Accept

Russian Roulette


CD-Review

Reviewdatum: 01.05.2014
Jahr: 2014
Stil: Heavy Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Accept
Russian Roulette, Hear No Evil Recordings, 2014
Udo DirkschneiderGesang
Wolf HoffmannGitarre
Jörg FischerGitarre
Peter BaltesBass
Stefan KauffmannSchlagzeug
Produziert von: Accept Länge: 64 Min 29 Sek Medium: CD
01. T.V. War08. Walking In The Shadow
02. Monsterman09. Man Enough To Cry
03. Russian Roulette10. Stand Tight
04. It's Hard To Find A WayBonus Tracks
05. Aiming High11. Neon Nights (Live In Japan)
06. Heaven Is Hell12. Burning (Live In Japan)
07. Another Second To Be13. Head Over Heels (Live In Japan)

Mitte der 1980er Jahre waren ACCEPT auf dem Zenith ihres musikalischen Schaffens. Mit “Balls To The Wall“ hatten sie eines der Metal-Werke für die Ewigkeit kreiert und mit “Metal Heart“ schon einen mehr als würdigen Nachfolger abgeliefert. Und nur ein Jahr später legten die Solinger Stahlschmiede nach: “Russian Roulette“ hieß das Werk, das auf Platz 5 in den deutschen Chats einstieg und damit ACCEPTs höchster Einstieg bis zum zweiten Comeback “Blood Of The Nations“ blieb.

Dabei nimmt “Russian Roulette“ schon ein wenig die Hinwendung zu etwas eingängigerem Material vorweg, was die Band – ohne Dirkschneider – später auf “Eat The Heat“ konsequent fortsetzen sollte. Aber vielleicht fällt dies dem Hörer auch bewustter auf, wenn er weiß, wie die Geschichte der Band weitergegangen ist. Denn Tracks wie der Opener T.V. War und Russian Roulette rocken schon absolut prächtig daher und knüpfen nahezu mühelos an die Klassiker der Band an.

Vielmehr sind es Kleinigkeiten, wie zum Beispiel der verstärkte Einsatz von Chorgesängen in den Refrains und mache doch sehr melodische Wendung in den Tracks, die im nachhinein vielleicht auffälliger sind als dies damals der Fall war. Als Beispiel sei nur einmal auf einen Track wie It’s Hard To Find A Way verwiesen. Dem stehen aber so atmosphärisch dichte Tracks wie der Titelsong und Heaven Is Hell gegenüber, die es auch heute noch mit all den unbestrittenen Klassikern der Band-Geschichte aufnehmen können.

Wenn man etwas an dem Material auf “Russian Roulette” kritisieren möchte, dann höchstens, das manchem Track ein wenig der letzte Biss fehlt, der die beiden Vorgänger-Alben ausgezeichnet hatte und damit der Band ihren auch heute noch exzellenten Ruf einbrachte. So erinnert mich zum Beispiel ein Track wie Monsterman an gefühlte 99 Prozent der Stücke von späteren U.D.O.-Alben. Wahrlich nicht schlecht, aber eben kein Klassiker.

Vermutlich hätte das Album davon profitiert, wenn es nicht bereits binnen eines Jahres nach “Metal Heart“ erschienen wäre und sich die Band hätte etwas mehr Zeit lassen können für das Songwriting. Denn einigen der Tracks fehlt nicht wirklich viel, um mit den besseren Songs der Band mithalten zu können. Aber klar, Hymnen wie London Leatherboys, Balls To The Wall oder Princess Of The Dawn und Metal Heart schüttelt man nicht einfach immer mal wieder aus dem Ärmel.

“Russian Roulette“ ist ein gutes Album der Solinger Stahlschmiede geworden, das ein wenig den vom Sound her eher kommerziell ausgerichteten Kurs des Nachfolgers “Eat The Heat“ vorwegnahm. Aber natürlich konnte man damit nicht ganz den eigenen Klassikern und den hohen Ansprüchen von Fans und Kritikern genüge tun – genauso wenig wie es der ja noch massenkompatiblere Nachfolger konnte, weswegen ACCEPT dann ja auch den Rückwartsgang einlegten und die erste Reunion wagten. Dieser Re-Release kommt angereichert mit drei sehr guten Live-Tracks (Neon Nights, Burning und Head Over Heels) und exklusiven liner notes daher.

Marc Langels, 30.04.2014

 

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