Acme MC

Zwischen gut und böse

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 25.07.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Thorsten Philipp


Zwischen gut und böse, Pink Noise, 2008
Acme MCRaps, Beats
DJ ComaCuts
DJ TwizmCuts
VoodooBeats
Produziert von: Jürgen Müller Länge: 78 Min 05 Sek Medium: CD
01. OK Jetzt.10. Heißes Pflaster
02. Alea iacta est11. Beat Slanger
03 Whatz up12. Al nasrou lil Islam
04 Gang Bang13. Mein Held
05. Nur in mir14. 3 aus 100
06. A.I.15. Gott steh uns bei
07. So is äss16. Hart aber herzlich
08. Ein letztes Lächeln17. M.F.
09 Zwischen gut und böse18. Sonnenkuss

ACME MC aus Aachen hat sich einem uralten, ursprünglichen Hip Hop Sound verschrieben. Endlich mal wieder einer, der sich traut..
In Zeiten, wo der Hip Hop in Langeweile erstarrt, weil alle irgendwie einen Einheitsbrei kredenzen, das Video mit den geile Chicks wichtiger wird als die Musik und überhaupt, weil eigentlich nur noch Nullen Anerkennung in der breiten (Achtung: Wortspiel) Öffentlichkeit finden. Und die breite Öffentlichkeit muss irgendetwas genommen haben, denn es ist so gar nicht nachvollziehbar, wie es so manche Hip Hop Acts schaffen, die höchsten Chartplätze einzunehmen. Aber das ist ein anderes Thema.
Zurück zu ACME MC:
Die ersten zwei Hass- und Diss- Tiraden mal außen vorgenommen, "Zwischen gut und böse" wird beherrscht von einem Sound, der schon Ende der 80er gerne von den aufstrebenden Gangsta Rappern bervorzugt benutzt wurde. Ich denke da an die Debuts von Herren wie ICE T, GETO BOYS oder auch SCHOOLLY D. So einen leicht bleiernden, schwer nachhallenden Turnhallen-Echo-Sound, der meist einfach bis primitiv erzeugt wurde, aber stets auf den Punkt kam. Wenn hier die Snare knallte, dann knallte sie. Aber richtig. Und dann mit Nachhall.
Wohl wissend, dass es sich am Ende dann doch nur um einen Drum Computer handelte.

Egal, wer sich für diesen ursprünglichen Sound entscheidet geht definitiv ein Risiko ein und beweist gleichzeitig Mut, denn diese Musik mit ihrem Minimalismus bietet dem MC keinerlei Schutz sich hinter derselben zu verstecken. Im Gegenteil, hier werden alle Stärken und Schwächen gnadenlos aufgedeckt. Und wer´s nicht draufhat macht sich zum Gespött.
Drum kennt auch heute keiner mehr den Namen SCHOOLLY D, hingegen ICE T dürfte jedem ein Begriff sein, auch den Leuten, die mit Hip Hop nichts am Hut haben.
ACME MC ist hier grenzwertig unterwegs. Er kann rappen, keine Frage, aber es handelt sich leider fast nur um gleichförmige Stabreime. Von einem geilen Flow ist selten zu spüren Und da wird sich ACME zukünftig beweisen müssen. Hält er das Niveau und geht unter wie so viele, oder kommt da noch mehr? Luft nach oben ist jedenfalls vorhanden.

Was noch ins Auge bzw. Ohr fällt ist der Wortschatz. Jemine.
Ich möchte hier gar nicht mit der Moralistenkeule kommen, steht mir gar nicht zu. Denn, wer Rap hört, insbesondere Gangsta Rap, muss das einfach abkönnen. Und ich höre das Zeug, mit größtem Genuss zum Teil. Aber ein im amerikanischen hin geraunztes Motherfucker bzw. fuck kommt einfach "cooler" als die direkt ins deutsche übernommenen Gegenstücke. Und mit den Redewendungen ist es ja genau das gleiche.
Unnötig hier auf Details eingehen, aber der Wortschatz zieht das Niveau der Platte leider ziemlich runter. Schade. Zu oft klingt es leider plump.

ACME MC hat sehr gute Ansätze, einen coolen, ursprünglichen Sound. Einen Sound, den vielleicht den ein oder anderen "Oldschooler" hinterm Ofen hervorholen könnte. Aber MC-technisch muss sich da noch einiges tun. Allein der Gebrauch von Unwörtern garantiert keinen guten Rap, keinen guten Flow.
ACME MC kann mehr, das spürt man. Er sollte sich einfach mal auf seine Stärken konzentrieren.

Thorsten Philipp, 25.07.2008

 

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