Adversus

Laya


CD-Review

Reviewdatum: 30.08.2007
Jahr: 2007

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Laya, Sonorium, 2007
AyselGesang
Der BassmeisterKontrabass
LestariaVioline
TanjaKlarinette, Keyboard, Saxophon
Thomas der TrommlerPercussion
RosendornGesang, Lyrik, Kompositionen
Gäste
SebastianGitarre
Silvia LehmeierBöhmische Harfe
Produziert von: Thomas Steuer Länge: 35 Min 56 Sek (Audio), 8:47 (Video) Medium: CD
1. Verschlungene Pfade4. Krähen im Gewölk
2. Der Wind auf den Feldern5. Seelenwinter (Lagerfeuer-Version)
3. Laya (oder die Ballade vom schwarzen Stein)6. Deiner Schönheit gewahr (Video)

ADVERSUS sind immer für eine Überraschung gut. Bei ihrem neuen Minialbum "Laya" verzichtet die innovative Gothic-Formation aus dem Rhein-Main-Gebiet komplett auf elektronische Elemente und harsche Gitarren und rückt statt dessen ihre sanft-verträumte Seite in den Vordergrund.

Dadurch begegnen uns ADVERSUS zwar nicht so vielschichtig und abgefahren, wie man es von den beiden starken Alben "Winter, so unsagbar Winter" und "Einer Nacht gewesenes" gewohnt war, erweisen sich dafür aber wesentlich zu- und eingängiger.

Im Zentrum steht die tragische Geschichte des Sukkubus Laya, die zu einem knapp fünfzehnminütigen Werk vertont wurde. Verhaltene Hörspielelemente umrahmen ein Epos, das gleichermaßen von seiner schlichten Melodieführung wie von ergreifender Dramatik lebt. Neofolk und mittelalterliche Einflüsse treffen auf ein opulentes orchestrales Neoklassikarrangement und lassen ADVERSUS musikalisch wie die zarte, sinnliche Vereinigung von FAUN und LACRIMOSA erscheinen.

Gefühlvoll und intensiv tragen Aysel und Rosendorn die Worte um Layas Schicksal tief in Herz und Seele, sorgen für Ergriffenheit, Beklemmung und Schmerz, wenn sich schließlich die zentrale Botschaft offenbart: 'Liebe ist ewiges Leiden'.

Mit Laya (oder die Ballade vom schwarzen Stein) haben ADVERSUS sich selbst ein düster-romantisches Denkmal gesetzt, obwohl oder vielleicht gerade weil es sich fundamental von bisherigen Großtaten wie Präludium adversi unterscheidet.

Laya ist aber Fluch und Segen zugleich. Im übermächtigen Schatten dieses Stückes verblassen die weiteren Beiträge der EP, selbst wenn es sich dabei um so starkes Material wie die Akustikversion von Seelenwinter handelt. Andererseits gibt es nicht viele Künstler, denen es im Laufe ihrer Karriere vergönnt war, ein vergleichbares Kunstwerk mit Hang zur Vollkommenheit zu erschaffen.

Danke, ADVERSUS, für die pure Magie.

Martin Schneider, 30.08.2007

 

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