Armored Dawn

Power Of Warrior


CD-Review

Reviewdatum: 11.01.2017
Jahr: 2016
Stil: Power Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Armored Dawn
Power Of Warrior, Eigenveröffentlichung, 2016
Eduardo ParrasGesang
Fernando GiovannettiBass
Timo KaarkoskiGitarre
Tiage De MouraGitarre
Rodrigo OliveiraSchlagzeug
Produziert von: Tommy Hansen Länge: 50 Min 40 Sek Medium: CD
01. Viking Soul06. Far Away
02. Too Blind To See07. Mad Train
03. Prison08. Glances In The Dark
04. My Heart09. King
05. Power Of Warrior10. Someone

Seit 2011 existiert die brasilianische Band ARMORED DAWN um den singenden Doktor Eduardo Parras. Musikalisch steht die Band für Power Metal mit einer leichten Schlagseite ins epische hinein. Nach fünf Jahren und einer EP legt das Quintett nun die erste, selbstfinanzierte und –veröffentlichte CD vor. Allerdings konnten sie dafür einen recht renommierten Produzenten gewinnen: Tommy Hansen, der ja in der Vergangenheit schon unter anderem Werke von HELLOWEEN oder DRAGONFORCE betreute – also von der klangtechnischen Seite ist hier alles auf internationalem Top-Niveau.

Dasselbe kann man leider nicht von der Musik sagen – was jetzt nicht heißen soll, dass sie schlecht ist, sondern eher sehr durchschnittlich und wenig mitreißend. Die Songs klingen in ihren besseren Momenten, wie etwa beim Opener Viking Soul ein wenig an Bands wie etwa STRATOVARIUS. Hingegen sind etwa Power Of Warrior oder King eher an MANOWAR orientiert und werden vereinzelt mit einer Prise DEEP PURPLE oder RAINBOW verfeinert. Wie gesagt, das klingt dann nicht wirklich schlecht, wurde aber von anderen Bands auch schon deutlich schwungvoller und überzeugenden präsentiert.

Zumal sich ARMORED DAWN dann an anderer Stelle auf “Power Of Warrior“ definitiv etwas zu tief in der Klischee-Kiste der Metal-Geschichte bedienen - wie etwa bei der Gesangs-Melodie von Too Blind To See, das wäre dann vermutlich sogar einer Band wie MANOWAR peinlich. Und auch bei My Heart überzieht Parras seine Performance mit deutlich zu viel Pathos. Und Stücke wie Mad Train oder die Pop-Rock-Nummer Glances In The Dark sind auch eher nichtssagend. Dass die Band das weitaus besser drauf hat, beweisen sie aber etwa in den Stücken Prison, Far Away und bei Someone.

ARMORED DAWN werden es vermutlich schwer haben, mit “Power Of Warrior“ in der Szene bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Da muss schon deutlich mehr kommen als diese überwiegend gerade mal durchschnittlichen Songs, die aber allesamt tadellos gezockt werden. Und auch Parras sollte das Pathos in der Stimme zugunsten von Gefühl und Emotion eintauschen, dann würde das Ganze vielleicht auch überzeugende wirken. Aber so bleibt es bei der alten Weisheit: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Oder in diesem Fall dann halt: Doktor, bleib bei deinen Patienten.

Marc Langels, 10.01.2017

 

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