Adaro

Schlaraffenland


CD-Review

Reviewdatum: 09.04.2004
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Adaro
Schlaraffenland, Tempus Fugit/Inside Out/SPV, 2004
Christoph Pelgen Gesang, Dudelsäcke, Sackpfeifen, Bombarde, Krummhorn, Low whistle
Konstanze Kulinsky Gesang, elektrische und akustische Drehleier, Alto Drehleier
Jürgen Treyz Gitarren, Dobro, Akordeon, Chor
Henrik Mumm Bass, Cello
Jörg Bielfeld Schlagzeug, Percussion, Loops
Produziert von: Jürgen Treyz Länge: 53 Min 49 Sek Medium: CD
1. Schlaraffenland7. Minne ist ein süßer Nam'
2. Wer alten Weibern traut8. Komm her zu mir
3. Nu ruh mit Sorgen9. Der Edelfalk (Es ist nit alle Lieb verloren)
4. Lieg still10. Wohl dem Leibe
5. Herr, wer hat sie begossen (mit der Milche und dem Blute)11. Frau, du sollst unvergessen sein
6. Es ist ein Schnee gefallen12. Psalm XIII

Nach dem sinnlichen "Minnenspiel" wollen ADARO jetzt ins "Schlaraffenland".

Mit einer Mischung aus Vorfreude und Spannung, aber auch einer nicht gerade geringen Portion Skepsis fieberte ich dem neuen ADARO-Album entgegen. Immerhin ist das Vorgängerepos "Minnenspiel" mit Sicherheit eine der CDs, die in den letzten beiden Jahren mit am häufigsten den Weg in meine diversen CD-Player fand und sich mehr und mehr zu einem meiner absoluten Lieblingsalben entwickelte.

Die Skepsis verfliegt aber schnell nach den ersten Hördurchgängen. ADARO sind sich weitestgehend selbst treu geblieben und haben dennoch einige Änderungen in dem für sie typischen Mittelalter-Folk-Rock vorgenommen.

Die auffälligste Neuerung ist, dass sowohl die Gitarre, als auch die Drehleier in den Solopassagen merklich forscher und aggressiver zum Einsatz kommen, ohne dass ADARO deshalb gleich härtetechnisch zu der Brachial-Mittelalterfraktion, angeführt von IN EXTREMO und TANZWUT, aufschließen.

Kompositionen wie Wer alten Weibern traut oder Nu ruh mit Sorgen wirken mächtiger und voluminöser, ja einfach bombastischer, wie man es von ADARO zuletzt gewohnt war.
Ohne es im Detail überprüft zu haben, scheint auch Konstanze mehr und mehr Gesangspassagen zu übernehmen, wobei dies meist in Form von Duetten mit Christoph stattfindet.

Außerdem bietet "Schlaraffenland" einige der faszinierendsten Lieder im bisherigen Schaffen der schwäbischen Mittelalterformation. Allen voran das unendlich traurige Der Edelfalk (Es ist nit alle Lieb verloren), dicht gefolgt von der wunderschönen Ballade Lieg still. Ganz stark auch Frau, du sollst unvergessen sein, bei dem ADARO einmal mehr Mittelalter Mittelalter sein lassen und sich reinem keltischen Folk-Rock zuwenden.

Ein, zwei für ADARO-Verhältnisse schwächere Stücke sollen auch nicht verschwiegen werden. Die lassen sich zwar verschmerzen, dürften aber letztendlich den Ausschlag geben, dass "Schlaraffenland" nicht ganz die Klasse von "Minnenspiel" erreicht. Wobei da sicher noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, denn auch "Minnenspiel" benötigte einige Zeit um zu dem Meisterwerk zu reifen, als das ich es heute betrachte.

Martin Schneider, 09.04.2004

 

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