Alela Diane

About Farewell

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 06.09.2013
Jahr: 2013
Stil: Singer-Songwriter, Folk

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Redakteur(e):

Holger Müller


Alela Diane
About Farewell, Rusted Blue Records, 2013
Alela DianeVoice, Guitar
John AskewGuitar, Bass, Mellotron
Dave HartleyBass, Drums
Tom MenigBass, Guitar
Neal MorganPercussion
Kelly ChristViola
Galen CohenCello
Ben LandsverkViola
Heather BroderickPiano, Flute
Produziert von: John Askew, Alela Diane Länge: 33 Min 04 Sek Medium: CD
01. Colorado Blue06. I Thought I Knew
02. About Farewell07. Before The Leaving
03. The Way We Fall08. Hazel Street
04. Nothing I Can Do09. Black Sheep
05. Lost Land10. Rose & Thorn

Musikern dabei zuzuhören, wie sie ihre Trennungen verarbeiten, ist meist ein zwiespältiges Gefühl. In Trauer und Wut werden oft die intimsten, Gänsehaut erzeugenden Songs geschrieben, aber will man es wirklich immer so ganz genau wissen, was da zwischen zwei Menschen passiert ist? Mit welcher Eiseskälte sich zum Beispiel Linda und Richard Thompson gegenüber gestanden haben müssen, um Songs wie „Walking On A Wire“ oder „Did She Jump“ zu schreiben? Wie seelenwaidwund Jackson Browne sich gefühlt haben muss, um „Late For The Sky“ zu ersinnen? Viele Jahre später verarbeitete der Kalifornier die Trennung von der Schauspielerin Daryl Hannah auf „I’m Alive“ dann schon weitaus aufmunternder…

Dazu hat sich die aus Nevada City (Kalifornien) stammende Songwriterin Alela Diane zwar nicht aufraffen können, aber ganz so brutal wie die Thompsons verarbeitet sie ihre Scheidung von Ehemann und Musikerkollegen Tom Bevitori (und wohl auch ein paar Trennungen zuvor) zum Glück auch nicht. "About Farewell" heißt ihr viertes, gerade mal gut eine halbe Stunde langes Album, und genau darum geht es auch: Auf Wiedersehen zu sagen und zu hoffen, dass ein Neubeginn bevorsteht. „Oh I didn’t know it was the last time. You never know when it’s the last time.”

Und wie viele andere Musiker vor ihr hat auch Diane zur Verarbeitung des Trennungsschmerzes die Einsamkeit vorgezogen, ist von der Sonne Kaliforniens ins verregnete Portland gezogen und singt leise, intime Lieder mit sparsamer Begleitung, dezent produziert und im schwarz-weiß-vergilbten Cover präsentiert. Ganz selten nur dürfen die Drums ein wenig Gewicht beifügen, etwa in Hazel Street, wo sich Diane an den Anfang der Liebe erinnert, der aber keinesfalls besonders romantisch daherkommt. Nur ihr Gesang und ihre Botschaften sind keineswegs verhuscht und unscharf, sondern klar und eindeutig: „Honey, there is nothing I can do to save you from yourself.“

Gibt es Hoffnung für solch melancholische Seelen? Zumindest einen Song lang, in Black Sheep, spielt die Sängerin etwas beschwingter auf, traut sich ein lockeres Fingerpicking und einen an Kalifornien gemahnenden Harmoniegesang, der Dur und Moll vereint. Aber Abschied nehmen ist eine traurige Angelegenheit und deshalb schließt das Album auch mit Rose & Thorn so leise und regentropfenbetrachtend wie die meisten Songs zuvor. Ob das Album wirklich so gut ist, wie es die Eloge und die 4 Sterne im Rolling Stone suggerieren? Zumindest wer gerade ähnliches erlebt, wird sich in den 10 Songs von Alela Diane schmerzhaft, aber sehr genau wiederfinden. Ob ihr Ex ähnliche Pein durchleidet, wird dagegen wohl – anders als beim Ehepaar Thompson – sein Geheimnis bleiben.

Holger Müller, 25.08.2013

 

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