After

Hideout


CD-Review

Reviewdatum: 23.08.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Marc Langels


Hideout, Oskar Records, 2008
Krzysiek DrogowskiLead Vocals
Czarek BregierGuitars
Wojtek TyminskiGuitars
Tomek WisnieskiKeyboards
Mariusz ZiolkowskiBass
Radek WieckowskiDrums
Produziert von: Zbyszek Florek Länge: 59 Min 25 Sek Medium: CD
01. Hillside Of Dreams06. Healing Our Sorrows
02. Fingers07. Fly On
03. Senses Confuse Reality08. Reflecting Me
04. Waiting For09. Looking For Each Other
05. Hideout10. The End

Polen entwickelt sich immer mehr zu einer Hochburg für Bands der Musik-Richtung Prog- oder Neo-Prog-Rock (RIVERSIDE, QUIDAM, ALBION, ABRAXAS). Die Speerspitze bilden dabei sicherlich RIVERSIDE, die sich schon international etablieren konnten. Aber dahinter folgen viele Bands, die sich durchaus berechtigte Hoffnungen auf eine ebenfalls erfolgreiche Karriere machen dürfen. Eine von ihnen ist AFTER. Mit "Hideout" legen sie bereits ihr zweites Album (nach "Endless Lunatic" von 2005) vor und können damit voll und ganz überzeugen.

Natürlich sind die musikalischen Vorbilder wie RIVERSIDE, MARILLION, THE FLOWER KINGS, RPWL aber auch PORCUPINE TREE nicht von der Hand zu weisen. Aber AFTER haben einen Trumpf: sie schreiben wunderschöne Songs. Das beginnt direkt mit dem intensiven Hillside Of Dreams. Die Polen beweisen gleich zum Auftakt, dass sie ihren Vorbildern in nichts nachstehen und packen auch ein klein wenig Härte zusätzlich drauf. Dafür sind vor allem die beiden Gitarristen Czarek Bregier und Wojtek Tyminski verantwortlich, die im Laufe des Albums noch einige brachiale Riffs, aber auch immer wieder wunderbar elegische Melodien aus ihren zusammen zwölf Saiten zaubern.

Positiv ist zu bewerten, dass AFTER ihre Songs nicht überfrachten, weder was die Sounds anbelangt noch in musikalischer Hinsicht. Sie finden den idealen Grat zwischen komplex und kompakt. Für eine Band ihres Genres sind die Soli recht kurz und eingängig gehalten. Hier gibt es keine "wer kann schneller spielen" Passagen sondern melodiöse leicht an MARILLION's Steve Rothery erinnernde Gitarren-Soli. Die Struktur des Songs bleibt jederzeit klar erkennbar. Mit Fingers haben AFTER sogar einen richtigen "Hit" am Start, mit langem ruhigen Intro und extrem eingängigen Chorus mit Feuerzeug-Garantie, aber auch überraschendem Heavy-Break. Jeder Fan von RPWL oder auch PORCUPINE TREE (besonders aus der "In Absentia"-Phase) dürfte dieses Stück gefallen. Im nahtlosen Übergang knüpft der härteste Track des Albums Senses Confuse Reality an. Dabei zieht sich das starke Songwriting auch durch den Rest des Albums, das mit dem sehr stimmigen Longtrack The End ein grandioses Finale findet.

Angenehm fallen auch die Vocals von Krzysiek Drogowski auf, der eine Stimme in der Mittellage hat, also nicht wie zum Beispiel James LaBrie (DREAM THEATER) extrem hoch singt. Am ehesten ist Drogowski wohl mit OPETH-Sänger Mikael Akerfeldt zu vergleichen, wenn dieser klar singt (also nicht growlt). Der Gesang ist der Musik angepasst, meist entspannt, mit schönen Gesangsmelodien. Lediglich hin und wieder fällt ein leichter Akzent auf und leichte Englisch-Fehler, die aber nicht weiter ins Gewicht fallen.

Die Musik ist in ihren ruhigen Passagen schwermütig-schön und in den rockigen Ecken wie ein vom Sturm aufgewühltes Meer. AFTER nehmen ihre Hörer mit auf eine Reise und hüllen sie dabei in wunderbare Musik. Dazu trägt auch die wunderbar transparente Produktion von Zbyszek Florek (Keyboarder bei QUIDAM) bei. Jedes Instrument ist klar zu hören, ohne dass dadurch eventuell der Druck und die Präsenz aus der Produktion genommen würden.

AFTER sind definitiv ein Geheim-Tipp für alle Freunde des Prog-Rock/Neo-Prog-Rock. Aber "Hideout" könnte sie in der Szene gleich zu mehr als einem Geheimtipp machen.

Marc Langels, 23.08.2008

 

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