiber)


Die Nachricht von Jörgs Tod kam aus heiterem Himmel, so unerwartet und überraschend, dass es eine Weile dauerte um ihr wirklich Glauben schenken zu können.

Dann die Gewissheit: Ein Mensch, mit dem man in den letzten knapp anderthalb Dekaden ein Stück des Lebensweges geteilt hat ist nicht mehr.

Jörg war ein Kind des Ruhrgebietes. Das Aufflammen der Metal-Szene Ende der Siebziger/Anfang der Achtziger entfachte ein Feuer in ihm, dass in bis zuletzt antreiben sollte. Die Liveclubs der Region wurden zu seinem zweiten - vielleicht sogar ersten - Wohnzimmer. Wo immer es laut zur Sache ging war Jörg an vorderster Front um Impressionen in Farbe festzuhalten.

Das Home Of Rock waren die Anfänge - mit Hooked on Music, das ohne Jörg nie den Weg ins Netz gefunden hätte, setzte er sich ein kleines Denkmal. Kreativ mit einem markanten Stil als Fotograf… ausgestattet mit hohem technischen Know-How, das er gerne kollegial teilte… in der Schlangengrube vor der Bühne ein angenehmer Zeitgenosse… in Diskussionen hartnäckig, aber zielführend… Konzertfotografie und die Musik waren Jörgs Lebenselixier, ein Rettungsanker, wenn der tägliche Wahnsinn mal wieder zuschlug. Mit Jörg verliert die Szene ein Original, wir verlieren einen Freund und Kollegen.

Rock In Peace, Dude…

(Martin Schneider)