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Heavy Fire
Black Star Riders
Heavy Fire, Nuclear Blast, 2017
Ricky WarwickLead Vocals, Guitar
Damon JohnsonLead Guitar, Lap Steel, Mellotron & Vocals
Scott GorhamLead Guitar
Robert CraneBass Guitar
Jimmy DegrassoDrums & Percussion
Produziert von: Nick Raskulinecz Länge: 44 Min 31 Sek Medium: CD
01. Heavy Fire07. Thinking About You Could Get Me Killed
02. When The Night Comes In08. True Blue Kid
03. Dancing With The Wrong Girl09. Ticket To Rise
04. Who Rides The Tiger10. Letting Go Of Me
05. Cold War LoveBonus Track:
06. Testify Or Say Goodbye11. Fade

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Die legitimste THIN LIZZY-Nachfolgeband firmiert mittlerweile als BLACK STAR RIDERS und veröffentlicht gerade ihr neuestes Werk. Ganz klar, dass wir dazu mehr als eine Meinung abgeben. Here we go!

Ich war nie ein Fan von John Sykes. Nicht während seiner Zeit bei WHITESNAKE und nicht davor und auch nicht danach. Und auch nicht danach. Er mag einen gewissen Verdienst für seine Arbeit bei und die Wiederbelebung von THIN LIZZY haben, aber sein Input dazu hat mir selten gefallen.
Ricky Warwick hingegen, schätze ich und das natürlich vor allem für seine Alben mit THE ALMIGHTY. So weit, so voreingenommen.
Dass man letztlich ohne Sykes, mit Warwick und, aus Respekt vor Phil Lynott, nicht unter dem THIN LIZZY-Logo, sondern seit 2012 als BLACK STAR RIDERS weitermacht und Alben veröffentlicht, finde ich einen gelungenen Zug.
Nach “All Hell Breaks Loose“ (2013) und “The Killer Instinct” (2015) folgt mit “Heavy Fire” nun also Album No. 3.
Und ich muss sagen: Klasse gemacht. Bleibt vielleicht nicht alles gleich tief im Ohr, aber da entpuppen sich mit mehrmaligem Hören doch einig richtige geile Rocknummern, die “dem Erbe“ gerecht werden.

Der Titelsong pumpt relativ heavy und erinnert vielleicht am ehesten an Rickys einstige Stammtruppe. “Almechd“, wie der Nürnberger sagt.
Das treibt ordentlich und der Drive setzt sich in When The Night Comes In. Das hat mehr Ohrwurmcharakter – auch wegen der weiblichen Backgroundstimmen – und hier fällt wieder stark auf, wie nahe Warwicks Gesang an dem von Phil Lynott ist. Sowohl was Tonlage, als auch was Ausdruck und Phrasierung angeht. Kann sich gut vorstellen, dass sich LIZZY heutzutage so anhörten, würde Lynott noch unter den Lebenden weilen.
Erfreulicherweise sind die Songs mehr dem Hard- als dem Heavy-Rock zugetan, und bei Nummern wie Dancing With The Wrong Girl ist genug Pop-Charme dabei um wirklich verdammt nahe an der einstigen Supertruppe ist.

Dazu gibt’s auch ein Zweistimmiges von den Gitarristen Scott Gorham und Damon Johnson, wie einst im Mai und wunderbare Melodien.
Es wird, wie in Who Rides The Tiger und stellenweise in Letting Go Of Me, hart gerockt, es gibt aber auch die poppige Ballade, namens Cold War Love. Das wird deswegen nicht seicht, klingt sogar richtig gut, aber ist natürlich kein Genickbrecher.
Wie das ja auch bei dem einstigen irischen Aushängeschild eher selten der Fall war.
Aber man sollte BSR nicht ständig an der Vergangenheit messen, denn das sind alles brandneue Songs, und diese Qualität bekommt gar nicht so oft geboten. Man höre nur den "Heavy-Gospel" von Ticket To Rise. Daran haben alle Bandmitglieder ihren Anteil. Allen voran natürlich Sänger Ricky Warwick und die beiden Gitarristen Gorham und Johnson, die mir auch vom klaren und doch rockigen Sound her gefallen.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 27.02.2017

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Ich muss gestehen, dass ich der Idee von THIN LIZZY ohne Phil Lynott immer kritisch gegenüberstand, denn Phil war für mich – und sicherlich auch zahlreiche andere Fans - das Gesicht, die Stimme, die Aura und der Kopf der Band. Von daher begrüßte ich die Entscheidung der Musiker, die jahrelang als THIN LIZZY unterwegs waren, sich für die Veröffentlichung von neuer Musik auch einen neuen Namen zuzulegen.

