Alice Cooper

Brutal Planet


CD-Review

Reviewdatum: 13.04.2010
Jahr: 2010
Stil: Heavy Metal

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Alice Cooper
Brutal Planet, Armoury Records, 2010
Alice CooperVocals
Ryan Roxie, China, Phil XGuitars
Bob MarletteRhythm Guitar, Bass, Keyboards
Eric SingerDrums
Produziert von: Bob Marlette Länge: 48 Min 06 Sek Medium: CD
01. Brutal Planet07. Pessi-Mystic
02. Wicked Young Man08. Gimme
03. Sanctuary09. It's The Little Things
04. Blow Me A Kiss10. Take It Like A Woman
05. Eat Some More11. Cold Machines
06. Pick Up The Bones

Über das Armoury Label werden jetzt einige Scheiben des kultigen Schock-Rockers bzw. Saturn-Gesandten Alice Cooper wiederveröffentlicht, der sich ja mit seinem 2008er Album "Along Came A Spider" mal wieder auf ein absolut akzeptables Qualitätsniveau begab, recht passable Chart-Notierungen vermeldete und somit auch seine zahlreichen Fans in aller Welt zufrieden stellen konnte.

Nun purzeln gleich vier seiner Alben aus dem zurückliegendem Jahrzent in die Läden (weil die alten Bestände offenbar aufgebraucht sind) und buhlen um die Gunst des Hörers. Stellvertretend für alle anderen Re-Issues hat sich das Hooked-On-Music das sogenannte Comeback-Album, "Brutal Planet", aus dem Jahre 2000 ausgesucht, zumal die "The Eyes Of Alice Cooper" und "Dirty Diamonds" Alben hier schon vor Jahren rezensiert wurden und die aktuellen Neuauflagen keinen erkennbaren Unterschied zu den Oldies aufweisen.

Nach sechsjähriger Plattenpause ("The Last Temptation" erschien 1994) holte sich der in die Jahre gekommene Vincent Furnier den etablierten Produzenten und Keyboarder Bob Marlette (SLAYER, BLACK SABBATH, Tony Iommi, Tracy Chapman) an Bord, um mit ihm gemeinsam eine kühle, teilweise martialische Bestandsaufnahme der aktuellen Lage unseres Paneten zu erstellen.

Mit "Brutal Planet" kam zunächst einmal ein ziemlich überraschender Tonträger ans Licht, der sich von Coopers Mainstream-Attitüden der späten Achtziger Jahre rigoros abwandte. Kein Schielen auf die Hitparaden und keine Zugeständnisse an die balladenvergiftete Hausfrau am Bügelbrett. Das totale Brett offerierten lediglich die drei Gitarristen China, Phil X und Ryan Roxie, die mit ihren tiefer gestimmten Äxten eine düstere und kühle Aura evozierten, die den Texten Coopers, die um die Themen Maßlosigkeit und Gier, Schul- und häusliche Gewalt , sowie die dekadente Sittenlosigkeit der Gesellschaft kreisten, entspachen. Der traditionelle Hard-Rock, den sich manche Alt-Fans wohl erhofften (und der mit "Dirty Diamonds" zurückkehrte), kam also ebenso wenig zum Tragen wie der "Poison"-Schmus der 80's. Im Grunde stilisiert "Brutal Planet" recht gekonnt und zeitgemäß den seinerzeit so angesagten Metal oder Nu-Metal mit dem gewissen stumpfsinnigen Industrial-Touch. Kalt und brutal, wie der Albumname schon verrät.
Cooper und Marlette gelangen mit diesem Longplayer wohl einige treffliche Songs, die sich auch nach 10 Jahren noch gut hören lassen, eine unbedingt empfehlenswerte Scheibe ist "Brutal Planet" jedoch nicht, dafür fehlen die Killer-Hooklines, der Soundteppich scheint etwas zu arg kalkuliert und sich dem 2000er Zeitgeist anbiedernd und gerät gegen Ende auch ein bisschen langweilig bzw. ermüdend. Immerhin gelang Alice Cooper eine ordentliche und ernstzunehmende Rückkehr ins Rock'n'Roll Business.

Frank Ipach, 12.04.2010

 

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