Annihilator

Schizo Deluxe


CD-Review

Reviewdatum: 04.11.2013
Jahr: 2013
Stil: Thrash Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Annihilator
Schizo Deluxe, UDR, 2013
Jeff WatersGitarre, Bass & Gesang
Dave PaddenGesang
Tony ChappelleSchlagzeug
Produziert von: Jeff Waters Länge: 53 Min 16 Sek Medium: CD
01. Maximum Satan07. Pride
02. Drive08. Too Far Gone
03. Warbird09. Clare
04. Plasma Zombies10. Something Witchy
05. Invite It11. Weapon X
06. Like Father, Like Gun

Der Neubeginn von ANNIHILATOR mit “All For You“ hatte der Band nicht nur positive Kritiken eingebracht. Die alten Fans vermissten immer noch die Rückbesinnung auf die Anfänge der Band, andere wünschten sich Sänger Joe Comeau zurück. Aber zum Glück ließen sich Band-Leader Jeff Waters und der neue Sänger/Gitarrist Dave Padden nicht von den zum Teil auch überzogenen Kritiken beirren und verfolgten ihren Weg konsequent weiter. Dies führte dann zu “Schizo Deluxe“, das bereits ein Jahr nach “All For You“ in den Geschäften stand.

Auch bei diesem Werk blieb sich Waters treu und ignorierte konsequent die von einigen Kritikern gewünschte und sehnlich herbei gesehnten Rückbesinnung auf “Alice In Hell“- oder “Never, Neverland“-Zeiten. Stattdessen galt wieder das Motto: erlaubt ist, was dem Künstler gefällt. Und das war erneut ein bunter Strauß aus Thrash und Power Metal Elementen. Einzig auf die Balladen verzichteten Waters und Padden dieses Mal komplett. Ansonsten aber bleibt es bei den gewohnten Riff-Gewittern, die einmal mehr zeigen, dass Waters einen scheinbar unerschöpflichen Vorrat an Ideen zur Verfügung hat, auf den er im Bedarfsfall zurückgreifen kann. Und auch die „verrückten“ Momente kommen einmal mehr zum greifen.

Dabei muss man schon konstatieren, dass “Schizo Deluxe“ nicht die Klasse des Vorgängers “All For You“ erreicht. Das liegt vor allen Dingen daran, dass die Gesangsmelodien nicht eingängig genug sind. Einzig die Gitarrenspuren halten das Interesse einigermaßen hoch. Das liegt eben an der oben schon angedeuteten überragenden Gabe von Waters, sich griffige Riffs und spektakuläre Soli auszudenken. Aber das reicht natürlich auf die Länge eines gesamten Albums gesehen nicht, um den Hörer konstant zu fesseln. Etwas fragwürdig erscheint in diesem Zusammenhang auch die Entscheidung der Plattenfirma, nicht die bereits vor einigen Jahren aufgelegte Version mit den Bonus-Tracks (Weapon X, I Am In Command, Annihilator, Second To None) wieder aufzulegen, sondern die Standard-CD. Sicherlich waren diese vier Demo-Varianten nicht wirklich essentiell und vom Sound her eher dürftig, aber sie stellten eben doch eine nette Dreingabe für die Fans dar und waren sicherlich ein Anreiz zum Kauf.

Es ist sicher eine richtige Entscheidung, anlässlich der Veröffentlichung von “Feast“ dieses Album ebenso wie "All For You" und "Double Live Annihilation" noch einmal aufzulegen, obwohl sie ja eigentlich nie wirklich „weg“ waren. Sie zeigen ANNIHILATOR an einem entscheidenden Punkt in der Band-Karriere – weg vom ständigen Besetzungswechseln hin zu einem Duo. Insbesondere der Vorgänger “All For You“ und mit kleinen Abstrichen auch “Schizo Deluxe“ legten nach einer langen, turbulenten und wenig stabilen Phase das Fundament, auf dem ANNIHILATOR wieder in ruhigeres Fahrwasser gerieten, auch mal etwas verrücktere Ideen ausleben konnten und damit auch dem „wahren Wesen“ der Band wieder einen Schritt näher kamen. Insofern waren sie eben sehr wichtig für die Geschichte der Band.

Marc Langels, 30.10.2013

 

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