Arkan

Kelem


CD-Review

Reviewdatum: 27.12.2016
Jahr: 2016
Stil: Modern Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Arkan
Kelem, Overpowered Records, 2016
Samir RemilaBass
Foued MoukidSchlagzeug
Manuel MunozGesang
Florent JannierGitarre & Gesang
Mus El KamalGitarre
Produziert von: François Maxime Boutault Länge: 51 Min 01 Sek Medium: CD
01. Kafir07. Just A Lie
02. Nour08. Beyond The Wall
03. The Call09. Kelem
04. Cub Of The Caliphate10. Capital City Burns
05. Erhal11. As A Slave
06. Eib12. Jasmine Harvest

Im Mai 2005 taten sich in Paris fünf junge Musiker zusammen. Ihr Ziel: den Heavy Metal mit musikalischen Elementen aus dem Nahen Osten zu verknüpfen. Das war die Geburtsstunde von ARKAN. Ihr erstes Werk, “Burning Flesh“, war eine 20-minütige Death Metal-Dampfwalze, die neben den arabischen Einflüssen auch zeigte, wie stark der so genannte Göteborg-Sound und eine Band wie IN FLAMES auf ARKAN abgefärbt hatte. Aber mittlerweile haben die Franzosen ihren Stil verfeinert, mehr moderne Metal-Elemente haben Einzug gefunden in den Sound.

Diese Entwicklung hält auch auf ihrer aktuellen – der mittlerweile fünften – Veröffentlichung an. “Kelem“ verbindet alle Qualitäten, die ARKAN bisher schon gezeigt haben: kompromisslose Härte in manchen Riffs und Growls sowie begeisternde Melodien zwischen Orient und Okzident. Wobei ich das Gefühl habe, dass ARKAN hier – etwa im Vergleich zum Vor-Vorgänger “Salam“ – die orientalischen Momente stärker zurückgefahren haben. Das finde ich persönlich schade, weil es doch ein spezielles Merkmal der Band war, das sie mit nur wenigen anderen Gruppen wie etwa MYRATH oder ORPHANED LAND gemeinsam hatten. Das ist etwas, was sie definitiv rückgängig machen sollten.

Erneut großartig sind dabei wieder einmal die Texte ausgefallen, die sich natürlich unter anderem auch mit der Lebensrealität der Musiker, die ja zum Teil auch Muslime sind, auseinandersetzt. Dabei wird eben auch mal eine andere Perspektive eingenommen – zum Beispiel die der besorgten Eltern, deren Kind sich dem Terror zugewandt hat (in Cub Of The Caliphate) oder die der Flüchtlinge und deren Zweifel und Ängste bevor sie ein Boot besteigen, das sie nach Europa bringen soll (in Just A Lie). Das Album ist dann auch allen Opfern des Terrors gewidmet. Die Produktion der Scheibe ist ebenso hervorragend und unterstreicht nur die Klasse der Band und der Kompositionen.

ARKAN haben mit “Kelem“ wieder eine sehr ausgereifte und rundum gelungene Scheibe vorgelegt. Allerdings scheint es mir fast so, als würde die Band hier bewusst ihre eigene Identität ausblenden und ein wenig zu sehr auf den internationalen Markt schauen. Denn es waren ja gerade die eigesetzten arabischen Instrumente, die den Sound der Band im Zusammenspiel mit den heftig verzerrten Gitarren so speziell und damit auch wiedererkennbar gemacht haben. Natürlich sind diese Elemente in Songs wie etwa The Call weiterhin enthalten – dies aber deutlich reduzierter als früher. Für diejenigen, die die Band bisher noch nicht kannten, mag das der genau richtige Weg sein, denn so können sie sich langsam daran gewöhnen. Aber es beraubt die Band eben ein Stück weit ihres Charakters. Hoffentlich korrigieren sie das auf der nächsten Scheibe dann wieder.

Marc Langels, 26.12.2016

 

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