Adrian Thommas Band

Downtown


CD-Review

Reviewdatum: 20.08.2010
Jahr: 2010
Stil: Southwestern Hard-Rock-Pop

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Redakteur(e):

Christian Gerecht


Adrian Thommas Band
Downtown, Phoenix Records, 2010
Adrian ThommasLead Vocals
George ToubraineVocals & Guitars
Jürgen VossGuitars & Bass
George Maycock jr.Bass & Vocals
Ansas StrehlowKeyboards
Rene RobrahnDrums
Produziert von: Tom Hallek & Jürgen Voss Länge: 32 Min 28 Sek Medium: CD
01. Downtown05. Hate Me
02. Iron Horse06. Just Not In The Way
03. Frail Grasp On The Big Picture07. Light Years Away
04. Into The Great Wide Open

"Southwestern Hard-Rock-Pop" nennt der Waschzettel von Phoenix Records das EP-Bonbon der ADRIAN THOMMAS BAND. Nach ihrem Debüt-Album "Cross The River" aus 2002 und der 2005 nur in USA erhältlichen "Like The Poet Needs The Pain" war es zwischenzeitlich eher still um die Jungens geworden. "Downtown" ist also beinahe schon der Versuch eines Comebacks. Nur wie es halt so ist, kann eine schmale EP, wenn auch mit neuem Material versehen, nicht wirklich die Richtung weisen. Der Blick auf den zukünftigen Weg der Band, die ihren Output in einer Schnittmenge zwischen den EAGLES, .38 SPECIAL und TOM PETTY angesiedelt hat, ist so nicht wirklich festzumachen. Technisch spielt die ADRIAN THOMMAS BAND (ich kürz' das jetzt mal auf ATB) jedenfalls in der ersten Liga und ihr Shouter, den es aus der Wüste Arizonas an die Elbe verschlug, ist ohnehin bei bester Stimme. Mitunter hat sich die ATB die letzten Jahre eine gewisse Präsenz in der Harley-und Biker-Szene erspielt, kam dort aber offensichtlich etwas unter die Räder der ständig aus USA anrollenden Southern und Blues Rock Waves. Denn derzeit vernimmt man in der Szene eher die aktuellen Southern Rock Granaten, die HOGJAW, 3 MILE STONE oder ZACH WILLIAMS AND THE REFORMATION abgefeuert haben.

Bleiben wir aber bei der ATB. Eröffnet wird "Downtown", die aus drei neuen Songs und vier Live-Aufnahmen (darunter Petty's Into The Great Wide Open und Henley's Frail Grasp...) besteht, mit einem richtigen Kracher: Downtown ist eine ganz feine Ballade im Stile PETTYs, die vor allem durch Thommas' rauchige Stimme und klasse eingebauten Gitarren lebt.
Von gleicher Qualität wie der Opener sind das schwül-treibende Iron Horse, dass rockige Just Not In The Way und das rau, aber gut interpretierte Frail Grasp On The Big Picture. Klasse aufgespielte Songs, die mächtig Laune machen. Ebenfalls gelungen ist die ATB-Version von Into The Great Wide Open. Der Band, obwohl gut in PETTYs Schiene passend, gelingt es zwar nicht (was vermutlich auch gar nicht das Ziel war) den Song zu pushen, drückt ihm durch Thommas Stimme aber durchaus ein eigenes Stempelchen auf.
Die restlichen Nummern sind nun keineswegs schlecht. Oder sagen wir mal: .38 SPECIAL haben schon schlechtere Songs geschrieben. Mit ein bisschen mehr Traute zur Eigenständigkeit, vielleicht mal einem richtig krachenden Boogie nach ZZ Top oder einem fetzenden Bluesrocker a la GENTLEMENs BLUES CLUB könnte die ATB sicherlich noch mehr Punkte sammeln.

Zwar hat der Schreiber das Iron Horse schon vor einigen Jahren gegen einen "Iron Deutz" getauscht, traut sich aber immer noch zu für die Biker-Fraktion Empfehlungen abzugeben. Und so kann dieser Kreis, egal ob Harley oder Eierfeile reitend, im Grunde bedenkenlos zugreifen. Bitte aber zu beachten, dass "Downtown" nur eine Zwischenstation der ADRIAN THOMMAS BAND auf dem Weg zu ihrer nächsten Langrille ist. Den Zweck, darauf Lust zu machen, hat "Downtown" im Großen und Ganzen erfüllt. Also schau'n mer mal, was da auf uns zukommt...!

Christian "Grisu" Gerecht, 20.08.2010

 

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