Alice Cooper

Super Duper Alice Cooper


DVD-Review

Reviewdatum: 12.06.2014
Jahr: 2014
Stil: Hard Rock

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Alice Cooper
Super Duper Alice Cooper, Eagle Vision, 2014
Produziert von: Scot McFadyen & Sam Dunn Länge: 130 Min 00 Sek Medium: DVD

Der einzige BRAVO-Starschnitt, der jemals an der Wand meines Teenagerzimmers prangte war der von Alice Cooper. Das war 1973 und meine Eltern haben sich damals erstaunlicherweise so gut wie gar nicht aufgeregt. Die Leser, die so um die 50 oder älter sind, werden sich noch lebhaft an die Blütezeit des amerikanischen Schock-Rockers erinnern. Single-Hits wie School's Out und Elected bevölkerten seinerzeit auch die deutschen Hitparaden und der wild geschminkte, auf Krawall gebürstete Cooper war mit seiner abgedrehten Bühnenshow und seinen kruden Extravaganzen in aller Munde.

Es wurde also höchste Zeit, dieser Ikone ein filmisches Denkmal zu setzen. Der beigefügte Pressetext bringt den Inhalt dieser Doku ziemlich stimmig auf den Punkt:
"Von Banger Films, den Machern von "Iron Maiden: Flight 666" und "Rush: Beyond The Lighted Stage", erscheint nun "Super Duper Alice Cooper", die Geschichte von Vincent Furnier, jenem Pfarrerssohn, der als ungewöhnlichster Rockstar seiner Generation unter dem Namen Alice Cooper ganze Scharen von Eltern in Angst und Schrecken versetzt hat.
Diese einzigartige "Doku-Oper", eine fesselnde Mischung aus dokumentarischem Archivmaterial, Animation und Rockoper, beginnt in Alice Coopers Anfangstagen als Frontmann einer packenden Rockband der Sechziger, geht weiter in die glamouröse Ära als weltweite Berühmtheit in den Siebzigern und führt bis zu seinem umjubelten Comeback als Gottvater des Glam-Metals in den Achtzigern. Dies ist das Märchen von Alice und Vincent im Kampf um die Seele des jeweils Anderen.
"Super Duper Alice Cooper" verbindet Audio-Interviews und zahlreiches Material von Konzerten, TV-Shows und Filmauftritten mit dramatischen Überschriften und medialer Präsenz von und mit Alice Cooper. Sämtliche Höhepunkte seiner Karriere werden detailliert beleuchtet und durch Beiträge einiger der größten Musik-Ikonen wie Iggy Pop, Elton John, John Lydon, Bernie Taupin, Dee Snider und natürlich auch Alice Cooper in Szene gesetzt."

Glücklicherweise spricht Alice Cooper (dessen Stimme meist aus dem 'Off' zu hören ist) nicht nur über die vermeintlichen Höhepunkte seiner glitzernden Karriere, sondern auch relativ offen und freizügig über seine zerstörerische Drogensucht und dem damit einhergehenden persönlichen Werteverfall, dem Verlust seines Arbeitsethos bzw. seiner Kreativität und der zwangsläufigen Entfremdung von seiner Familie. Klinikaufenthalt und jahrelanger künstlerischer Stillstand waren die Folge dieses Niedergangs. Coopers Gesundung und seine Rückkehr in den Achtzigern, kaum weniger schillernd als sein Einstand mehr als ein Jahrzehnt zuvor, gerät zum abermaligen Triumphzug und schließt den Kreis der Erzählungen.

Das jähe Ende der Filmgeschichte, ganz so als bräche Alice Coopers Karriere hier komplett ab, irritiert schon ein wenig, denn auch in der Folgezeit war Coop natürlich nicht untätig. Obwohl er in den Jahren danach letztlich nur sein eigenes Vermächtnis zu verwalten lernte und nicht mehr diesen aufsehenerregenden Status der Anfangszeit innehatte. Insofern bleibt die Idee der Filmemacher, den Fokus ausschließlich auf die absoluten Knallermomente zu richten, nachvollziehbar und macht aus "Super Duper Alice Cooper" schließlich eine sehenswerte und unterhaltsame Dokumentation, die den famosen Aufstieg und den bitteren Fall eines echten Rockstars beleuchtet.

Frank Ipach, 10.06.2014

 

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