707

707/2nd Album/Megaforce/Trip To Heaven

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.04.2001
Jahr: 1980

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Redakteur(e):

Joachim Domrath


707
707 / 2nd Album / Megaforce / Trip To Heaven, Casablanca (1-3), Bedrock (4), 1980, 1981, 1982 & 2000
707:
Kevin Russell Guitars, Lead Vocals
Phil Bryant Bass, Lead Vocals
Duke McFadden Keyboards, Lead Vocals
Jim McCarty Drums, Percussion
2nd Album:
Kevin Russell Guitars, Lead Vocals
Phil Bryant Bass, Vocals
Jim McCarty Drums
Megaforce:
Kevin Russell Guitars, Lead Vocals
Phil Bryant Bass, Backing Vocals
Kevin Chalfant Lead Vocals
Jim McCarty Drums
Tod Howarth Keyboards, Backing Vocals
Trip To Heaven:
Kevin Russell Bass, Piano, Guitar, Vocals
Denny Carmassi Drums
Produziert von: Norman Ratner (1 & 2), Keith Olsen (3), Kevin Russell & Bob Biles (4) Länge: 38 Min 10 Sek (1), 34 Min 41 Sek (2), 51 Min 17 Sek (4)
707:
1. I Could Be Good For You (4:46)6. Slow Down (3:19)
2. Let Me Live My Life (2:46)7. Feel This Way (3:49)
3. One Way Highway (4:17)8. Waste Of Time (4:51)
4. Save Me (2:46)9. Whole Lot Better (6:37)
5. You Who Needs To Know (4:59)
2nd Album:
1. Tonite's Your Nite (4:02)6. City Life (3:58)
2. Millionaire (3:48)7. Live Without Her (4:10)
3. Live With The Girl (3:45)8. Love On The Run (3:32)
4. Strings Around My Heart (3:51)9. The Party Is Over (4:05)
5. Rockin Is Easy (3:30)
Trip To Heaven:
1. Firing Line (4:21)7. Pain (5:04)
2. Sinful Woman (4:24)8. Rock'n Roller (4:15)
3. Make Up Your Mind (4:52)9. Trip To Heaven (4:33)
4. Never Say Die (5:30)10. Don't Say You Love Me (6:09)
5. All I Ever Wanted (5:08)11. Reprise (3:13)
6. Cause And Effect (3:48)

Als mir Anfang der Achtziger ein Album mit der Zahl 707 in die Hände kam, legte ich es nach dem Anhören wenig beeindruckt in das Fach zurück. Circa ein Jahr später hörte ich in einer Musikkneipe einen Song namens Live With The Girl.
Obwohl ich erst zwei Bier getrunken hatte, haute mich das Stück aus den Socken. Erstaunt war ich, dass es sich um die gleiche Band handelte, die mich vor Jahresfrist noch so wenig überraschen konnte.
Das Durchhören ihres "Second Album" ging Ratzfatz. Ein Sahnestück nach dem anderen. Und wie das so bei Sammlern ist, kaufte ich das Debütalbum, trotz damaligen Desinteresses, gleich mit. Ihr erstes Album beeindruckt mich bis heute nicht besonders. Einige schöne Rocksongs wie Save me, You who needs to know, Slow Down und Feel this way sind schon drauf. Doch dem Rest der Songs fehlt das gewisse Etwas.

