Almost Famous

Almost Famous

( English translation by Google Translation by Google )

Film-Review

Reviewdatum: 18.10.2001
Jahr: 2001

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Redakteur(e):

Joachim Domrath


Almost Famous
Almost Famous, Columbia Tristar, 2001
Billy Crudup Russel Hammond
Patrick Fugit William Miller
Kate Hudson Penny Lane
Jason Lee Jeff Bebe
Frances McDormand Elaine Miller
Regie & Drehbuch: Cameron Crowe Medium: DVD / Video
Kamera: John Toll

Gute Musikfilme gibt es leider nicht wie Sand am Meer.
Sieht man von den peinlichen C-Movies der SpiceGirls oder Mariah Carey ab, bleibt fast nichts.
So ist es beinahe zwei Jahre her, das DETROIT ROCK CITY und STILL CRAZY in diesem Genre überzeugen konnten, wobei Ersterer eigentlich mehr eine Komödie ist.
Cameron Crowe (Jerry MacGuire) beschert uns mit ALMOUS FAMOUS, nach langer Durststrecke, wieder einen richtigen Musikfilm.

ALMOST FAMOUS handelt vom Tour- und Businessleben der fiktiven Band STILLWATER in den frühen Siebzigern. Lange Haare und Marihuana waren in. Das gute alte VINYL hatte seine Glanzzeit. An allen Ecken schossen junge begabte Bands und Musiker aus dem Boden. Es gab die großen Festivals im Sog von Woodstock.

William Miller, so der Held unseres Films, ist ein Knabe von knappen 15 und möchte unbedingt Musikjournalist werden.
Unerwartet erhält er die Chance seines Lebens vom Rolling Stone Magazine. Er soll einen Artikel über eben jene Band STILLWATER verfassen.
So begleitet er die Musiker während ihrer Tour auf Schritt und Tritt. Tagsüber im Bus und Nachts in den Hallen bzw. Hotels. Das soll sein Leben für die nächsten Wochen werden.

Während dieser „hautnahen“ Zeit entsteht zwischen Schreiberling William, dem Gitarristen der Band Russel Hammond und dem süssen und naiven Groupie Penny Lane, eine tiefe Freundschaft.
Cameron Crowe, der für das Drehbuch einen Oscar erhielt, erzählt das alles sehr gefühlvoll und immer mit einem Augenzwinkern.

Billy Crudup (Sleepers, Hi-Lo Country u.a.) ist die ideale Besetzung des Stillwater-Gitarristen, der sich als heimlicher Chef der Band fühlt und von Soloplänen hin- und hergerissen wird.
Goldie Hawns Tochter Kate Hudson spielt die gutgläubige Penny mit einer gesunden Mischung aus laut vorgespielten Selbstbewußtsein und zarter innerer Verletztheit.
Und zwischen all dem Musiker-Chaos behauptet sich Nachwuchsschauspieler Patrick Fugit als Journalist von Rolling Stones Gnaden.

ALMOST FAMOUS hat Momente großer Gefühle. Zum Beispiel die Szene, als Band und Roadies im Tourbus gemeinsam Elton Johns Klassiker Tiny Dancer anstimmen.
Oder als Ronnie während eines Live Acts einen Stromschlag durch ein defektes Mikro erhält und ein kontrolliertes Chaos ausbricht.
Unvermeidlich weckt diese Szene Erinnerungen an Keith Relfs tragisches Ende.

Humorvolle Augenblicke hält ALMOST FAMOUS auch parat.
Amüsant wird es, als William vom charmanten Groupietrio entjungfert wird, oder das komplette Tour-Team, im vom Sturm geschüttelten Flugzeug den Tod vor Augen, ihre Beichten ablegt.
Einzig Frances McDormand nervt etwas als übermoralisierte Mutter von William.

Der gelungene Soundtrack mit Bands wie Yes, Allman Brothers, Led Zeppelin, Lynyrd Skynyrd, Who usw. liefert den stimmungsvollen musikalischen Background.

ALMOST FAMOUS ist ein gefühlvoller und amüsanter Trip durch die Welt der Rockmusik in den wilden Siebzigern, als die Musiker noch den Sound prägten und nicht irgendein geschniegelter Schmalzhaar-Yuppie der Major Labels.
Kameramann John Toll (Der schmale Grat, Legenden der Leidenschaft) liefert dazu die ausdrucksstarken Bildkompositionen.

Ich kann jedem Filmfan nur raten, Finger weg von der VHS Kassette und gleich die vorzüglich aufgemachte DVD kaufen.
Die Doppel-DVD enthält die knapp 120-minütige deutsche Kinofassung und auf der anderen DVD das 154-minütige amerikanische Original mit deutschen Untertiteln.
Es wurden dem deutschen Kinofan also über 30 Minuten Film vorenthalten. Ein Kommentar erübrigt sich hierzu.

Als weiteres DVD-Schmankerl gibt es die Live Konzerte von Stillwater als 20-minütiges Special. Musik pur, die im Film leider rigoros beschnitten wurde.

Bild: Hervorragend. Ausgezeichnete Detailschärfe.
Ton (Dolby 5.1): Ausgezeichnet. Sehr gute räumliche Auflösung. Sauberer, ausgewogener Klang.
Ton (DTS 5.1): Ausgezeichnet. Etwas feinsinniger als die Dolby Fassung.
Bonus DVD 1: Deutsche Kinofassung/Produktionsnotizen, Trailer/entfallene Szenen/Filmografien usw.
Bonus DVD 2: Film-Langfassung mit deutschen Untertiteln, Regiekommentar/Konzertmitschnitte, Interview mit Lester Bangs.
Technische Information: Regionalcode 2/Zweischichtige DVD 9

Joachim Domrath, 18.10.2001

 

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