ABBA

Voyage

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 16.11.2021
Jahr: 2021
Stil: Pop
Spiellänge: 37:09
Produzent: Benny Andersson

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Plattenfirma: Universal Music


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Shakin' Stevens

Barry Gibb

Titel
01. I Still Have Faith In You
02. When You Danced With Me
03. Little Things
04. Don't Shut Me Down
05. Just A Notion
 
06. I Can Be That Woman
07. Keep An Eye On Dan
08. Bumblebee
09. No Doubt About It
10. Ode To Freedom
Musiker Instrument
Benny Andersson Vocals, Piano, Synthesizer
Anna-Frid Lyngstad Vocals
Agnetha Fältskog Vocals
Björn Ulvaeus Vocals
with:
Per Lindvall Drums and Percussion
Lasse Wellander, Lasse Jonsson Guitars
Mats Englund Bass on 'I Can Be That Woman'
Pär Grebacken Recorder, Clarinet, Tenor Saxophone
Jan Bengtson Flute, Baritone Saxophone
Margareta Bengtson Harp

They never come back... Das hat ja schon bei den Boxern, auf die dieser Spruch einst gemünzt war, nicht hingehauen. Unlängst hat sich doch sogar der (für Boxerverhältnisse) greise Evander Holyfield nochmal in den Ring gequält und musste vom Ringrichter nach 109 Sekunden vor Schlimmeren bewahrt werden. Im Musikbusiness kann man nicht ganz so schnell angezählt werden, ist aber für gewöhnlich auch nie so ganz weg vom Fenster, da man da natürlich eine wesentlich längere Laufzeit anhand von Tonträgern und Filmmaterial hat.

So hat sich das Schweden-Quartett zwar vor 40 Jahren mit "The Visitor" offiziell verabschiedet, aber seither wurden immer mal wieder "Greatest Hits"-Platten, Live-Mitschnitte, "Deluxe Editionen" ihrer Studio-Scheiben usw. veröffentlicht. Die ein oder andere Solokarriere. Die Flamme blieb also immer ein bisschen am Köcheln. Dann gab's Filme, Musicals, auch wieder mit den entsprechenden Soundtracks dazu. Ich meine, wenn sich sogar Meryl Streep als ABBA-Fan outet? Mamma Mia!

Und so kommt's, wie es kommen muss: Da sind sie wieder! ABBA! Nun, zum BRAVO-Starschnitt taugen sie heutzutage nicht mehr, aber wer möchte schon mit seinem Abbild von vor 40 Jahren konkurrieren? Entsprechend gibt’s im Booklet nur ein halbscharfes Schwarzweiß-Bild aus dem Studio und ansonsten die abgedruckten Texte. Man will ja mitsingen. Wer hätte das in den 70ern nicht getan? Nachdem die Streicher das Album bedeutungsschwanger eingeleitet haben, könnten die erste Zeile auch “I don't wanna talk....“ beginnen, denn eine gewisse Ähnlichkeit zu Thank You For The Music schimmert da schon durch. Und gesanglich haben die beiden Damen ganz offensichtlich nichts verlernt. Das mag ein bisschen “reifer“ klingen, aber das haben solch melancholische Balladen ohnehin an sich. Die Magie der Harmonien von Agneta und Anna-Frid ist jedenfalls noch da. Letztlich bläht sich I Still Have Faith In You hymnenhaft auf, ohne den Olymp zu erklimmen.

Zum keltisch anmutenden When You Danced With Me kann man auf jeden Fall fröhlich mitklatschen und sich munter im Kreis drehen. Geht gut ins Ohr und verbreitet positive Stimmung. “It's a lovely christmas morning“, trällern sie in Little Things und man kann sich schon vorstellen, wie es hier zugeht. Könnte auch ein Kinder-Reim sein und in der Tat steigt am Schluss ein entsprechender Chor mit ein. Ja, ganz nett, aber irgendwie hat man das alles doch mit mehr Schwung in Erinnerung. Und prompt, nach verhaltenem Beginn liefert Don't Shut Me Down bald einen tanzbaren Beat. Fehlt zwar dann am catchy Refrain, aber die Struktur ist da. Man erwartet fast, dass Barry Gibb noch hinzukommt. So wie man sich bei Just A Notion Shakin' Stevens als Gesangspartner vorstellen könnte. Wäre vielleicht überhaupt eine Idee gewesen....

Gut, die Power ihrer Hits, wie Waterloo oder Take A Chance On Me kann und sollte man nicht mehr erwarten. Die Damen und Herren sind alle Mitte 70, aber liefern hier dennoch gesangliche Leistungen, die auch jüngeren nicht schlecht zu Gesicht stünden. Gerade in der Piano-Ballade I Can Be That Woman steckt mehr Klasse, als beim oberflächlichen ersten Hören scheint. Ist halt etwas, bei dem man auch mal zuhören muss. Und das trifft wohl auf mehrere Titel hier zu. Insofern macht das mit den Texten durchaus Sinn. Gute-Laune-Feeling liefert Keep An Eye On Dan, mit eingängigem Refrain und guten Groove. Könnte durchaus auf einem ihrer früheren Alben Platz gefunden haben. Um das noch mehr zu verdeutlichen, erklingt am Ende des Songs kurz das Piano-Thema aus S.O.S..

Und wer würde bei der Flöte im Intro zu Bumblebee nicht an Fernando denken? Aber mehr nähert man sich dem dann doch nicht an und bleibt dann doch in einer beschaulichen Atmosphäre, die am Weihnachtsabend sicher gut kommt. Die nach wie vor himmlischen Stimmen der Ladies tragen auch dazu bei. So will man sich dann aber doch nicht verabschieden und schiebt mit No Doubt About It tatsächlich noch eine druckvolle Power-Pop-Nummer ein. Lockt zwar nicht durchgehend auf die Tanzfläche, aber klingt beachtlich frisch. Mit der Ode To Freedom klingt das Album recht getragen und ruhig aus.

Nun, die “Rückkehr“ ist jetzt nicht der große Wurf, den manche vielleicht erwartet haben und man fragt sich auch ein bisschen, ob's das jetzt gebraucht hat? Andererseits muss man den Vieren zugestehen, dass sie immer noch hochkarätige Musik produzieren können, für die man sich Zeit nehmen muss. Bei einer LP-Spiellänge von rund 37 Minuten ja auch nicht so zeitaufwändig.

 

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