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Cherry Red Records
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The Broken Law - A Tribute To Judas Priest
Various Artists
The Broken Law - A Tribute To Judas Priest, Cherry Red Records, 2012
Produziert von: Diverse Länge: 55 Min 57 Sek Medium: CD
TrackKünstler
01. Breaking The LawMotörhead
02. Living After MidnightLA Guns
03. Desert PlainsVince Neil
04. Devil's ChildBroken Teeth
05. Metal GodsFozzy
06. Diamonds And RustGreat White
07. Electric EyeJani Lane
08. Heading Out To The HighwayAngel City Outlaws
09. Turbo LoverSin City All Stars
10. Hell Bent For LeatherWarrant
11. You've Got Another Thing ComingFirehouse
12. ExciterTim "Ripper" Owens
13. The RipperIcarus Witch
14. Screaming For VengeanceSepultura

Dieses Album hat das Proberaum-Feeling. Dieses Gefühl, das man hatte, wenn man in diesen alten, Schall-isolierten, leicht Bier-Aroma-geschwängerten Raum kam, die Instrumente einstöpselte und einfach ein paar Lieder seiner Lieblingsbands losrockte. Als Rocker kamen dabei häufiger Songs von AC/DC, ROLLING STONES oder eben JUDAS PRIEST zum Einsatz. Und "The Broken Law - A Tribute To Judas Priest" bringt diese Erinnerungen in mir wieder sehr lebendig zum Vorschein.

Dabei sind hier allesamt keine blutigen Anfänger am Start, sondern gestandene Größen im Musik-Geschäft. Und trotzdem sind doch deutliche Qualitäts-Unterschiede auszumachen in der Darbietung. Dazu gleich noch mehr. Bei der Song-Auswahl gibt es wenige Überraschungen, es handelt sich hier um die „üblichen Verdächtigen“: Breaking The Law, Living After Midnight, Metal Gods, Electric Eye, Heading Out To The Highway, Turbo Lover, Hell Bent For Leather, You’ve Got Another Thing Coming, The Ripper oder auch Screaming For Vengeance kennt jeder Metal-Head und werden hier von solchen Größen wie MOTÖRHEAD, den LA GUNS, Vince Neil, FOZZY, GREAT WHITE, Jani Lane, WARRANT, FIREHOUSE, Tim “Ripper“ Owens oder SEPULTURA dargeboten.

Dabei gelingt es MOTÖRHEAD und SEPULTURA am besten, die Cover-Versionen mit ihrem ureigenen Stil zu kombinieren. Dadurch erhalten die Songs einen wirklich eigenen Charme, da man beide Bands – also sowohl die gecoverte als die covernde – recht leicht erkennen kann. Dabei hört man auch sehr offensichtlich den Spaß und eine damit verbundene Leichtigkeit der Darbietung.

Die anderen Bands bleiben dabei weitestgehend nahe am Original-Band-Sound und den Arrangements. Da sind es dann mehr die kleineren Veränderungen, die hier zum Einsatz kommen, so wie etwa der kurze Raggae-Part in Hell Bent For Leather von WARRANT oder die kleinen Abwandlungen in Turbo Lover, gespielt von den SIN CITY ALL STARS.

Dabei gibt es einige positive Überraschungen: dazu gehören zum einen GREAT WHITE, die ja sonst eher für rock’n’rolligen Hard Rock bekannt sind, hier aber bei Diamonds And Rust eine energiegeladene Metal-Schlagseite im ihrem Sound offenbaren. Gleiches gilt für die FIREHOUSE-Variante von You’ve Got Another Thing Coming. Und dass Tim “Ripper“ Owens das Material von JUDAS PRIEST wie Rob Halford singen kann, wusste man auch schon vor dieser überzeugenden Version von Exciter.

In den Bereich „gut aber unspektakulär“ fallen hier BROKEN TEETH (mit Devil’s Child) oder FOZZY (die Metal Gods interpretieren) aus. Beides sauber gespielt, aber ohne eigene Identität. In die Kategorie „Ausfall“ fällt auf “The Broken Law – A Tribute To JUDAS PRIEST“ einzig die Jani Lane-Version von Electric Eye. Man merkt dem ehemaligen WARRANT-Fronter an, dass er zu dem Zeitpunkt stimmlich einfach nicht mehr auf der Höhe war. Auch musikalisch wird hier ein wenig mehr gerumpelt als es hätte sein müssen.

Alles in allem ist “The Broken Law – A Tribute To JUDAS PRIEST“ ein wirklich gelungenes Tribut-Album geworden. Bevor man aber nun versucht es zu beziehen, lohnt sich ein Blick in den CD-Schrank, denn eventuell steht es dort schon unter dem Titel “Hell Bent Forever“, damals mit einer leicht abgewandelter Reihenfolge.

Marc Langels, (Artikelliste), 14.05.2012