Ally Venable

Heart On Fire

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 27.02.2021
Jahr: 2021
Stil: Blues Rock
Spiellänge: 50:18
Produzent: Jim Gaines

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Plattenfirma: Ruf Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Stevie Ray Vaughan

Kenny Wayne Shepherd

Devon Allman

Aerosmith

Mick Jagger

Titel
01. Heart On Fire
02. Played The Game
03. Hateful Blues
04. Road To Nowhere
05. Bring On The Pain
06. Hard Change
 
07. Do It In Heels
08. Sad Situtation
09. Use Me
10. Tribute To SRV
11. What Do You Want From Me
Musiker Instrument
Ally Venable Lead Guitar, Rhythm Guitar, Vocals
Elijah Owings Drums
Bobby Wallace Bass
Rick Steff Keyboards on 'Played The Game'
Kenny Wayne Shepherd Lead Guitar on 'Bring On The Pain'
Devon Allman Lead Guitar, Background Vocals on 'Road To Nowhere'
Pat Fusco Bass
Jana Misener Cello
Cody Dickinson Drums
Landon Moore Bass

Mit “Heart Of Fire“ veröffentlicht die Texanerin Ally Venable bereits ihr viertes Album. Nicht schlecht, für gerade mal Anfang 20. Für das deutsche Blues-Vorzeige-Label Ruf Records ist es ihre zweite Veröffentlichung, zudem war sie bereits Gast beim renommierten BLUES CARAVAN im Jahr .

Man tut gut daran, sich das Album öfter anzuhören, es sozusagen “reifen“ zu lassen. Oberflächlich betrachtet, ist es eine weitere junge Blues-Lady, die gut Gitarre spielt und ganz gut singt. Lässt man die Songs etwas auf sich wirken, realisiert man recht bald, dass da ein bereits weit entwickeltes Songwriting dahinter steckt. Dem kommt zu Gute, dass mit Jim Gaines ein alter Hase mit Gespür und Gehör an den Reglern saß. Und wider Erwarten legt es Ally Venable gar nicht so groß darauf an, ihr gitarristisches Können in den Vordergrund zu stellen.

 

So birgt der eröffenente Titelsong zwar ein prägnantes Riff und ein schönes Wah-Wah-Solo, aber der Fokus liegt offensichtlich auf Gesang und Groove. Und der kommt bereits sehr gut.

Played The Game beginnt mit einem LED ZEPPELIN-Gedächtnis-Slide-Riff, sattelt dann aber schnell auf Delta-Blues um und demonstriert, wie gereift und sehr selbstbewusst Allys Gesang mittlerweile ist. Erinnert mich an die wundervolle Samantha Fish, auch wegen dem puristischen Sound bei diesem Titel. Und das Vaudeville-Intro beim anschließenden Hateful Blues würde auch im Repertoire von Samantha gut passen. Sollte man ruhig etwas lauter hören, dann kommt dieser Blues richtig schön heavy.

 

Womit perfekt auf den ersten Höhepunkt des Albums vorbereitet wurde: Road To Nowhere wurde nicht nur mit Devon Allman zusammen geschrieben, sondern dieser spielt auch Lead-Gitarre und singt im Background in einem Song, der sich mit seinem Refrain im Ohr festsetzt, der sehr dynamisch arrangiert ist und auch von Devons fetzigem Solo profitiert. Aber es ist die Melodie des Refrains, die sich Kopf festsetzt und diesen so schnell nicht wieder verlässt. Wirklich tolle Nummer.

 

Bring On The Pain hat mit Kenny Wayne Shepherd den nächsten Gaststar parat. Das beginnt zunächst sehr Standard-Blues-mäßig, entwickelt sich aber im Verlauf zu einer hervorrangenden, melancholischen Ballade. Gebt diesem soulhaltigen Song mal die Reife und die große Besetzung der TEDESCHI TRUCKS BAND, und das Teil hebt so richtig ab. Zweifellos ein weiteres Highlight auf dieser Scheibe. Da ist selbst Kenny Wayne Shepherd nur noch die Sahne auf dem Kuchen.

 

Deutlich härter geht’s bei Hard Change zu. Das hat schon direkt Heavey-Charaker, und so geht’s hier nicht so sehr um die Feinheiten, sondern mehr um die Power und liefern alle Beteiligten nicht zu knapp. Und auch Do It In Heels scheint mit den Beweis antreten zu wollen, dass man durchaus straight rocken kann.Wobei der Song leicht funky rüberkommt und ein bisschen an AEROSMITH' Walk This Way erinnert.

 

Bill Withers Use Me gefällt mir in Mick Jaggers Version auf seinem “Wandering Spirit“-Album so gut, dass jeder andere Versuch da kaum eine Chance hat. So sage ich mal, Ally schlägt sich hier achtbar, aber letztlich klingt mir das ein bisschen zu “leer“. Kommt live womöglich besser.

Ein Tribute To SRV kann sich Ally Venable auch hier nicht verkneifen und warum auch nicht? Der gleichnamige Song beginnt mit ein paar Fingerübungen auf der Gitarre, leicht sphärisch, steigert sich in seinen fast neun Minuten immer mal wieder und fetzt gegen Ende tatsächlich SRV-mäßig ab. Wer's mit Texas nicht so hat, dem ist die InstrumentalNummer vielleicht etwas langatmig, aber Gitarristen haben sicher ihre Freude.

 

Und ich hab auf jeden Fall meine Freude mit dem Album. Auch wenn nicht jeder Titel in meinen persönlichen Olymp aufsteigt, so sind hier doch ein paar richtig Klasse-Songs drauf, die ebenso klasse klingen und gespielt sind. Da liefert das funkige What Do You Want From Me den passenden Schluss und Ally verdeutlicht hier nochmal, was sie an der Gitarre drauf hat.

Eine erfreuliche Steigerung ist zu verzeichnen und es wird deutlich, dass hier eine junge Künstlerin ihren Weg machen wird, sodass wir uns an diesem Album ebenso erfreuen dürfen, wie sicher auch an den kommenden. Und hoffentlich auch bald wieder auf Bühnen in unseren Breiten.

 

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