Accept

Stalingrad


CD-Review

Reviewdatum: 07.04.2012
Jahr: 2012
Stil: Heavy Metal

Links:

Accept Homepage

Accept @ facebook



Redakteur(e):

Marc Langels


Accept
Stalingrad, Nuclear Blast, 2012
Mark TornilloGesang
Wolf HoffmannGitarre
Peter BaltesBass
Herman FrankGitarre
Stefan SchwarzmannSchlagzeug
Produziert von: Andy Sneap Länge: 51 Min 34 Sek Medium: CD
01. Hung, Drawn And Quartered06. Revolution
02. Stalingrad07. Against The World
03. Hellfire08. Twist Of Fate
04. Flash To Bang Time09. The Quick And The Dead
05. Shadow Soldiers10. The Galley

Der Metal-Gott meint es dieser Wochen gut mit uns Headbangern. Nein, nicht Rob Halford sondern der richtige. Er beschenkt uns kurz vor Ostern mit allerlei feinen Platten. Zuerst kam der neue Hammer von OVERKILL (“The Electric Age“) und nur eine Woche später stehen die Label-Kollegen ACCEPT mit ihrem neuesten Genie-Streich in den Startlöchern. Dieser hört auf den martialischen Namen "Stalingrad".

Dabei knüpfen Wolf Hoffmann, Mark Tornillo und Co. dort an, wo sie auf "Blood Of The Nations" aufgehört haben. Satter, traditioneller Metal mit schneidenden Riffs, hämmernden Rhythmen und einer unvergleichbaren Stimme. Waren ACCEPT früher mal ohne Udo Dirkschneider nahezu undenkbar, so hat sich Mark Tornillo binnen kürzester Zeit in die Fan-Herzen gesungen, geschrien und geknurrt. Auch auf "Stalingrad" liefert der Amerikaner wieder eine vorzügliche Leistung ab.

Tracks wie der Opener Hung, Drawn And Quartered und die weiteren Highlights Stalingrad (mit einem der zahlreichen großartigen Soli von Hoffmann auf dieser Scheibe), Hellfire, Against The World, Twist Of Fate (mit unerwartet bluesigen Elementen), The Quick And The Dead (bei dem Peter Baltes auch mal sein Können richtig zeigen darf) und der kongeniale Rausschmeißer The Galley sind wieder allerfeinster deutscher Edelstahl.

Dabei ist es auf “Stalingrad“ - mehr noch als auf “Blood Of The Nations“ - die Gitarren-Arbeit von Hoffmann und Frank, die zum wiederholten Anhören verleitet. Die Beiden liefern hier neben den Knaller-Riffs, für die ACCEPT weltweit bekannt sind, auch zahlreiche feine Soli und kleine Schlenker im Rhythmus-Bereich, die die Musik spannend halten. Einige der Gitarren-Passagen gehören ins Handbuch für angehende Metal-Gitarristen unter die Rubrik, wie halte ich eingängige Riffs spannend und wie soliere ich ohne in bloßes Griffbrett-Gewichse abzugleiten.

Es gibt leider Gottes (auch die Metal-Variante ist nicht unfehlbar) aber auch einen kleinen Haken. Die Songs sind dieses Mal nicht ganz so eingängig wie auf "Blood Of The Nations". Das macht sich insbesondere bei den ersten paar Durchläufen bemerkbar, verliert dann aber zunehmend an Bedeutung, wenn sich die Stücke erst einmal ins Gedächtnis eingebrannt haben. Und hier sind auch wieder genügend erinnerungswürdige Songs auf dem Album. Der einzige wirkliche Ausfall auf “Stalingrad“ ist meiner Meinung nach Shadow Soldiers. Das Stück erinnert von der Melodieführung eher an Schlager-Metal vom Schlage jüngere MANOWAR. Zum Glück ist das aber der einzige Ausrutscher und schmälert den Genuss der Scheibe nur geringfügig. Außerdem kann man ACCEPT hier eben nicht vorwerfen, sie hätten einfach “Blood Of The Nations“ Teil 2 aufgenommen.

Der Sound der Scheibe, für den erneut Andy Sneap verantwortlich war, ist wieder exzellent. Das Ohr erfreut sich hier an einem perfekt ausgewogenen Sound. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Gitarren und dem Gesang und wird nicht von den Drums überlagert. Das Album ist insofern ein echter Ohren-Schmaus: klar, druckvoll und voluminös.

Ob “Stalingrad“ seinen Vorgänger wirklich übertreffen kann werden erst die Zeit und weitere Durchläufe zeigen, aber es ist ACCEPT gelungen, einen mehr als würdigen Nachfolger für ihr extrem erfolgreiches Comeback zu schaffen. Und zumindest diese Vorhersage ist einfach: hiermit werden sie wieder einer der Favoriten beim Kampf um die Metal-Platte des Jahres sein. Denn “Stalingrad“ bündelt wieder die Stärken der Band in sehr beeindruckender Weise. Dafür ein dickes Danke an den Metal-Gott, aber vor allem an Wolf Hoffmann, Herman Frank, Mark Tornillo, Peter Baltes und Stefan Schwarzmann.

Marc Langels, 05.04.2012

 

(C) 2008 - 2019 by Hooked on Music