Cannibal Corpse

Aborted
Lay Down Rotten

Aschaffenburg, Colos-Saal, 23.06.2012


Konzertbericht

Reviewdatum: 12.07.2012
Stil: Death Metal

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Redakteur(e):

Michael Koenig


Cannibal Corpse, Aborted, Lay Down Rotten,
Aschaffenburg, Colos-Saal, 23.06.2012

An einem der letzten Samstage verhieß das Programm des Colos-Saal einen gemeinsamen Auftritt dreier Death Metal Combos. Nicht ohne uns, dachten sich mein Bruder und ich. Also machten wir uns schnurstracks auf den Weg nach Aschaffenburg.

In dem recht gut besuchten Club tummelten sich bereits zahlreiche Fans des extremen Metals in den unterschiedlichsten Altersstufen, als um etwa 21.00 Uhr die Herborner LAY DOWN ROTTEN die Bühne betraten. Die seit 2000 existente und längst umbesetzte, hessische Formation heizte der Meute mit ihrem eher traditionell gehaltenen Death Metal recht gut ein. Schon nach kurzer Zeit hatte sich ein Moshpit gebildet. Insgesamt erledigte die Truppe ihren Job abgeklärt und einsatzfreudig. Ihre gegen 21.30 Uhr beendete Darbietung krankte lediglich an einer gewissen Eintönigkeit. Die Leute schien das jedoch kaum zu stören, denn immerhin waren etliche Rufe nach Zugaben zu vernehmen, die jedoch nicht erhört wurden.

Nach einer erfreulich kurzen Umbau- und Soundcheckpause kamen dann um circa 21.45 Uhr ABORTED aus Belgien an die Reihe, um die Konzertbesucher von ihren Qualitäten zu überzeugen. Der Fünferpack ist, in zwischenzeitlich mehrmals veränderter Besetzung, bereits seit 1995 aktiv. Er zelebrierte sein an NAPALM DEATH erinnerndes Old School Death Metal/Grindcore-Gebräu mit Schmackes, Technik und Vielfalt. Die Doublebassattacken flogen einem nur so um die Ohren. Kein Wunder also, dass kollektiv gebangt und propellert wurde, dass es eine Freude war. Auch wagten sich die ersten Stagediver auf die Bühne. Der Sänger, der eine gewisse Phil Anselmo-Attitüde an den Tag legte, hatte nichts dagegen. Ganz im Gegenteil, er lud die Interessenten sogar eigenhändig zum Springen ein. Das Ende der vom Publikum sehr gut angenommen Show war dann ungefähr um 22.30 gekommen. Vergebliche Zugabenforderungen auch hier.

Nachdem ungefähr dreißig Minuten Pause für Umbau und Soundcheck erschienen dann, so etwa um 23.00 Uhr, die Headliner des Abends CANNIBAL CORPSE auf den Bühnenbrettern. Die Vorfreude der Zuschauer war förmlich mit den Händen greifbar und sollte nicht enttäuscht werden. Die fünf US-Amerikaner bewiesen allen, wie außergewöhnlich Death Metal klingen kann. Traditionell und dennoch zeitgemäß, ultrabrutal, rasend schnell, mit wechselnden Rhythmen, technisch anspruchsvoll, spannend und mitreißend. Dazu kam dann noch ein ziemlich guter und knackiger Sound. Diese Typen walzten in knapp neunzig Minuten alles und jeden nieder. Die Originalbesetzung ist zwar längst nicht mehr komplett, aber auch in der jetzigen Zusammenstellung zeigen sie immer noch allen anderen, wie man’s macht. Die Fans dankten es ihnen mit massenhaftem Headbanging, Propellering, dem obligatorischen Moshpit und sonstigem Ausrasten. Ein paar Stagediver waren dann auch noch zu bewundern. Kein Zweifel, CANNIBAL CORPSE sind für mich im US Death Metal aus dem Umfeld New Yorks nach wie vor das Maß aller Dinge. Einzig die ungenutzt verstreichenden Pausen zwischen vielen Stücken störten ein wenig, da sie den Fluss des Gigs immer aufs Neue unterbrachen. Sei es, wie es sei. Als um etwa 00.30 Uhr, auch diesmal kam es zu keiner Zugabe, die Saallichter angingen, war die Meute ausgepumpt, aber höchst zufrieden.

Dieses Package zeigt, dass Extreme Metal nach wie vor sein Publikum hat und auf reges Interesse in den Clubs landauf, landab trifft, sofern das Billing stimmt.

Michael Koenig, 23.06.2012

 

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