Joe Bonamassa

Aschaffenburg, Colos-Saal, 01.09.2006

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Konzertbericht

Reviewdatum: 01.09.2006

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Redakteur(e):

Michael Koenig


Aschaffenburg, Colos-Saal, 01.09.2006

Es ist wieder Premierenzeit im Colos-Saal. Joe Bonamassa spielt zum ersten Mal hier. Vorschusslorbeeren und Superlative, mit denen der junge Mann von allen nur erdenklichen Gitarrenlegenden wie z.B. B.B. King bedacht worden ist, machen neugierig. Ich bin gespannt, ob er die hohen Erwartungen erfüllen kann, denn bei Club-Konzerten, wie heute Abend, zeigt sich, was ein Musiker draufhat oder eben nicht. Bin wirklich gespannt, ob er überzeugen kann.

Kurz nach 21:00 Uhr erlischt das Saallicht. Bassist Mark Epstein und Schlagzeuger Bogie Bowles betreten die Bühne. Ohne großen Firlefanz legen sie sofort das Fundament für den ersten Song. Kurz darauf erscheint der Star des Abends und wird frenetisch vom, äußerst zahlreich erschienen und durch fast alle Altersgruppen reichenden, Publikum empfangen. Es fetzt gleich ordentlich.
Bemerkenswert ist, was für eine Bühnenpräsenz Joe Bonamassa besitzt. Die Livesituation scheint ihm zu liegen. Der Mann fühlt sich offenbar total wohl da oben. Er lässt seinen Mitmusikern zwar Freiräume, so dürfen beide solieren, trotzdem kommt zu keinem Zeitpunkt auch nur der Hauch eines Zweifels auf, wer hier Chef im Ring ist. Das geht bei diesem stets sympathisch wirkenden Typen ganz ohne übertriebenes Posen. Er spielt einfach klasse Gitarre.
Seine raue, ja fast heisere Stimme passt wunderbar zu dem erdigen Blues-Rock, den er zelebriert. Dass der Mann aber auch die leisen Töne beherrscht, beweist Bonamassa etwa nach der Hälfte des Sets. Da gibt er ganz alleine dem begeisterten Volk eine viertelstündige Lektion auf der akustischen Gitarre.
Danach kehrt die Band zurück und gemeinsam lassen sie es noch mal ordentlich krachen. Die Leute gehen mit. Die Stimmung ist, wie während des gesamten Gigs, bombig. Ich sehe jede Menge wippende und tanzende Menschen um mich herum.

Nach gut 1 ½ Stunden ist erst mal Schluss. Aber die drei Kämpen lassen sich nicht lange bitten und kommen für weitere 20 Minuten auf die Bretter zurück. Nach einem extrem ausgedehnten Solo, bei dem Joe Bonamassa noch mal alle Register seines großen Könnens zieht, ist Schicht. Das war es dann endgültig.
Ich bin, wie alle anderen Anwesenden, schwer begeistert. Dieser Mann hat mich nachhaltig beeindruckt. Sicher erfindet Bonamassa den Blues und auch den Rock nicht neu, aber spielen kann er, das muss man ihm lassen. Das grenzt schon an Saitenhexerei. Kein Tempo ist ihm zu schnell, keine Schwierigkeit, die er nicht meistern könnte. Da stört es nicht weiter, dass Kommunikation mit den Zuhörern, bis auf ein oder zwei Mitsing- bzw. Mitjohlspielchen, kaum stattfindet. Auch großartige Bühnenaktionen sind nicht zu verzeichnen. Er lässt eben die Gitarre(n) sprechen, egal ob Fender oder Gibson.
Vielleicht wird er wirklich einer der nächsten großen Gitarrenhelden. Das spieltechnische Zeug dazu hat er wohl.

Fazit ist, dass alle, die nicht dabei waren, ein tolles Konzert versäumt haben. Ich bin mir aber sicher, dass wir von diesem Mann noch viel hören und sehen werden. Es wird also sicherlich Gelegenheiten geben, Verpasstes nachzuholen.

Michael Koenig, 07.09.2006

 

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