Tesla

Chalice

Aschaffenburg, Colos-Saal, 30.10.2007

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Konzertbericht

Reviewdatum: 30.10.2007

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Aschaffenburg, Colos-Saal, 30.10.2007

Schon im Vorverkauf ging die letzte Karte für das Konzert von TESLA im Aschaffenburger Colos-Saal über den Tresen. Oder aus dem Drucker; je nach dem.
Gerade mal drei Termine für TESLAs 'Deutschland im Herbst' Tour is' ja auch nicht gerade viel. Es sollte also voll werden, aber während des Support-Acts steht man noch einigermaßen locker. CHALICE, die Melodic-Rocker aus Hamburg haben den Vorgruppen-Job bekommen und versehen diesen recht ordentlich.

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Den wuchtigen Sound ihrer Alben können sie nicht ganz reproduzieren, aber wenn man da leichte Abstriche macht, kommen Songs wie Turn Into und Run For Cover, vom Album "Chameleonation", sowie Shadow Of My Soul (mit starkem Doom-Anteil) und Kick It (Name ist Programm), von "Shotgun Alley" recht ansprechend. Auch ihr aktuelles, akustisches, Album "Bare" wird gewürdigt.

Insgesamt schien mir die Ehrfurcht vor den Headlinern die Jungs etwas zu bremsen, sodass der Auftritt als solide zu bezeichnen ist.
Obschon sich der Umbau recht flott hinzieht, wird's dann doch 22.15 Uhr, bis das amerikanische Quintett die Bühne betritt.

Frenetisch begrüßt und gut drauf, entfachen sie zunächst eine Klangorgie, in der sich die Gitarristen Frank Hannon und Dave Rude die Fingerchen warm dudeln. Da heraus schält sich - natürlich - Cumin' Atcha Live und sorgt für einen weiteren Begeisterungssturm im Zuschauerraum. Wahnsinn, was die für eine Power haben und, trotz der langen Jahre auf der Bühne, sich immer noch voller Enthusiasmus in ihre Show stürzen. Vor allem Sänger Jeff Keith scheint überglücklich heute Abend hier zu sein, was er im Laufe des Auftritts auch verbal unterstreicht.

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Mit Miles Away wird die Brücke vom Debüt-Album "Mechanical Resonance" zum Comeback-Studioalbum "Into The Now" geschlagen. Der Song wird wohl einen festen Platz im TESLA-Bühnenprogramm behalten. Und zurück in die 80er, mit dem Verweis auf den legendären "Headbangers Ball" und dem Klassiker Modern Day Cowboy. Ich bin beeindruckt, wie gut Jeff Keith' Stimme noch funktioniert, denn, obwohl er nicht so aussieht, ist er ja auch nicht mehr der Jüngste und diese Art zu singen erfordert schon strapazierbare Stimmbänder. Strapazierbare Ohren erfordert allerdings auch die - 'tschuldigung, aber: - absurde Lautstärke. Schlagzeug und Bass legen ein Fundament, bei dem man durchfahrende Züge überhören würde und die Gitarren brettern entsprechend gehörnervtötend darüber. So verziehe ich mich zu Heaven's Trail (No Way Out) aus der vierten Reihe. Da wird mir auch klar, dass der Colos-Saal übervoll ist. Fast nirgends - weder an Ver- noch Entsorgungsorte - kommt man ohne mühseliges Drängeln und manche werden wenig von der Bühne gesehen haben. Da wäre etwas weniger, zweifellos, für alle mehr gewesen.
Der Bühnenaction tut das keinen Abbruch. Am meisten Arbeit hat wohl Gitarrist Frank Hannon, der immer wieder seinen Gitarrensound erweiternde Effekte einmischt, übergangslos eine Akustikgitarre zum Einsatz bringt, das Swamp-Slide-Intro zu Mama's Fool ebenso beiträgt, wie den Piano-Part zu Changes.
Sein Gitarrenkollege auf der anderen Seite, Dave Rude, ist anfangs kaum erkennbar, unter seiner Riesen-Kappe und hinter seinem Vollbart. Der ist mehr für die puristischere Art zuständig, allerdings treffen sich beide gerne hier und da auf der Bühne um mal so richtig über das Griffbrett zu..., äh, ja, 'brettern'.
Ganz offensichtlich legen TESLA einen Schwerpunkt auf ihre Erfolgsalben aus den 80er und frühen 90er Jahren und mit Hang Tough folgt gleich ein weiterer Heavy-Rocker aus jenen Tagen.

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Gut zur Hälfte des Konzertes kommt der erste Song vom aktuellen "Real To Reel" Album. Joe Walshs Walk Away ist daraus wohl nicht der bekannteste Titel, aber beim Colos-Saal Publikum wird die Nummer doch gefeiert und gut angenommen. Noch besser rockt das groovige Freedom Slaves. Auch live ist die Nummer ein echter Hammer und bereitwillig wird hier mitgesungen.
Und noch bereitwilliger natürlich bei Love Song. Manchmal kann man sich noch richtig freuen, daran, wie sich Menschen an Lieder erinnern, die keine Welthits waren und ihnen doch so hörbar viel bedeuten. So etwas erlebt man nur live im Konzert.
Manche Bandmitglieder - aktuelle und gewesene - halten "Psychotic Supper" (1992) für das beste TESLA-Album. Songs wie What You Give sind da nicht ganz unschuldig daran, gerade live!
Zur Ankündigung des nächsten Titels wird Michael Schenker als einer Allzeit-Besten-Gitarristen gewürdigt - glauben wir ihnen mal, dass das keine Anbiederung beim deutschen Publikum war - und natürlich folgt der UFO-Klassiker Rock Bottom. Schön lang wird der Song gedehnt, ausgiebig mit mitgegrölt und Hannon und Rude liefern sich brennendheiße Gitarrenduelle, die in mitreißende, zweistimmige Parts münden.
Mit Into The Now und Solution folgen zwei brettharte Songs, die nochmals richtig Dampf machen. Zum Schluss dann, der Mitsing-Hit Signs und auch da überrascht das textsichere Publikum.

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Eindreiviertelstunden sind bereits um aber ohne Zugabe lässt man die hier natürlich nicht raus. Frank Hannon drischt die bekannten Akustikgitarrenakkorde zu Little Suzie und schon tobt der Saal erneut. Was kann jetzt noch helfen? 'Edison's Medicine'! Der Man Out Of Time setzt den Schlusspunkt hinter ein tolles Konzert, welches die Band hoffentlich dazu bewegt, bald wieder hier zu sein. Dann aber bitte etwas leiser, das Colos-Saal ist ein Club und keine Arena. Dem sollte man auch bei den Besucherzahlen Rechnung tragen, dann wird das ein noch größerer Spaß.

Epi Schmidt, 02.11.2007

 

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