Nach fünf Jahren als BLACK STAR RIDERS präsentiert die Band bereits das dritte Album, und die Band macht ihre Sache sehr gut. Die Songs haben schon immer wieder dieses latente THIN LIZZY-Flair und das liegt neben der Gitarren-Arbeit des Doppels Scott Gorham/Damon Johnson insbesondere auch an Frontmann Ricky Warwick. Der Sänger hat diesen typischen, leicht rauen, leicht verschmitzten, irischen Charme und die Fähigkeit, Bilder und Szenerien und teilweise auch Ohrwürmer wie Lynott heraufzubeschwören.
Bestes Beispiel ist aus meiner Sicht Dancing With The Wrong Girl. Aber auch When The Night Comes In (mit sehr schön souligem Background-Chor), Cold War Love, Thinking About You Could Get Me Killed oder Ticket To Rise machen richtig Spaß – und einen richtigen „Downer“ haben die BLACK STAR RIDERS hier nicht am Start, auch wenn mir Who Rides The Tiger ein wenig zu viel Punk-Touch hat.

Ansonsten habe ich aber nix auszusetzen. Feines Album, Ricky & Co. Weiter so, dann dürft ihr live gerne auch einige THIN LIZZY-Klassiker auf die Bühnen bringen.

Marc Langels, (Artikelliste), 01.03.2017

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Die BLACK STAR RIDERS oder kurz BSR genannt, haben seit kurzem ihr, nach "All Hell Breaks Loose" (2013) und "The Killer Instinct" (2015), verflixtes drittes (sehr häufig über die weitere Karriere von Musikern entscheidendes) Studioalbum auf die ehrfürchtig der da wohl kommenden Dinge harrenden und gierig nach neuen Songs dürstenden Fanscharen losgelassen. "Heavy Fire" heißt das ofenfrische Werk.

Nach dem mehrmaligen Anhören dieser Scheibe lässt sich festhalten, dass deren Titel alles in allem nicht zu viel verspricht. Die meisten der dort zu findenden Tracks kommen hart und dennoch melodisch auf den Punkt. Einige Nummern lassen es zwar eher balladesk angehen, sind aber zum Glück frei jedweder zuckrigen Anbiederei. Es passt eigentlich alles vortrefflich zusammen: Die gelungenen, allesamt melodischen (mitunter hitparadentauglichen) Kompositionen, der raue Gesang, die virtuose Instrumentalarbeit und (nicht zuletzt) die dem gelieferten Material voll und ganz Rechnung tragende, zeitgemäße Produktion.

Man muss den gestandenen und selbstbewussten BLACK STAR RIDERS ruhigen Gewissens zu ihrem neuesten Output gratulieren. "Heavy Fire" ist nicht gerade revolutionär ausgefallen, sondern erinnert schon eher an die harte Mucke der 1970er Jahre und, wer will es den Mitwirkenden allen Ernstes verdenken, mindestens dann und wann ebenso an THIN LIZZY. Hier liegt eine insgesamt überdurchschnittlich gute Einspielung vor uns, der zum Allzeitklassiker zwar noch so einiges fehlt, was aber nicht weiter schadet. Schließlich kann nicht jede Platte als ein Jahrhundertwerk gelten. Die Formation darf demnach also getrost weitermachen und der nächste Longplayer ruhig kommen.

Jetzt wäre es halt nur schön, wenn sich die Truppe in absehbarer Zeit mal auf der einen oder anderen Konzertbühne in unseren Breitengraden blicken ließe. Hingehen wäre dann für meiner einen selbstverständlich Pflicht.

Hier noch zum Schluss ein guter Rat: Reinhören und jede Menge Spaß dabei haben. Das geht sowohl alleine, als auch mit Freunden bei einer so richtig zünftigen und krachenden Rockfete.

Michael Koenig, (Artikelliste), 04.03.2017

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Um ehrlich zu sein, ich fand die THIN LIZZY Cover Band um John Sykes immer besser als den Nachfolger um Ex-ALMYGHTY Ricky Warwick. Allerdings muss man Letzteren zu Gute halten, dass sie das ewige Versprechen auch endlich wahr gemacht und neues Material veröffentlicht haben.
Wenn man sich die bisherigen drei neuen Alben anhört und insbesondere den aktuellen Silberling "Heavy Fire", war eine Umbenennung der Band in BLACK STAR RIDERS eigentlich unnötig. OK, auf den Vorgängern waren die LIZZY affinen Tracks oft in der Minderheit und der ein oder andere nichtssagende Füller gab der Namensänderung Recht um das Erbe nicht zu beschädigen, das ist aber bei "Heavy Fire" anders.
Hier spürt man den Geist von Phil Lynott & Co. in beinahe jeder Note und wenn Gorham und Johnson die berühmten Double Leads zelebrieren stellt sich ein ums andere Mal ein Gänsehautfeeling ein. Beim Opener und Titeltrack heulen darüber hinaus die Alarmsirenen wie beim 1976er "Gefängnisausbruch" und die Ausbrecher stehen erneut unter "schwerem Beschuss". Jetzt gilt es die wiedergewonnene Freiheit wie damals zu nutzen, ich drücke jedenfalls die Daumen.

Ralf Frank, (Artikelliste), 05.03.2017