Albert Mundrian

Choosing Death - Die Unglaubliche Geschichte Von Death Metal Und Grindcore Geht Weiter...

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Buch-Review

Reviewdatum: 02.10.2016
Jahr: 2016
Stil: Death Metal
Verlag: Iron Pages Books

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Redakteur(e):

Marc Langels


Albert Mudrian
Choosing Death - Die unglaubliche Geschichte von Death Metal und Grindcore geht weiter..., Iron Pages Books, 2016
von: Albert Mudrian
ISBN: 978-3-940822-08-6
Umfang: 376 Seiten
Preis: 21,90 € zzgl. Versandkosten

Man mag es sich aus heutiger Sicht kaum vorstellen können, aber ab der Mitte der 1980er Jahren waren Hard Rock und Heavy Metal-Acts ziemlich erfolgreich und fast schon eine akzeptierte Größe. Man denke nur an Auftritte von IRON MAIDEN bei “Top Of The Pops“ oder den legendär-chaotischen Auftritt beim “Peter Illmanns Treff“. Damit hatte die Szene aber für viele Jugendliche aber einen ihrer wichtigsten Anreize aufgegeben. Sie war nicht mehr aufrührerisch, nicht mehr provokant und nicht mehr extrem genug. Als Konsequenz suchten sie nach neuen Ausdrucksformen, dabei kombinierten sie Elemente des gerade aufkommenden Thrash Metal (der ihnen aber auch nicht extrem genug war) mit Versatzstücken des Punk sowie Hardcore und erschufen damit die Ur-Formen dessen was als Death Metal und Grindcore einen unwahrscheinlichen „Siegeszug“ hin zu einer etablierten und mittlerweile respektierten Musikform antrat.

Albert Mudrian hat sich die Mühe und vermutlich auch die Freude gemacht, sich der Geschichte dieser äußerst faszinierenden Musikrichtungen einmal genauer anzunehmen. Er hat für sein Buch, “Choosing Death“, mehr als 200 Interviews vornehmlich mit beteiligten Musikern, aber auch mit Produzenten und Vertretern der Plattenfirmen geführt. Diese hier nun vorliegende Neu-Auflage umfasst nun im Vergleich zu ersten Version drei neue Kapitel und mehr als 100 zusätzliche Seiten. Dafür hat Mudrian noch einmal 50 Interviews geführt. Und es kommt wirklich jeder zu Wort, der sich in der Szene je einen Namen gemacht hat: Chuck Schuldiner (DEATH), Trey Azagthoth (MORBID ANGEL), Glen Benton (DEICIDE), Max Cavalera (Ex-SEPULTURA, SOULFLY, CAVALERA CONSPIRACY), Lee Dorian (Ex-NAPALM DEATH, CATHEDRAL, WITH THE DEAD), Barney Greenway (Ex-BENEDICTION, Ex-EXTEME NOISE TERROR, NAPALM DEATH) oder Angela Gossow (Ex-ARCH ENEMY) – um hier jetzt mal nur exemplarisch einige Namen zu nennen. Dabei scheut sich Mudrian auch nicht, etwas über den Tellerrand zu Beispiel in den benachbarten Black Metal hinüberzuschauen, indem er auch Musiker wie Fenriz von DARKTHRONE zu Wort kommen lässt.

Stilistisch ist es nämlich so, dass Mudrian als Autor mehr ein „Verbinder“ als der „Beschreiber“ ist. Das bedeutet, er lässt die Geschichten von seinen Interview-Partnern erzählen und verbindet dann deren Aussagen eher, als dass er wie ein Chronist die Geschichte erzählt und diese dann mit einzelnen Aussagen von Protagonisten unterstreicht oder anfüttert. Dabei erzählt er aber nicht die Geschichte einer Band konsequent, sondern orientiert sich eher an der Zeitleiste. Wenn beispielsweise bei DEATH, MORBID ANGEL und OBITUARY Dinge zeitlich nahe beieinander passieren, dann wird das eben auch ständig wechselnd erzählt. Da wäre eine Aufteilung in einzelne Band-Kapitel für den stringenten Lese-Spaß sicherlich hilfreich gewesen.

Aber dadurch, dass Mudrian fast komplett auf eigene Einschätzungen und Wertungen verzichtet, hat der Leser im Anschluss eher das Gefühl, dass ihm die beteiligten Musiker ihre Geschichte erzählt haben, als dass er einen historischen Abriss der Entwicklung erhalten habe. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Aber das Buch lässt sich so angenehm lesen, verfällt aber leicht in einen Plauderton, der nicht immer fesselnd ist. Dafür punktet das Buch aber mit einer ganzen Reihe von raren Bildern, Flyern und Covern, teilweise aus den frühesten Anfangstagen der einzelnen Bands.

Durch die überarbeitete Neu-Auflage reicht das Werk nun auch nahezu bis in die Gegenwart und zeigt damit auch das Wiederaufleben der Genres und einiger typischer Szene-Vertreter wie etwa CARCASS auf. Bei der abschließenden Diskographie sollte aber kein Fan einen kompletten Überblick über alle Veröffentlichungen erwarten (das würde ja nun auch wirklich den Rahmen sprengen), daher sind lediglich die relevanten weil Genre-definierenden, offiziellen Veröffentlichungen den einzelnen Jahren zugeordnet. Insofern ist “Choosing Death“ natürlich „nur“ ein Einstieg in die weit verzweigte, faszinierende Welt des extremen Metals, dessen einzelne Verästelungen dann doch jeder selber erforschen und für sich entdecken muss. Aber das Buch ist eine prima Einführung für all diejenigen, die in den 80er und zu Beginn der 90er Jahre noch zu jung waren und auf der anderen Seite so etwas wie eine wunderbare Erinnerungsstütze für alle, die sich bereits von Anfang an für diese neue, aufregende und nonkonformistische Musik-Richtung begeistern konnten. Eine unterhaltsame Lektüre ist es auf jeden Fall.

Marc Langels, 28.09.2016

 

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