Acoustical South

Lost


CD-Review

Reviewdatum: 11.11.2009
Jahr: 2009
Stil: Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Acoustical South
Lost, Belaphon, 2009
Michael BrauchGesang & Akustik-Gitarre
Andreas RossattiGitarre & Gesang
Rene MüllerGitarre & Gesang
Markus FrankBass
Sascha KaislerSchlagzeug
Produziert von: Acoustical South Länge: 47 Min 06 Sek Medium: CD
01. Fly / Die08. Unreal
02. No Light In Sight09. End Of My Days
03. I Can See You10. One More Reason
04. Bittersweet Anger11. 24 Hours
05. More12. Not Worth The Words
06. Don't Need To Run13. This Dry Blood
07. Lost

Was für ein irreführender Name: ACOUSTICAL SOUTH. Sie kommen zwar aus dem Süden der Republik, spielen aber beileibe keine rein akustische Musik. Vielmehr rocken die Jungs aus Baden-Württemberg teils recht heftig durch die Songs auf “Lost“. Das Ganze erinnert phasenweise an gemäßigtere Songs von NICKELBACK oder THEORY OF A DEADMAN. Aber auch Melissa Etheridge oder INXS kommen als Eckpunkte für den musikalischen Kosmos der Band in Frage.

Die Musik lebt von der Spannung zwischen der akustischen und der elektrischen Gitarre, da beide über weite Strecken im Kontrast eingesetzt werden und so für die nötige Abwechslung sorgen. Am besten ist dies nachzuhören bei dem phantastischen Titelsong, bei dem die akustische Gitarre Elemente des Flamenco aufnimmt, während die elektrische Sechssaitige rockig-verzerrt dagegenhält. Dazu die emotionale Art von Sänger Michael Brauch, das ergibt dann schon ganz großes Musik-Kino.

Insgesamt klingen ACOUSTICAL SOUTH von ihrem musikalischen Ansatz recht grungig. Da Grunge aber sowohl die Musik von PEARL JAM sowie ALICE IN CHAINS als auch SOUNDGARDEN oder NIRVANA beinhaltet, geht es dabei aber mehr um das transportierte Gefühl als um Vergleiche mit den Großen dieser Generation. Alles ist recht düster, ein wenig verzweifelt und sehr emotional aufgeladen. Ähnlich ist es auch bei ACCOUSTICAL SOUTH. Die Songs sind häufig voller wunderbarer Schwermut (etwa This Dry Blood).

Die Musik ist auf der Platte sehr direkt, roh und fast schon live eingefangen. Schön zu hören ist, dass hier die „Lücken“ in der Musik nicht mit leisen Synthesizer-Sounds „ausgefüllt“ wurden. Ansonsten klingt das Ganze wunderbar griffig und in sich stimmig. Die Songs machen Spaß, ohne aber im Endeffekt wirklich hängen zu bleiben. Das wäre dann auch der größte Kritikpunkt: der Band fehlt das Gespür für die Killer-Melodie, die man nicht mehr aus dem Ohr bekommt. Das soll nicht heißen, dass ACOUSTICAL SOUTH nun einen auf REAMON oder aber SUNRISE AVENUE machen sollen, um Gottes Willen bloß nicht. Aber mit nur einem erfolgreichen radio-freundlichen Song könnte sich diese Band eine Menge neuer Fans sichern. Ein solch gutes Album hätte es verdient, von vielen Musikfans gehört zu werden.

Marc Langels, 10.11.2009

 

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