Ganz anders dagegen ihr "Second Album". Die Platte beginnt gleich mit einem Rockjuwel. Tonite’s your Nite knallt heftig aus den Rillen. Kevin Russel’s Gitarre klingt hervorragend. Sein Gesang kommt auch wesentlich besser als auf dem ersten Album.
Sämtliche 10 Tracks auf dem zweiten Album rocken gewaltig. Millionaire, Live with the Girl (der Sockensong), Strings around my heart, Pressure Rise, Rockin’ is easy, Live without her, Love on the Run und The Party is over leben von klasse Gitarren-Hooks und prächtiger Melodie.
City Life ist die Krönung auf diesem hervorragenden Werk. Zählt dieses Lied auch heute noch zu meinen Lieblingssongs.
Ein weiteres Jahr später veröffentlichen 707 ihr drittes Album. Es sollte auch ihr letztes sein. Tod Howarth löst Duke McFadden an den Keyboards ab und die Band leistet sich einen Sänger. Kevin Chalfant, damals noch ein unbeschriebenes Blatt, übernahm das Mikro.
Der Sound wurde mainstreamiger. Der knochentrockene Charme vom "Second Album" war wie weggeblasen. Trotzdem wahrlich kein schlechtes Album im AOR/Mainstream Vergleich der damaligen Zeit. Kevin’Stimme rückte 707 in die Nähe zu JOURNEY. Was blieb waren rockige, melodische Songs wie Megaforce (Titeltrack aus dem gleichnamigen Hal Needham Movie).
Der neue Produzent Keith Olsen verpasste dem Sound mehr Keyboards. Gottseidank dominieren aber weiterhin Kevin’s tolle Gitarren. Nur auf zwei Tracks muß er sich der Tastenübermacht geschlagen geben.
Megaforce, Get to you, Hell or high water, Write Again und No better feeling rocken auch heute noch wunderbar entspannt drauf los.
Doch nach diesem Album war Schluss mit 707. Kevin Chalfant ist in den letzten Jahren durch andere Projekte wie NIGHTRANGER, THE STORM und zuletzt TWO FIRES aufgefallen. Tod Howarth ging zu FREHLEY's COMET. Kevin Russell schloss sich der Gruppe TAXXI an und war auf zwei Alben dabei. Mit von der Partie bei Taxxi war übrigens auch Danny Chauncey (BILLY SATELLITE und 38 SPECIAL). 1986 spielte Kevin zusammen mit Lee Rocker, Slim Jim Phantom und Earl Slick auf dem ausgezeichneten Heavy-Rock Album "Cover Girl". In den 90er Jahren veröffentlichte Kevin Russell mit seinem Bruder die Blues Alben "All These Blues", "Thicker Than Water" und "Movin On".

Doch dann das Unglaubliche: Im letzten Jahr erscheint ein neues Album von 707. 17 Jahre nach dem Split wagt Kevin Russel mit zwei neuen Leuten und "Trip To Heaven" den Neuanfang.
Und dieser Neuanfang hat es musikalisch in sich. "Trip To Heaven" beginnt mit Firing Line. Vorweg gesagt, ein phantastischer Rocksong mit einer superben Gitarrenarbeit. Kevin singt besser denn je.
Sinful Woman, mit witzigen VENTURES-Gitarreneinlagen, ist ein knackiger Boogie der besten Sorte. Wuchtig und dynamisch ist der Klang der Gitarren.
Make up your mind rockt gemächlicher im Midtempo Bereich. Melodischer Klassesong.
Never say die erinnert zu Beginn ein wenig an 38 SPECIAL, zumindest was den Klang der Gitarren angeht. Ein feiner, groovender Song mit abwechslungsreichen Breaks.
Die nachfolgende Ballade All I ever wanted bietet ein schön verzerrtes Gitarrensolo und eine besinnliche Pause, bevor Cause and Effect unglaublich heavy losdröhnt. Kevin’s Gitarre klingt schweinegeil. Drummer Denny Carmassi muß aufpassen, dass er sich bei seinen Schlagattacken keine Bänderdehnung zuzieht.
Pain hat im folgenden nur das halbe Tempo zu bieten. Trotzdem rockt dieser bluesig angehauchte Song ganz´schön. Rock’n Roller ist anchließend purer dynamischer Rock’n Roll. Da bleibt kein Muskel ruhig. Die eingängige Melodie verwöhnt die Trommelfelle.
Trip To Heaven, der Titelsong, könnte dem "Second Album" entsprungen sein. Das ist er wieder, der unvergleichliche trockene 707 Sound von diesem genialen Album. Trip to Heaven ist einer der melodischen Höhepunkte auf der neuen CD.
Don’t say you love schließlich kann man als Heavy-Ballade bezeichnen. Die anfängliche Gelassenheit des Songs mündet in ein dynamisches Finale. Der Schlagzeuger trommelt um sein Leben.
Reprise beendet den Songreigen. Ein ruhiges Instrumentalstück mit einem Clapton-ähnlichen Gitarrensound.

Vier Alben in 20 Jahren. Nicht viel für eine Band. Aber viel mehr als manch andere Kapelle in 20 Jahren und 20 Alben zu bieten hatten. 707 begannen zurückhaltend mit ihrem ersten Album um anschließend mit dem "Second Album" eine Perle der Rockmusik abzuliefern. "Megaforce" als Drittlingswerk war AOR Rock, der weit über dem damaligen Durchschnitt lag.
Die Krönung all dessen ist aber "Trip To Heaven". Ein Rockalbum wie aus einem Guß. Toller Klang, tolle Gitarren, tolle Rhythmusgruppe und vor allem tolle Songs.

Nachtrag vom Februar 2004: Die ersten beiden Alben sind auf einer CD z.Zt. bei www.amazon.com in den USA erhältlich. "Megaforce" wird im März 2004 von MTM Music auf CD veröffentlicht. Und Kevin Russell's neues Album "My Generation" erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2004.

Joachim Domrath, 09.04.2001

 

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