Annihilator

Waking The Fury


CD-Review

Reviewdatum: 27.03.2002
Jahr: 2002

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Annihilator
Waking The Fury, SPV/Steamhammer, 2002
Jeff Waters Guitar
Joe Comeau Vocals
Russ Bergquist Bass
Randy Black Drums
Curran Murphy Guitar
Produziert von: Jeff Waters Länge: 58 Min 01 Sek Medium: CD
1. Ultra-Motion7. The Blackest Day
2. Torn8. Nothing To Me
3. My Precious Lunatic Asylum9. Fire Power
4. Striker10. Cold Blooded
5. Ritual11. Shallow Grave (live)
6. Prime Time Killing12. Nothing To Me (Radio edit)

Habt ihr mal wieder Lust auf so richtig geilen, schnörkellosen Heavy Metal?
Ohne Orchester, ohne Elektrospielereien, ohne Hip Hop und was weiß ich noch für Einflüsse?
Einfach die wahre, pure Lehre, ohne ein aufgesetztes albernes Kriegerimage?
Ach, ihr habt "Waking the fury" von ANNIHILATOR schon in der Sammlung und seit Tagen nicht mehr aus dem Player bekommen? Ja, dann will euch auch gar nicht länger aufhalten und ihr könnt euch den Rest des Reviews schenken, ohne deswegen ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Ansonsten ist es aber aller höchste Zeit schnellstens dafür zu sorgen, dass diese CD in eurem Player landet.

Ok, "Waking the fury" hat nicht ganz die Klasse des letztjährigen "Carnival diabolos", kommt ihm aber verdammt nahe. Wo der teuflische Karneval durch seinen Facetten- und Abwechslungsreichtum zu überzeugen wusste, da setzt das aktuelle Album der Kanadier kompromiss- und schnörkellose Härte, angereichert mit einem modernen Gitarrensound, dagegen.

"Waking the fury" ist eigentlich das Album, das man sich von SLAYER gewünscht hätte, wobei der Vergleich mit den Totschlägern natürlich nur bedingt, sprich in Punkto Härte und Intensität, zulässig ist. Ansonsten spielen die Kanadier vor allem was den technischen Anspruch betrifft in einer ganz anderen Liga.

Natürlich habe ich wie auf jedem ANNIHILATOR-Album seit dem beeindruckenden "Alice in hell"-Debüt aus dem Jahre 1989 nach einem adäquaten Nachfolger für den Killertrack Alyson hell Ausschau gehalten und bin, wie es zu erwarten war, auch auf "Waking the fury" leider nicht fündig geworden.
Das lässt sich jedoch verschmerzen, da Jeff Waters mit Nothing to me wieder einmal seiner heimlichen Liebe AC/DC Tribut zollt. Die Nummer gibt es als Bonus gleich noch einmal als 'Radio edit' und wenn man schon dabei ist Angus & Co. eine Lehrstunde zu erteilen, gibt es auch noch für alle, die es bisher verbummelt haben, Shallow grave von "Carnival diabolos" in einer Liveversion.
Die eisernen Jungfrauen kriegen mit den zweistimmigen Gitarrenleads von My precious lunatic asylum und Striker auch noch heftig ihr Fett ab.

Trotz der unüberhörbaren Verweise auf andere Heavy Metal-Größen ist "Waking the fury" keinesfalls ein billiges Plagiat.
Diese Scheibe ist vor allem ein modernes, energiegeladenes Album auf dem von Jeff Waters und seinen Mitstreitern gewohnt hohen technischen Niveau. Melodie und Härte treffen sich im Spannungsfeld von traditionellem Heavy Metal und Thrash. Eine CD, die verdammt viel Spaß macht und keinen qualitätsbewussten Headbanger kalt lassen dürfte.

Martin Schneider, 27.03.2002

 

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