Ageness

Songs From The Liar's Lair


CD-Review

Reviewdatum: 11.07.2009
Jahr: 2009
Stil: Progressive Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Ageness
Songs From The Liar's Lair, Presence Records, 2009
Tommy ErikssonGesang, Keyboards & Gitarre
Speedy SaarinenGitarre & Gesang
Kari SaaristoSchlagzeug & Percussions
Jari UkkonenBass & Gesang
Gastmusiker
Matti KervinenKeyboards & Gesang
Jukka KuljuHammond-Orgel (Liar's Lair)
Produziert von: Ageness Länge: 51 Min 48 Sek Medium: CD
01. Entering05. Sons Of Madness
02. Martial Arts06. The Lament Of Ghosts
03. The Lie And The Liar07. Liar's Lair
04. Why Don't You Go Away

AGENESS gehören zu den Bands, die sich in ihrer Heimat (hier: Finnland) einen gewissen Ruhm erspielt haben, aber im Rest der Welt ein reines Nischen-Dasein fristen. In Finnland können sie sich immerhin schon rühmen, ein Live-Konzert für den nationalen Radiosender und zudem noch auf vielen renommierten Festivals gespielt zu haben. Aber ich bin ehrlich, obwohl ich mich nun wirklich über fast jede Band aus dem Bereich „Prog“ informiere, von AGENESS hatte ich zuvor noch nicht gehört.

Dabei ist “Songs Fom The Liar’s Lair“ nun auch schon das vierte Album und knüpft an das bereits vor zwei Jahren veröffentlichte “Liar’s Lair“ an. Musikalisch und soundtechnisch kommen AGENESS dabei den Briten von ARENA sehr nahe und die Finnen müssen diesen Vergleich auch nicht scheuen. Denn Tracks wie zum Beispiel Martial Arts sind durchaus gut genug, um neben den Werken von John Mitchell, Clive Nolan und Co zu bestehen. Auch die Art und Weise, wie die Instrumente – und insbesondere Gitarre und Keyboards – eingesetzt werden, unterstreicht die Parallelen. Die Lyrics hingegen erinnern mich manchmal eher an FISH gerade zu frühen MARILLION-Zeiten. Auch das sind ja beileibe keine schlechten Referenzen.

Damit ist auch klar, auf “Songs From The Liar’s Lair“ wird Prog-Rock mit besonderem Augenmerk auf Melodien geboten. Die sechs Songs (Entering ist lediglich ein kurzes Intro) überzeugen trotz aller Komplexität durch Eingängigkeit. Hier werden die Instrumente nicht zu überschnellen Soli getrieben, denn die Melodien sollen im Ohr hängen bleiben und tun dies auch. Dazu tragen auch die eingängigen Gesang-Arrangements bei und die samtene Stimme von Tommy Eriksson (häufig im Zusammenspiel mit Speedy Saarinen und Jari Ukkonen). Einzige Ausnahme bildet dabei das schaurig-schöne The Lament Of Ghosts.

Das Ganze wirft natürlich die Frage auf, braucht man AGENESS, wenn man die Alben von ARENA bereits im Regal stehen hat? Die Antwort dürfte davon abhängen, ob man wie ich nicht genug gute Prog-Musik haben kann, denn dann muss die Antwort eindeutig „Ja“ lauten, weil einem ansonsten ein paar wunderbare Songs in der Sammlung fehlen würden. Wenn man aber andererseits möchte, dass jede Band einen neuen Bereich abdeckt und möglichst innovativ und eigenständig klingt, dann hat man die Wahl zwischen ARENA und AGENESS, wobei ich in diesem Fall die Briten eine Nasenspitze im Vorteil sehe.

Selten habe ich zwei Bands erlebt, die sich musikalisch so zum Verwechseln ähnlich waren, ohne dass man der einen – hier AGENESS – vorwerfen könnte, eine bloße Kopie der anderen zu sein. Zumal man den Finnen auch noch zu Gute halten muss, dass sie ja bereits ebenfalls schon seit Anfang der 90er Jahre existieren und Musik machen. Damals steckten auch ARENA noch in den Anfängen und mussten ihren Stil erst finden.

Ich für meinen Teil bin auf jeden Fall froh, dass ich AGENESS nun neben ARENA im Schrank stehen habe und ich zwischen beiden entscheiden darf, wenn ich das nächste Mal Lust auf eingängigen und melodischen Prog-Rock habe.

Marc Langels, 09.07.2009

 

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