Amanda Shires

Take It Like A Man

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 04.08.2022
Jahr: 2022
Stil: Americana
Spiellänge: 36:54
Produzent: Lawrence Rothman

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Plattenfirma: ATO Records

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Holger Müller


s. weitere Künstler zum Review:

Jason Isbell

Mavis Staples

Titel
01. Hawk For The Dove
02. Take It Like A Man
03. Empty Cups
04. Don’t Be Alarmed
05. Fault Lines
 
06. Here He Comes
07. Bad Behavior
08. Stupid Love
09. Lonely At Night
10. Everything Has Its Time
Musiker Instrument
Amanda Shires Vocals, Violin
Jason Isbell Guitars
Brittney Spencer Harmony Vocals
Maren Morris Harmony Vocals
Jimbo Hart Bass
Peter Levin Drums, Organ, Piano
Austin Hoke Cello
Fred Eltringham Drums
Peter Stroud Guitar
Kirk Smothers Saxophone
Marc Franklin Trumpet
Kameron Whalum Trombone
Lawrence Rothman Guitar, Percussion

Amanda Shires könnte es sich einfach machen; ihren Gatten Jason Isbell um ein paar neue Songs bitten, ihre Fiddle auspacken und die Begleitband 400 Unit ins Studio rufen – fertig wäre ein überdurchschnittliches Alt. Country-Album. Aber zum Glück versteht sich die Texanerin seit jeher nicht als Anhängsel ihres berühmteren Mannes, sondern als experimentierfreudige, eigensinnige Musikerin. Während Isbell seinen Ruf als der vielleicht beste Roots-Musiker Amerikas zementiert, wagt Amanda Shires sich gerne abseits dieser vertrauten Pfade, baut Drum-Loops und Elektronik in ihre – durchaus Heartland-geprägte – Stücke, verzerrt die Stimme oder traut sich an eine Melodie, die aus dem Great American Songbook der 50er-Jahre stammen könnte.

Gemein ist dem Ehepaar Shires/Isbell allerdings, dass sie in ihren Lyrics keine Hemmungen vor der Offenlegung ihrer Gefühle und Geheimnisse haben. Während Isbell seine frühere Alkoholsucht und seine Versagensangst immer wieder thematisiert, rechnet Shires auf ihrem siebten Solo-Werk „Take It Like A Man“ anders mit sich selbst und ihrer Umgebung ab. „The result is a song cycle of ruthlessly candid tunes written as a document about her life as a woman, a wife (to husband Jason Isbell) and a mother during a tumultuous time“, schreibt die Plattenfirma. Und damit trifft der PR-Text durchaus einmal ins Schwarze. Man lasse sich nicht täuschen etwa von der niedlichen Spieluhr-Melodie am Anfang von Empty Cups: So schonungslos hat schon lange niemand mehr das Zusammenleben hinterfragt und in eine bittersüße Weise gepackt.

Zum Glück ist „Take It Like A Man“ dann doch kein „break-up“-Album geworden, sondern ein ganz starkes Frauen-Power-Statement. (Covid)Krisen sind dazu da, an ihnen zu wachsen, nicht daran zu zerbrechen. Don’t Be Alarmed ist so ein Song, der auch gut zu Shires All-Female-Band-Projekt THE HIGHWOMEN gepasst hätte. Aufgeben ist nicht, bleib gefälligst aufrecht stehen, „I’m losing my balance, I’m not losing my mind.“ Und wer glaubt, dass öffentliche Selbstzweifel ein Zeichen von Schwäche sind, sollte sich vor Shires Klauen in Acht nehmen: „I’m coming at you like a hawk for a dove“.

Musikalisch trampt die vielseitige Künstlerin hier immer wieder zwischen den Südstaaten und New York hin und her; saugt die Schwüle des Bible Belts ebenso ein wie die flirrende Großstadtnacht. Einer der schönsten „slow songs“ des Albums, Fault Lines, klingt, als hätte Shires sich mit Florence Welch zu einem einsamen Spaziergang durch eine Regennacht verabredet. Stupid Love dagegen ist Memphis-Soul mit modernem Anstrich – man würde sich nur noch Mavis Staples als Co-Sängerin wünschen.

Aber der zentrale Song des Albums ist natürlich der Titeltrack. Take It Like A Man ist ein Statement, eine Warnung und ein Eingeständnis zugleich: „I know the cost of flight is landing“. Und selbstverständlich braucht ein solcher groß angelegter Song auch die entsprechend ausufernden Gitarren, einen Streicherreigen, eine himmelwärts strebende Stimme und eine Frau, die sich dazu selbstbewusst im Leder-Look mit all ihren Tattoos auf dem Cover zeigt. Take It Like A Man? Vielleicht. Aber am Schluss des Songs singt sie dann doch viel passender: „Take It Like A-Man-Da“…  

 

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