Angeline

Confessions


CD-Review

Reviewdatum: 01.07.2010
Jahr: 2010
Stil: Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Angeline
Confessions, Avenue Of Allies, 2010
Jocke NilssonGesang & Gitarre
Janne ArkegrenGitarre
Uffe NilssonBass
Tobbe JonssonSchlagzeug
Produziert von: Jocke Nilsson Länge: 49 Min 46 Sek Medium: CD
01. Pray!07. Love & Affection
02. Another Night (Without You)08. Rock Of Ages
03. Fuel To Your Fire09. Part Of Evolution
04. Confessions10. Miracles
05. Blackout11. Someday Somehow
06. Good Is Getting Better12. Running On Empty

Binsenweisheit Nummer 1: Das Musikbusiness ist einfach ungerecht. Denn während Retortenbands und wie sie alle heißen mögen mit generischem Pop-Rock und vor allem ihrem „süßen“ Aussehen die Charts stürmen, müssen echte Bands mit mehr Talent und Substanz ums Überleben (sprich: den nächsten Plattenvertrag) kämpfen und bleiben auch sonst nicht von Schicksalsschlägen verschont. Zu diesen gehören auch die Schweden von ANGELINE, die bereits seit 1987 Musik machen, aber nie wirklichen Erfolg genießen konnten. Und umso härter getroffen wurde, als 1995 der damalige Frontmann Jörgen Sigvardsson verstarb.

Binsenweisheit Nummer 2: Was uns nicht umbringt, macht uns härter. Auf kaum eine andere Gruppe trifft dies so zu, wie auf diese. Die Jungs um Sänger und Gitarrist Jocke Nilsson hätten jeden Grund gehabt, aufzugeben. Kurzzeitig hatten sie sich sogar einmal aufgelöst. Aber weder der ausbleibende Erfolg noch der tragische Tod eines Band-Mitglieds brachte sie dazu, endgültig das Handtuch zu werfen. Wer hätte es also mehr verdient, endlich mal ein wenig Erfolg zu haben? Aber im Prinzip müsste diese Binsenweisheit hier lauten „macht uns besser“, denn “Confessions“ ist ein tolles Album geworden, das genau die richtige Balance zwischen Rock und Pop findet, sicherlich auch mal die Großen der Rockwelt zitiert aber nie imitiert. Und das Album ist voller wunderbarer Songs, die das Zeug dazu haben, „kleine Klassiker“ zu werden und an denen sich Rockfans immer wieder erfreuen können.

Binsenweisheit Nummer 3: Qualität setzt sich am Ende immer durch. Das muss sich erst noch zeigen, denn ANGELINE haben definitiv die Qualität, um sich als erstklassige Rock-Band mit Pop-Appeal durchzusetzen. Ihre Songs besitzen die Hooks, für die andere Bands einiges gäben, und auch den nötigen Drive, um nicht als belangloses Pop-Gedudel abgetan werden zu können. Hier blitzt immer wieder durch, dass diese Band ihr Handwerk über lange Jahre sowohl im Proberaum als auch auf der Bühne hart erarbeitet und perfektioniert hat. Das zeigt sich wohl beim Songwriting – hier wird gerne auf überflüssige Elemente verzichtet – als auch bei den individuellen Fähigkeiten, sprich: die Jungs beherrschen ihre Instrumente und können damit etwas anfangen. Zudem besticht das Album durch eine warme und satte Produktion, die hervorragend zum Rock von ANGELINE passt.

Binsenweisheit Nummer 4: Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Lob ist man machtlos. Und dieses Lob haben sich ANGELINE mit “Confessions“ redlich verdient. Seit INXS hat es kaum eine Band so gut verstanden, erdigen Rock mit ganz viel Pop-Flair zu vermischen und dabei trotzdem immer stimmig und ehrlich zu klingen. Von daher bleibt zu hoffen, dass ANGELINE endlich mal etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen und zumindest einen Teil des Erfolgs von den oben genannten Bands erfahren, damit sie uns noch lange erhalten bleiben.

Marc Langels, 29.06.2010

 

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