Arena

The Unquiet Sky


CD-Review

Reviewdatum: 24.05.2015
Jahr: 2015
Stil: Progressive Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Arena
The Unquiet Sky, Eigenvertrieb, 2015
Paul ManziGesang
John MitchellGitarre
Kylan AmosBass
Clive NolanKeyboards
Mick PointerSchlagzeug
Produziert von: Simon Hanhart & Arena Länge: 55 Min 32 Sek Medium: CD
01. The Demon Strikes07. The Unquiet Sky
02. How Did It Come To This?08. What Happened Before
03. The Bishop Of Lufford09. Time Runs Out
04. Oblivious To The Night10. Returning The Curse
05. No Chance Encounter11. Unexpected Dawn
06. Markings On A Parchment12. Traveller Beware

Ich muss es gestehen: nach der Veröffentlichung von “Seventh Degree Of Separation“ vor vier Jahren hatte ich innerlich bereits mit ARENA zu einem gewissen Grad abgeschlossen. Immer mehr verblasste die Erinnerung an die früheren Großtaten dieser phantastischen - und leider vollkommen unterbewerteten – Band. An Alben für die einsame Insel wie “The Visitor“ von 1998, das Milleniums-Werk “Immortal?“ oder den 2003er Nachfolger “Contagion“. Aber die jüngste Großtat der Band, “Pepper’s Ghost“, stammte eben dann auch schon aus dem Jahr 2005. Hinzu kam der Wechsel auf der oftmals kritischen Sängerposition. Allerdings taten ARENA da mit Paul Manzi einen echten Glücksgriff, der seinem Vorgänger Rob Sowden in nichts nachsteht.

Nun liegt also “The Unquiet Sky“ vor und mit großer Erleichterung darf ich feststellen, dass es sich in die oben bereits angeführte Reihe der großartigen Alben der Band einreiht. Die Songs zeichnen sich nicht nur durch eingängige Melodien aus, die immer wieder zum Hören der einzelnen Songs einladen. Vielmehr haben die Stücke hier wieder auch mehr von dieser packenden und süchtig machenden Atmosphäre, die das Besondere an ARENA ist. Hier wirkt die Musik nicht wie ein Versuch, komplizierte Aufgaben zu lösen, sondern vielmehr erwecken die Klänge Bilder vor dem inneren Auge des Hörers und erinnern eher an Film-Musik, die eine elementare Ebene der Film-Geschichte ist. Klanglich darf man sich das Ganze dann, wie in der Vergangenheit, als Kombination von frühen MARILLION und THRESHOLD vorstellen.

Auf der konzeptionellen Ebene hat sich Haupt-Songwriter Clive Nolan (der ja auch bei PENDRAGON aktiv ist) wieder einmal an ein inhaltlich zusammenhängendes Werk herangewagt. Lose basierend auf der Kurzgeschichte “Casting The Runes“ von MR James geht es um einen Fluch, der den Befallenen tötet, sollte dieser den Fluch nicht binnen 30 Tagen auf jemand anderen übertragen können. Aus diesem Grund-Dilemma und beeinflusst von dem Film “Night Of The Demon“ von 1957 entwickelt Nolan einige recht philosophische Texte, die über das Dasein und die grundlegenden Werte des Lebens sinnieren. Aber klar ist auch, dass entsprechend die Musik überwiegend eine etwas bedrohliche Atmosphäre, dabei aber immer wieder auch sporadische Momente der Zuversicht verbreitet. Manzi liefert dabei eine rundum überzeugende Leistung, die dem Material mehr als gerecht wird.

ARENA melden sich mit einem phantastischen Album zurück, das alle Stärken der Band bündelt. Die Briten entwerfen hier wieder große Musik-Gemälde, bei denen es viel zu entdecken gibt und die dennoch auf Grund ihrer bestechenden Melodien auch einfach mal nebenbei gehört werden können. An mancher Stelle mag das Album etwas schroffer als in der Vergangenheit ausgefallen sein, aber das sind nur kurze Ausflüge, ansonsten bekommt man das Gewohnte von ARENA geboten: „einfach nur“ großartigen Prog-Rock. Noch einmal werde ich den Fehler auf jeden Fall nicht machen, diese Band so schnell aus meinem musikalischen Gedächtnis verschwinden zu lassen.

Marc Langels, 20.05.2015

 

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