3 Crows

3 Crows

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 27.01.2013
Jahr: 2012
Stil: Fusion

Links:

3 Crows Homepage



Redakteur(e):

Marc Langels


3 Crows
3 Crows, Eigenvertrieb, 2012
Chris BuckBass & Gesang
Brett GarsedGitarre
Virgil DonatiSchlagzeug
Chris TaylorGitarre, Keyboards & Sound Design
George WhittyKeyboards
Andy KodiweinGitarre
Special Guests
Otmaro RuizKeyboards
Marco MinnemannSchlagzeug
Produziert von: Chris Taylor, George Whitty & Chris Buck Länge: 42 Min 22 Sek Medium: CD
01. Hica (Here It Comes Again)05. 3 Crows
02. Dunia Duara06. Andius Maximus
03. Little Boy And Fat Man07. Pathway
04. Curse You Val Kilmer08. Last Call

Entstanden ist die Band 3 CROWS aus einem Projekt. Ausgangsbasis war die Zusammenarbeit der „drei Krähen“ Chris Buck, Virgil Donati und Brett Garsed, die als die 3 CROWS firmierten und den Namen dann auch beibehielten, als die weiteren Musiker dazu stießen. Die Marschrichtung auf dieser Scheibe ist damit klar: „Musik für praktizierende Musiker“. Denn hier toben sich exzellente Instrumentalisten mal so richtig nach Herzenslust aus. Angetrieben von Schlagzeug-Tier und Groove-Monster Virgil Donati (unter anderem PLANET X) zocken sich hier die Gitarristen Brett Garsed (unter anderem für John Farnham, NELSON und Derek Sherinian aktiv), Andi Kodiwein und Chris Taylor (der letzte auch an den Keyboards) zusammen mit Keyboarder George Whitty (unter anderem Dave Matthews, Carlos Santana, Randy Brecker, Michael Brecker und Till Brönner) und Basser Chris Buck durch acht Stücke an der Schnittmenge zwischen Jazzrock, Fusion, Funk und Progressive Metal sowie durch eine Vielzahl von Noten und Rhythmen.

Das verdeutlicht schon der Opener der CD. Hica (Here It Comes Again) startet mit einem funky Slap-Bass-Motiv zu einem harten, synkopierten Schlagzeug-Rhythmus über dem sich dann Gitarre und Keybords ruhig schon mal schräge Läufe und Sounds zuspielen. Veredelt wird das Stück zudem von einem schönen Schlusssolo von Bassist Chris Buck. Ein wirklich in jedem Sinne des Wortes "spannender" Auftakt. Und dieser Eindruck zieht sich dann durch das gesamte Album fort. Dabei wissen sicherlich nicht alle Stücke so zu packen wie der Auftakt. Dunia Duara wirkt für diese Formation schon fast zu puristisch-jazzig. Beileibe nicht schlecht, nur irgendwie unpassend. Als würden sie mit angezogener Handbremse spielen und nicht richtig von der Leine gelassen. Sobald das Tempo etwas anzieht, kommt auch mehr Leben in diese Band. Bestes Beispiel im weiteren Verlauf: 3 Crows. Was die beteiligten Garsed, Buck und Donati hier abliefern ist schlichtweg sensationell. Dreieinhalb Minuten musikalische Ekstase, anders lässt sich das nicht zusammenfassen.

Dabei ist es kein Wunder, dass bei einem Werk mit drei Gitarristen dieses Instrument einen größeren Raum einnimmt. Aber sie können – und wollen es sicherlich auch gar nicht - die Leistungen der anderen Musiker an die Seite drängen. Denn auch die Schlagzeuger, Bassisten und Keyboarder liefern hier durch und durch exzellente und beachtenswürdige Momente. Dabei erinnert mich die Keyboard-Arbeit immer wieder sowohl beim Sound als auch dem Spiel an David Garfield (unter anderem LOS LOBOTOMYS). Und auch Gastmusiker Otmaro Ruiz kann bei seinem Tasten-Solo in Little Boy And Fat Man ebenso überzeugen wie Ausnahmeschlagzeuger Marco Minnemann (momentan bei Steven Wilson aktiv), der seinem Kollegen Donati bei den Tracks Andius Maximus und Last Call die Sticks gekonnt aus der Hand nimmt und für einen mörderischen Groove sorgt.

"3 Crows" ist genau das, was es vorgibt zu sein: ein Album von Musikern für Musiker. Hier können die Beteiligten ihre Leidenschaft für komplexe Strukturen, schräge Sounds und ausufernde Solo-Parts ausleben und sich sicher sein, das richtige Publikum zu finden. Diese Scheibe richtet sich nicht an eine einzelne Schicht von Instrumentalisten, wie es manche Scheibe von Satriani, Vai & Co. tut, sondern sie ist sowohl für Gitarrenbewunderer, Keyboardfans, Bassmonster als auch Schlagzeugfreaks ideal. Das Album ist von der ersten bis zur letzten Sekunde überaus spannend, musikalisch hochkomplex und anspruchsvoll. Sicherlich kein Album für jedermann, aber für Musik-Begeisterte sicherlich ein echtes Highlight. Freunde und Anhänger der beteiligten Musiker werden ihre helle Freude an der Darbietung haben und sich still und heimlich freuen, dem Diktat der eingängigen, immer ultra-harmonischen Melodie und des 4/4-Taktes entkommen zu sein.

Marc Langels, 23.01.2013

 

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