Alias Eye

In-Between


CD-Review

Reviewdatum: 28.02.2012
Jahr: 2012
Stil: Progressive Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Alias Eye
In-Between, Quixote Music, 2012
Philip GriffithsGesang
Matze WurmGitarre
Frank FischerBass
Vytas LemkeKeyboards
Ludwig BenedekSchlagzeug
Produziert von: Alias Eye Länge: 47 Min 16 Sek Medium: CD
01. Arabesque06. Stars Shall Fall
02. Break What We Know07. All The Rage
03. In-Between08. Distant Memories
04. Time Machine09. Take What's Mine
05. Indentured Pride10. The Blink Of An Eye

Seit 1998 machen die Mannheimer ALIAS EYE nun schon die Prog-Rock-Szene und hier vor allem die deutsche unsicher. Entstanden aus einer Cover-Band, die sich hauptsächlich auf die Klassiker der 1970er Jahre konzentrierte lernte die Band dabei nicht nur eine große Bandbreite von Einflüssen in den eigenen Stil zu integrieren sondern vor allen Dingen auch, was einen guten Song ausmacht. Auf nun schon vier Alben haben sich ALIAS EYE mittlerweile eine ansehnliche Fanbasis erarbeitet – zurecht, wie ich hinzufügen möchte.

Der Band gelingt auf Studio-Werk Nummer 4, “In-Between“, ein wirklich erstaunlicher musikalischer Spagat. Sie schaffen es, klassischen Prog-Rock mit Elementen des Metal – gerne auch mal mit einem leichten Industrial-Einschlag – anzureichern und diese Mischung ungezwungen oder gewollt klingend gleich neben klassischen Elementen und lateinamerikanischen Rhythmen oder auch Bar-Musik stehen zu lassen. Vielmehr klingen ALIAS EYE bei all den verschiedenen Stilistiken doch immer nach sich selbst.

Das große Plus dieses Albums ist denn auch der Abwechslungsreichtum. Jeder Song hat seine ureigenste Art, seinen unvergleichlichen Charakter, der sich auch auf “In-Between“ nirgends doppelt. Die Band setzt sich konsequent zwischen alle Genre-Stühle und findet dort ihre eigene Nische, die sie dann mit wunderbaren Melodien ausstattet und mit tollen Instrumental-Leistungen verziert. Wo andere sich einem Sound oder einer musikalischen Anmutung hingeben und dabei riskieren, sich zu wiederholen, da gehen ALIAS EYE konsequent den entgegen gesetzten Weg.

Einzig mit der klaren, reinen, hellen Stimme von Philip Griffiths werde ich nicht richtig warm. Erstens finde ich sie im Gesamt-Sound der CD zu sehr in den Vordergrund gemixt und außerdem fehlt mir der richtige Ausdruck, die Überzeugung, die Leidenschaft im Vortrag. Rein von den Tönen gibt es hier nichts zu meckern, der junge Mann weiß seine Stimme toll zu kontrollieren und trifft absolut jeden Ton. Aber ich persönlich bevorzuge denn doch Sänger wie Russel Allen (SYMPHONY X), Ronnie James Dio (DIO, RAINBOW, BLACK SABBATH, HEAVEN & HELL) oder aber aus der etwas höheren Tonlage einen Ray Alder (FATES WARNING, REDEMPTION) und Geoff Tate (QUEENSRYCHE). Das sind natürlich alles legendäre Sänger, die mit extremer Hingabe und Leidenschaft zu Werke gehen, aber sie haben eben auch einen Ausdruck in ihren Stimmen, der das technisch exzellente erst zu etwas Besonderem macht.

Aber das ist reine Geschmackssache und kann von anderen Betrachtern sicherlich genau anders gesehen werden. Ansonsten kann ich an dieser CD keinen Fehler finden. “In-Between“ besticht mit spannendem, abwechslungsreichem Songwriting und einer sehr gut aufgelegten Band, die ihren Spielwitz auf geradezu ideale Weise in die Lieder einbringt. Dazu ein Abwechslungsreichtum, wie man ihn nur noch bei RUSH findet. Das macht unter dem Strich ein wirklich starkes Album.

Marc Langels, 25.02.2012

 

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