Alcatrazz

Born Innocent

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 19.07.2020
Jahr: 2020
Stil: Power Metal
Spiellänge: 57:57
Produzent: Giles Lavery & Jimmy Waldo

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Plattenfirma: Silver Lining Music

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Annihilator

Deep Purple

Impellitteri

Kiss

Meat Loaf

W.A.S.P

Titel
01. Born Innocent
02. Polar Bear
03. Finn McCool
04. We Still Remember
05. London 1666
06. Dirty Like The City
07. I Am The King
 
08. Something That I Am Missing
09. Paper Flags
10. The Wound Is Open
11. Body Beautiful
12. Warth Lane
13. For Tony
Musiker Instrument
Graham Bonnet Vocals
Joe Stump Guitars
Jimmy Waldo Keyboards
Gary Shea Bass
Mark Benquechea Drums
Gastmusiker:
Chris Impellitteri Gitarre (Born Innocent)
Bob Kulick Gitarre (I Am The King & The Wound Is Open)
Nozomu Wakai Gitarre (Finn McCool)
Dario Mollo Gitarre (Something That I Am Missing & Warth Lane)
Jeff Waters Gitarre (Paper Flags)
D Kendall Jones Gitarre (We Still Remember)
Don Van Stavern Bass (Born Innocent, Polar Bear, Finn McCool)

Die Band ALCATRAZZ dürft all denjenigen, die Anfang der 1980er Jahre mit Metal aufgewachsen sind fast ebenso bekannt sein wie die berühmte Gefängnisinsel in der Bucht vor San Francisco den USA-Reisenden. Für Graham Bonnet war es nach seinem kurzen Intermezzo bei RAINBOW (mit Ritchie Blackmore) und dem noch viel kürzeren Gig bei der MSG (MICHAEL SCHENKER GROUP) der nächste Versuch mit Gitarren-Helden (hier zunächst Yngwie Malmsteen, später dann Steve Vai) sich eine langfristige Band aufzubauen. Aber nach gerade einmal drei Jahren war auch das Projekt gescheitert – zumindest vorläufig. Denn mittlerweile liegt ein neues Album vor, an dem neben Bonnet zwar leider weder Vai noch Malmsteen, dafür aber mit Keyboarder Jimmy Waldo und Bassist Gary Shea zwei alte ALCATRAZZ-Recken beteiligt sind. Die Gitarre übernimmt jetzt Joe Stump, der zuvor unter anderem bei den US-Metallern HOLYHELL aktiv war und auch Gitarren-Lehrer am Berklee College in Boston ist.

(Foto zur Verfügung gestellt von Oktober Promotion)

Das neue Werk, “Born Innocent“, entstand aber hauptsächlich zusammen mit einigen anderen Gitarristenwie Dario Mollo, dem leider vor kurzem verstorbenen Bob Kulick (unter anderem bei KISS, MEAT LOAF und W.A.S.P.), Chris Impellitteri (in dessen Band IMPELLITTERI Bonnet auch zwei Mal als Sänger aushalf) und Nozomu Wakai (DESTINIA), die hier zum Teil auch als Gast-Musiker zu hören sind. Zudem hat aber auch Steve Vai den Song Dirty Like The City als Komponist beigesteuert, dem man das auch deutlich anhört. Auch hat es sich ANNIHILATOR-Gitarrist Jeff Waters nicht nehmen lassen, bei dem Song Paper Flags ein Solo zu übernehmen. Bei so vielen unterschiedlichen beteiligten Gitarristen könnte man befürchten, dass das Werk wie ein Sammelsurium klingen würde. Aber dem ist nicht so, “Born Innocent“ klingt unter diesen Umständen sogar überraschend zusammenhängend und eben wie eine richtige Band. Es wirkt fast so, als hätten sich ALCATRAZZ hier die besten Ideen der beteiligten Musiker ausgesucht.

Diese sind überwiegend der etwas härteren Sorte und dürften manchen Fan der 80er-Jahre-Scheibe erst einmal ordentlich überraschen. Denn Songs wie der Titeltrack, Polar Bear, Finn McCool, London 1666, I Am The King, Paper Flags oder Body Beautiful gehören stilistisch schon in die Kategorie Power Metal. Und auch bei Something That I Am Missing oder The Wound Is Open (würden beide auch gut zu DEEP PURPLE passen) sowie We Still Remember steht mächtiger Heavy Rock auf der Karte. Warth Lane ist ein langsames Metal-Stück, das aber sehr emotional vorgetragen wird und den (Frei-)Tod eines nahen Freundes thematisiert und For Tony ist Bonnets Bruder gewidmet.  Insbesondere das letztere – nur mit merkwürdigen Bläser-Sounds (aber ganz offensichtlich von einem Keyboard gespielt) instrumentierte – passt so gar nicht zum Rest der Scheibe und auch Warth Lane klingt in meinen Ohren etwas unrund und nicht wirklich überzeugend.

Die Stimme von Graham Bonnet gehört sicherlich zu den Unikaten, die man immer wieder schnell erkennt. Und auch hier weiß man jederzeit, dass das hier die Stimme von Rock-Hymnen wie Since You Been Gone und All Night Long ist. Allerdings hört man auch die Jahre, die nicht spurlos an den Stimmbändern vorbeigezogen sind. Insbesondere das höhere Register bringt die Stimme schon dazu, etwas zu kippen. Aber das ist mit Anfang 70 wohl auch kein Wunder und geht jedem Sänger so – dafür macht Bonnet hier schon eine wirklich sehr gute Figur und der Charme des Briten kommt immer noch sehr gut zur Geltung.

Was dem Album allerdings ein wenig fehlt, das ist eben ein echter Hit, wie ihn Bonnet eben schon mit RAINBOW oder auch teilweise bei der MSG (Assault Attack, Desert Song) und auf den früheren ALCATRAZZ-Scheiben zu bieten hatte. Die Songs gehen allesamt schon in Ordnung und gehen auch überwiegend gut ins Ohr (insbesondere der Titelsong, Polar Bear, Finn McCool und Something That I Am Missing) oder schaffen es (wie etwa London 1666 und Dirty Like The City) durch akustische Feinheiten oder Überraschungen den Hörer zu fesseln, der Rest ist – abgesehen vom Abschluss-Song auch sehr ordentlich ausgefallen, so dass unterm Strich ein wirklich gelungenes Comeback-Album vorliegt, das man in dieser Form vielleicht von den alten Recken gar nicht mehr erwartet hätte.

 

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