Antichrisis

Perfume


CD-Review

Reviewdatum: 07.01.2002
Jahr: 2001

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Antichrisis
Perfume, Napalm Records, 2001
Dragonfly Vocals, Keyboards, Percussions
Sid Vocals, Keyboards, Bass, Guitars
Alexander "Näx" May Uillean Pipes, Low-, Tin- & Wood-Whistles
Gäste
Jens "Gnu" Bachmann Guitars
Tilo "Waran" Rockstroh Keyboards, Drum-Loops
Kugator Drums
Produzent: Jens Bachmann & Sid Länge: 66 Min 43 Sek Medium: CD
1. Hole In My Head6. Gates Of Paradise
2. Carry Me Down7. Something Inside
3. We Are The Witches8. Dragonflies
4. Wasteland9. Goodbye To Jane
5. Like The Stars10. Whole Lotta Love

ANTICHRISIS gehören für mich zu den spannendsten und beeindruckendsten Bands der letzten Jahre. Zugegeben, mit ihrem Debut "Cantara anachoreta" hatte ich bis vor kurzem so meine Schwierigkeiten, aber schon ihr zweites Epos "A legacy of love" verdiente sich auf Anhieb einen Platz in meiner persönlichen Ruhmeshalle für außergewöhnliche musikalische Leistungen.

"Perfume", der abschließende Teil ihrer Liebes-Trilogie, wartet mit einer weiteren Steigerung auf und stellt das bisher reifeste Werk der Band dar.
War der Vorgänger "A legacy of love" eher ein verträumtes Album, mit etwas melancholischer bis düsterer Grundstimmung, so ist "Perfume" ein Album, das wirkt, als seien ANTICHRISIS aus einem langen Traum erwacht und sprudeln nun vor Energie und Lebensfreude schier über.
"Perfume" ist deutlich härter und rockiger ausgefallen. Die Gitarren packen agressiver zu, doch es sind vor allem die oftmals hypnotischen Rhythmen, die den Hörer aufrütteln und in eine mystische Welt entführen.

Mehr Rock, ohne dabei den schwarzmetallischen Touch des Debuts wiederzubeleben, aber aber auch deutlich mehr traditionelle keltische Folklore.
In viele der Stücke wurden altbekannte irische Melodien integriert, dezent und unaufdringlich, aber doch stets so gegenwärtig, dass sie schon wieder typisch für den aktuellen Sound der Band werden.
Der Gesangsanteil von Kreativzentrum Sid ist auch deutlich größer ausgefallen als auf dem vorangegangenen Album, setzt interessante Kontraste zu Sängerin Dragonfly und erhöht die Vielseitigkeit der Band damit weiter.

Für traditionsbehaftete Rockfans empfiehlt sich zum Einstieg die absolut stimmig ins Gesamtkonzept passende, überaus gelungene Coverversion von LED ZEPPELINs Whole lotta love an, die sich deutlich vom Original unterscheidet, aber sicher auch bei den experimentierfreudigen Herren Page und Plant ungeteilte Zustimmung finden würde.
Die eigentlichen Highlights sind aber grandiose Eigenschöpfungen wie We are the witches, Gates of paradise oder die Neufassung von Goodbye to Jane.

Auch wenn "Perfume" völlig anders ist als alle bisherigen Veröffentlichungen, bewahren ANTICHRISIS ihre eigentliche Stärken und bieten dem Hörer außergewöhnliche Musik voller Gefühl, Mystik und Magie, mit erhabenen Melodien, die die Seele berühren. Ganz große Klasse!

Martin Schneider , 07.01.2002

 

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