Accept

Too Mean To Die

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 22.02.2021
Jahr: 2021
Stil: Heavy Metal
Spiellänge: 52:15
Produzent: Andy Sneap

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Plattenfirma: Nuclear Blast


Redakteur(e):

Epi Schmidt

Titel
01. Zombie Apocalypse
02. Too Mean To Die
03. Overnight Sensation
04. No Ones Master
05. The Undertaker
06. Sucks To Be You
 
07. Symphony Of Pain
08. The Best Is Yet To Come
09. How Do We Sleep
10. Not My Problem
11. Samson And Delilah
Musiker Instrument
Wolf Hoffmann Guitar
Mark Tornillo Vocals
Uwe Luis Guitar
Philip Shouse Guitar
Martin Motnik Bass
Christopher Williams Drums

 Seit Brian Johnson den verstorbenen Bon Scott bei AC/DC ersetzte, hat wahrscheinlich keine Band die Position am Mikrofon besser neu besetzt, als ACCEPT. “Uns Udo“ (Dirkschneider) ist in Augen und Ohren vieler Fans natürlich unersetzlich, aber was Mark Tornillo uns da seit über 10 Jahren um die Ohren schmettert, nötigt höchsten Respekt ab. Und soviel gleich vorweg: Der Rest der Truppe steht ihm auf dem neuen Album nicht nach.

 

Wie zahllose Kollegen wurden ACCEPT von der Pandemie in die Seile geklopft und Produktion wie Veröffentlichung mussten verschoben werden. Aber nun ist es soweit und die ausgehungerte Fangemeinde sorgte für einen phänomenalen 2. Platz, gleich zum Einstieg.

Beim Sound vertraute man, wie bereits seit Jahrzehnten, auf die Dienste von Andy Sneap auf dem Produzenten-Stuhl (Den Versuch, stilgerecht mit Dieter Dierks, einen auf SCORPIONS zu machen, lassen wir mal unter den Schneidetisch fallen.) und auch das zahlt sich aus.

 

Urgestein Wolf Hoffmann – letzter verbliebener der Erstaustattung – war von seinen Begleitern auf der “Symphonic Terror“-Tour anscheinend so angetan, dass nicht nur der altgediente Peter Baltes seinen Tieftöner an Martin Motnik abgeben musste, sondern man tritt nun in der mittlerweile beliebten Drei-Gitarren-Front an. Dritter Gunslinger, neben Hoffmann und Uwe Lulis, ist nun der Amerikaner Philip Shouse. Was soll ich sagen? Das zahlt sich aus. (Nicht nur, weil sich reimt!)

 

Also lasset die Spiele, bzw. die Zombie Apocalypse, beginnen. Ein paar zögerliche Riffs, lassen uns die Nackenmuskulatur sachte vorwärmen und dann geht’s auch schon flott zur Sache. Würde gleich die Stimme von Rob Halford aus dem Speaker kreischen, ich wäre wenig überrascht. Aner natürlich knödelt sich Tornillo kaum weniger eindrucksvoll hervor. Und es schiebt und powert hinter ihm gar mächtig, Entsprechende Lautstärke vorausgesetzt, kann man sich nach dem Duschen den Fön sparen. Gut, fällt bei Wolf Hoffmann jetzt nicht so ins Gewicht.

 

„Zu böse um zu sterben“ (oder “zu gefährlich“, “zu gemein“..., sucht euch was aus, Wolf übersetzt es schlicht mit “Unkraut vergeht nicht“) ist das Motto der Scheibe und so, wie man beim Titelsong auf die Überholspur ausschert, wird man auch vom Gevatter Tod nicht so schnell eingeholt. Schließlich ist man “a man on a mission“, wie Tornillo sehr deutlich macht und das Speed-Solo dürfte wohl auf die Kappe von Shouse gehen. Darf in keinem Konzert mehr fehlen!

 

Overnight Sensation kommt dann eher mit klassisch abgehangen Metal-Riffs, die man durchaus auch bei den SCORPIONS schon ähnlich gehört hat. Gegenüber der Power der beiden ersten Stücke kackt die Nummer etwas ab, aber allein der Gesang hällt den geneigten Hörer bei der Stange. Oder bein den “Balls“. Je nachdem.

Ein weiteres Statement wird mit No Ones Master abgegeben (“No ones slave“ ist der zweite Teil, des Refrains). Hier wird wieder mehr gepowered, nicht zuletzt durch Christopher Williams treibendes Drumming. Auch das mit Zeug zum Live-Favoriten.

 

The Undertaker ist bekanntlich der Totengräber und so wird’s auch etwas düsterer. Was jetzt nicht am an gewisse Hannoveraner erinnernde Zupfgeigen-Intro liegt, sondern vielmehr an der Gesamtstimmung – mitsamt dem Gröhl-Background - , die einem die Mundwinkel schön grimmig nach unten zieht. Den ruhigeren Mittelteil hätt's für mich nicht gebraucht. Mainstreamer sind hier eh fehl am Platze. Aber dafür hängt sich der Song auch hartnäckig im Mittelohr fest.

 

Hm, Sucks To Be You hätte ziemlich sicher auch ein Herr Dirkschneider gern ins Mikro gekräht. Kein Firlefanz wird hier betrieben, sondern schnurgeradeaus gerockt, in bester ACCEPT-Tradition. Und mit dem Harmony-Solo weiß man auch noch Akzente zu setzen. So filigran hatte ich die gar nicht in Erinnerung. Um das zu zementieren, reicht man die Symphony Of Pain hinterher. Auch hier bewährter Metal, das “Freude schöner Götterfunken“-Zitat hätt's nicht zwingend gebraucht.

 

Auch die ausgelutschte Redewendung The Best Is Yet To Come (selbst schuld, dass ich jetzt nochmal die SCORPIONS erwähnen muss!) hätte nicht sein müssen, aber irgendwie hat's wohl eine Feuerzeug-schwenk-Ballade (macht man das heutzutage noch?) gebraucht. Immerhin bricht sich zwischenzeitlich doch eine gesunde Härte bahn.

Die bei How Do We Sleep fortgesetzt wird und trotz eher simpler Struktur kreiert man mit vereinten Kräften doch einen ansprechenden Metal-Schieber. Inklusive “Oh-ho-ho“-Chor.

 

Die neue Drei-Gitarren-Front hat sich auf jeden Fall bewährt. Nicht nur für eine Art Metal-Version von Still Of The Night. Daran erinnert mich das rasante Not My Problem jedenfalls ebenso sehr, wie an LED ZEPs Black Dog. In weiterem Sinne. Zu den Highlights gehört auch hier das abgehende Gitarrensolo. Kommt geil!

 

Am Schluss wird’s dann nochmal richtig klassisch: Man hat sich der Oper Samson And Delilah angenommen. Natürlich ohne Streicher und Trompeten, aber mit reichlich Pauken. Gut, ich bin jetzt nicht so bewandert, dass ich das beurteilen könnte, aber auch wenn man keine Ahnung hat, kann sich Tornillo während dieses Instrumentals eine Gesangspause gönnen. Im Konzert wäre es die Gelegenheit, für Getränke-Nachschub zu sorgen. Und den braucht man, wenn recht viel von diesem Album zum Einsatz kommt, denn das kostet reichlich Schweiß!

In dieser Form ist noch lange mit ACCEPT zu rechnen und live wird in der neuen Besetzung so richtig die Post abgehen!

 

 

 

 

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