Arti And Mestieri

First Live In Japan

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 27.09.2007
Jahr: 2007

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Redakteur(e):

Jürgen Gallitz-Duckar


First Live In Japan, MoonJune Records, 2007
Beppe Crovella Hammond Organ, Mellotron, Fender Rhodes, Synthesizers, Piano
Furio Chirico Drums, Percussion
Roberto Cassetta Bass, Backing Vocals
Marco Roagna Electric & Acoustic Guitar
Alfredo Ponissi Soprano/Tenor/Bariton-Sax, Clarinet, Flute
Lautaro Acosta Violin
Iano Nicoló Lead Vocals, Percussion
Produziert von: Electromantic Music Länge: 75 Min 30 Sek Medium: CD
1. Gravitá 9,8110. Nove Lune Dopo
2. Strips11. Aria Pesante
3. Corrosione12. Dimensione Terra
4. Positivo/Negativo13. Kawasaki
5. In Cammino14. Glory
6. Valzer Per Domani15. Marilyn
7. Mirafiori16. Arcensiel
8. Nove Lune Prima17. Alba Mediterranea
9. Mescali/Mescalero18. 2000

Etwas in die Jahre gekommen bin ich, Unmengen von Musik dabei gehört und das Gefühl so ziemlich 95 Prozent aller Bandnamen schon mal wenigstens gelesen zu haben. Und dann flattert mir sowas hier auf den Tisch: ARTI & MESTIERI. Eine italienische Kult-Band, die schon Mitte der 70er ihre Alben, die den Kult-Status begründeten, aufgenommen haben ("Tilt", 1974, "Giro di valzer per domani", 1975). Nie gehört davon. Mein erster Gedanke war dann auch, das müssen zwei Herren sein (ein Italienisch-Kurs wär doch mal nicht schlecht gewesen), also so ein Italo-Duo wie Al Bano & Romina Power (gut, die war doch dann weiblich) oder etwas in der Art.
Aber Moment - MoonJune Records heißt das Label? Da klingelts... Moon In June! Das wunderschöne 20-Minuten-Stück von SOFT MACHINEs noch wunderschönerer dritten Scheibe. Mit so einem Namen schließ ich das Label gleich mal in mein Herz.

Und tatsächlich lieg ich richtig mit der Vermutung des Konzepts hinter dem Labelnamen. Die 7-köpfige Formation erfreut mich schon nach den ersten Takten des Einstiegs in Gravitá 9,81 mit Jazz-Rock. Eine kurze Unisono-Passage des Drummers Chirico gepaart mit der Violine von Acosta. Jaaaaa! My kinda stuff. Dieser quirlig treibende, trommelnde, sprudelnde Herr Chirico scheint auch ganz deutlich ein sehr großes Vorbild zu haben: Billy Cobham lugt an allen Ecken und Enden hervor. Und dazu die erwähnte Violine, na dämmert's? Das MAHAVISHNU ORCHESTRA, die größte aller Jazz-Rock Bands der 70er schaut hier vorbei.
ARTI & MESTIERI kopieren aber nicht einfach deren Stil. Das ist zwar deutlich von McLaughlins großer Band inspiriert - Gitarrist Roagna hat auch einige ordentlich furiose Läufe drauf - aber doch absolut eigen. Denn die sieben Italiener haben ebenso ein Faible für Mellotron-Teppiche, wie man sie z.B. von KING CRIMSON kennt, und das macht die Musik natürlich gleich wieder weicher als das wilde Vorbild.
Das ist geil - das ist einfach sehr gute und sehr spannende Musik. Die so oft im Prog vorzufindende Leidenschaftslosigkeit wird locker von jammenden Jazzrockpassagen hinweggefegt. Und wenn die Spielfreude überzuborden droht, kehren sie einfach diszipliniert zu ihren schön um die Ecke komponierten Songs zurück und scheuen dabei auch nicht zum Entspannen geeignete balladeske Teile. Große Kunst (Arti) und perfektes Handwerk (Mestieri)!

Das Material des 2005 in Tokio aufgenommenen Albums enthält die Suiten der beiden Kult-Alben - meist ineinander übergehend gespielt (Stücke 1-4 "Tilt"-Suite, Stücke 6-12 "Giro di valzer per domani"-Suite) - sowie einige neuere Songs.
Da der keine so tragende Rolle spielende Gesang mir ebenso sympathisch ist wie die clevere und energetische Musik, muß ich für diese tolle Jazz-Rock-Scheibe ganz dringend eine dicke Empfehlung aussprechen. Dürfte auch ein Schmankerl für die Freunde von FROGG CAFE sein, die ja auch zwischen Prog- und Jazz-Rock pendeln. Auch Jam-Rocker, welche die jazzige Seite ihrer Musik mögen, könnten mal ein Ohr riskieren.
Mehr von diesen Turinern, bitte!

Jürgen Gallitz-Duckar, 27.09.2007

 

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