3 Dayz Whizkey

Steam

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 24.11.2014
Jahr: 2014
Stil: Blues-Rock, R & B

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Redakteur(e):

Frank Ipach


3 Dayz Whizkey
Steam, Timezone, 2014
Myles TylerVocals
T.G. CopperfieldGuitars
Brad The SnakeGuitars
Big TonyBass
Little ChrisDrums
Produziert von: Big Tony Länge: 59 Min 19 Sek Medium: CD
01. Amen Rock'n'Roll10. Dominion Of Rats
02. Bonfire In The Night11. Change
03. The Long Road12. Legs
04. The High Price Of Lovin' You13. Back To The Blues
05. Water14. More Of The Same
06. White Line15. The Wave
07. One Way Street16. Another Day Goes By
08. Sunrise To Sunset17. Bloody River
09. Modern Haircut

"Also, wat is en Dampfmaschin? Da stelle mehr uns janz dumm. Und da sage mer so: En Dampfmaschin, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat hinten un vorn e Loch. Dat eine Loch, dat is de Feuerung. Und dat andere Loch, dat krieje mer später. Und wenn die jroße schwarze Raum Räder hat, dann es et en Lokomotiv."
Dieses kurze Zitat aus Heinrich Spoerls Kino-Klassiker "Die Feuerzangenbowle" bringt uns schnurstracks zum Cover des dritten 3 DAYZ WHIZKEY Albums "Steam": eine in voller Fahrt vorwärts preschende Dampflokomotive. Schwarze, bedrohlich wirkende Dampfschwaden recken sich gen Himmel. Aus der Dampfwolke greint uns die martialische Teufelsfratze des 3 DAYZ WHIZKEY Logo entgegen. Die tonnenschwere Lokomotive steht für Tradition, die guten, alten Zeiten, als echte Handarbeit noch einen Wert hatte, ein Momentum das die Jüngeren unter uns nur noch aus Erzählungen kennen.

Der kochende Rock'n'Roll des bajuwarischen Fünfers trägt diesen tradierten Vintage-Gedanken tief im Herzen. Obermaschinist Tilo George Copperfield tauscht die Kohleschaufel gegen eine Stromgitarre, pfeift gelassen auf den Dreck unter seinen Fingernägeln und lässt es gemeinsam mit seinen rußverschmierten Kumpels ordentlich krachen. Die Whiskypulle stets griffbereit.

Mag sein, dass dem einen oder anderen das Konzept der Vagabunden aus der Domspatzenstadt Regensburg zu klischeeüberfrachtet daherkommt. Doch dem gestandenen Rock-Fanatiker sind diese Klischees fest ans Herz gewachsen, gehören einfach ins System, sind praktisch die Kohle, die unsere Energie erneuert.

Und dass die Bayern unter Volldampf stehen, belegt nicht nur die Tatsache dass sie innerhalb dreier Jahre ihr drittes Studioalbum unter die Leute bringen, sondern vielmehr der fortwährende Touring-Modus dieses traditionsbewussten Quintetts. Die Band ist quasi ununterbrochen auf Tour. Kein Wunder also, dass die umtriebigen Rocker für ihr neues Album den schnörkellosen Live-Ansatz ins Studio transportierten und ihre 17 Songs ohne Umschweife und unter Minimierung aufgeplusterter Overdubs einhämmerten.

Wie gewohnt spielen die eng verzahnten E-Gitarren der Herren Copperfield und Brad The Snake die Hauptrolle. Nicht selten kommen einem die Licks und Riffs irgendwie bekannt vor. Kein Wunder, denn Hauptsongschreiber und Eklektiker Copperfield hat seine Rock-Lektionen gelernt und generiert aus seinem überbordenden Ideen-Pool eine Boogie, Hard-Rock, R & B und Americana-Melange, die höchst unterhaltsam und spannend für hinreichend gute Laune sorgt. Die Band groovt wie eine gut geölte Maschine, druckvoll und dynamisch, lebt vom vibrierenden Nachhall ihrer zahlreich absolvierten Bühneneinsätze. Das intensive Tourleben hat offenbar auch beim Sänger Myles Tyler ein paar solide, neue Spuren in den Stimmbändern hinterlassen.

"Steam" klingt völlig unangestrengt, souverän, gekonnt, ausgegoren und abgehangen. 3 DAYZ WHIZKEY agieren nicht wie stumpfsinnige "Früher-war-alles-besser"-Verfechter, sondern leben in der Gewissheit, dass ein sensibles Gespür für das Integrieren traditioneller Rock-Mechanismen mehr Vor- als Nachteile birgt. Man spürt die notorische Leidenschaft, die prickelnde Lust und den schweißgetränkten Eifer der Band.

Das Album "Steam" erfordert glücklicherweise keinerlei Grundkenntnisse in Physik. Genießen wir einfach die Vorzüge dieser Dampfmaschine, lassen uns von der Kraft überzeugen, wenden uns schließlich der alkoholischen Gärung zu und süffeln einen selbstgebrannten Heidelbeerwein.

Frank Ipach, 22.11.2014

 

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