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We Have All Been Here Before
US Rails
We Have All Been Here Before, Blue Rose Records, 2018
Ben ArnoldVocals, Piano, Keys, Acoustic Guitar
Scott BricklinVocals, Bass, Acoustic & Electric Guitars
Tom GillamVocals, Acoustic & Electric Guitars, Slide Guitar, Mandolin
Matt MuirVocals, Drums, Percussion
Produziert von: US Rails Länge: 44 Min 32 Sek Medium: CD
01. Second Hand News07. So Into You
02.Everybody Knows This Is Nowhere08. Loving Cup
03. Poor Poor Pitiful Me09. You've Got To Hide Your Love Away
04. Love In Vain10. I'd Rather Be Blind, Crippled & Crazy
05. Train In Vain11. Running On Empty
06. Put The Message In The Box

Ach Mann, geh mir weg. Das hatten wir doch schon alles. Olle Kamellen. So mag womöglich die erste Regung auf das neue US RAILS Album ausfallen. Konsequenterweise betiteln die US-Boys ihre Langrille dann auch mit "We Have All Been Here Before", denn die dort versammelten 11 Cover-Nummern haben wir als einschlägige Musik-Fans alle schon mal gehört und haben wahrscheinlich sogar die Originalscheiben im Regal. Doch warum stehen dieses Mal keine eigenen Kompositionen auf dem Programm? Schlicht und einfach weil die Jungs nicht genügend eigenes Material im Köcher hatten, aber trotzdem mit einer neuen Scheibe auf Tour gehen wollten. Das tun sie dann ja auch demnächst. Bitte beachtet den Tourplan. US RAILS in concert lohnt sich immer.

Allerdings, wie es sich für eine sogenannte Supergroup gehört, haben sie den betagten Klassikern den unverkennbaren US RAILS Stempel aufgedrückt und sich - mal mehr, mal weniger - mit lustvollem Engagement in den Songkern hineingearbeitet, ihn gegebenenfalls modifiziert und das Arrangement oder das Tempo und somit auch die Außenwirkung verändert. Vorteilhaft wirken sich hier natürlich auch die Möglichkeiten und unterschiedlichen Stimmfärbungen der vier Lead-Sänger aus. Ob nun Tom Gillam, Ben Arnold, Matt Muir oder Scott Bricklin, alle singen Lead Vocals und vermengen ihre exquisiten Stimmen zu wunderschön verflochtenen Harmony-Vocals. Ganz im Sinne des geschätzten 70s Westcoast-Sounds, dem hier offenbar allesamt erlegen sind. Genre-Fans werden vor Entzücken aufjauchzen.

Wer also beliebte Lieder von Künstlern wie Warren Zevon, Jackson Browne, Neil Young und - man höre und staune - Karl Wallinger (WORLD PARTY) wiederbelebt, kann wahrlich kein schlechter Mensch sein und hat höchstwahrscheinlich eine ähnliche musikalische Sozialisation genossen wie die zahlreichen Fans der RAILS. Wer dann auch noch Helden-Bands wie BEATLES, STONES, THE CLASH, FLEETWOOD MAC und ATLANTA RHYTHM SECTION ins programm hievt, muss zum einen sehr selbstbewusst sein und zum anderen jede Menge Libe in die Songs stecken, damit sie leben. Bei einigen, wie beispeilsweise Neil Youngs Everybody Knows This Is Nowhere, Warren Zevons Poor Poor Pitiful Me oder Karl Wallingers Put The Message In The Box funktioniert das prächtig. Bei anderen Tracks wie So Into You (ARS) oder dem zu lahmduseligen You've Got To Hide Your Love Away von den Liverpooler Pilzköpfen zündet der Funke einfach nicht und der unbezwingbare charme des Originals wird nicht erreicht. Jackson Brownes amtlicher Oberknaller Running On Empty klingt hier nicht wesentlich anders als das 1978er Original, lockt aber im Live-Kontext auch noch den letzten Zuschauer aus der Reserve. Insofern hat diese Westcoast Tour-Hymne - einfach auch weil sie so geil ist - ihre Berechtigung.

Freuen wir uns also alle auf dieses geschmeidige neue/alte US RAILS Album, denn der größte Teil des Zielpublikum ist genau wie die Schienenwärter selbst mit diesem Kram groß geworden und deshalb werden fast alle diese ollen Kamellen lieben. Lass die Jungs mal auf Tour kommen. Das wird ein Fest!

Frank Ipach, (Artikelliste), 15.02.2018

Dass die derzeit ebenso mit Soloprojekten (Ben Arnolds "Sunday Morning Meltdown" ist frisch am Start) und aktueller Europatournee beschäftigten, erstaunlich umtriebigen US RAILS auch "covern" können, haben sie nicht erst beim formidablen Suite Judy Blue Eyes auf ihrem ersten gemeinsamen Album und unzähligen weiteren livehaftigen Tour-Erlebnissen in den letzten Jahren eindrücklich unter Beweis gestellt.

Da ist es auch nicht weiter schlimm, "nur" mit einem neuen Album zur Tournee aufzuwarten, das elf Coverversionen bekannter und unbekannterer Interpreten aufweist und im Mittelpunkt ihrer aktuellen Tournee stehen wird.

Und als wären die Songs nur für sie gemacht - und da liegt bei anderen Künstlern auch schon mal der Hase im Pfeffer - zaubert ein Tom Gillam mit messerscharfer Slidegitarre, Warren Zevons Poor Poor Pitful Me aus dem Hut, das auf der Bühne wohl eines der Tournee-Highlights werden müsste, obgleich Scott Bricklin -ein bekennender Beatles-Verehrer - You've Got To Hide Your Love Away zum Besten gibt und mit einer bühnenprädestinierten dampfenden, schneidigen Version von THE CLASHs Train In Vain mit feiner Slide-Guitar, eine überaus gute Figur macht.

Aus einem unerschöpflichen Fundus pickten sich die Rails "ihre" Songs heraus, machte Ben Arnold das Karl Wallinger (WORLD PARTY) Put The Message In The Box mit überschäumender Spielfreude und ordentlich Westcoast-Verve zu "seinem" Song, während Tom Gillam, - als wäre es sein Baby - ATLANTA RHYTHM SECTION's So Into You zu einem hörenswerten, bluesigen Gebräu vermengt, das mit herrlich frickelnden Gitarren und Groove überzeugend rüberkommt.

Matt Muir, in erster Linie der versierte Drummer, stellt bei Second Hand News (FLEETWOOD MAC) und seinen ständig wechselnden Lead Vocals seinen exzellenten Geschmack unter Beweis und legt mit Jackson Brownes Running On Empty den prognostizierten Konzertabräumer als finales Schmankerl auf die Bretter.

Rundum ist "We Have All Been Here Before" ein mehr als lohnendes Argument, die anstehenden Konzerte zu buchen und eine verdammt gute Zeit zu haben!

Michael Masuch, (Artikelliste), 15.02.2018