Ash

Meltdown


CD-Review

Reviewdatum: 05.06.2004
Jahr: 2004

Links:

Ash Homepage



Redakteur(e):

Frank Ipach


Ash
Meltdown, Warner Music, 2004
Tim Wheeler Vocals, Guitars
Charlotte Heatherley Guitar, Backing Vocals, Piano
Rick McMurray Drums
Mark Hamilton Bass
Produziert von: Nick Raskulinecz Länge: 42 Min 19 Sek Medium: CD
1. Meltdown7. Renegade Cavalcade
2. Orpheus8. Detonator
3. Evil Eye9. On A Wave
4. Clones10. Won't Be Saved
5. Starcrossed11. Vampire Love
6. Out Of The Blue 

Das Cover und der Titel des Albums deuten es schon an. Heiss geht es her, bis alles dahinschmilzt, "Meltdown". ASH's Vorturner Tim Wheeler gibt freimütig zu, dass seine Band dem zuckrigen Geschwurbel des Vorgängeralbums "Free all angels" entkommen wollte. "Das ganze Umfeld, in dem "Free all angels" entstand, war so poppig, dass es uns vorkam, als müssten wir gegen S Club 7 antreten", so der Ire Wheeler amüsiert.
Na ja, ganz so schlimm war's nun nicht, lieber Tim. "Angels" hatte schon einige verdammt starke Momente.

Jetzt also die Neubesinnung, die Flucht Richtung Amerika, ins Mutterland des Rock. Dort wo die Studios besser klingen, die Tontechniker besser zu arbeiten scheinen (O-Ton Wheeler). Nick Raskulinecz (FOO FIGHTERS, SYSTEM OF A DOWN) wurde als Produzent auserkoren. Und der verpasste den Iren einen extrem druckvollen, mächtig gitarrenlastigen Ton. Ganz gewaltig hämmert es sogar aus den Boxen. Drummer Rick McMurray spielt sich ebenfalls energiegeladen in den Vordergrund. Zeitweilig hört man dann auch konsequenterweise FOO FIGHTERS Referenzen heraus.

Den Hang zu bratzigen Gitarren hatten ASH zwar auch schon in der Vergangenheit, aber "Meltdown" liefert tatsächlich eine grosskalibrige Gitarrenattacke. Keine Zeit für Balladen á la Someday, sondern nur harte Bretter. Einzig Starcrossed mit seinem supersüssen Refrain hätte man auf's Vorgängeralbum packen können. Das schreit nach Single-Auskopplung.

Doch Obacht! Tim Wheeler hat seine eigentliche Handschrift nicht verlernt. Er zeichnet lediglich mit einem anderen Stift, verwendet grellere Farben vor einem neu gewählten Hintergrund. Die immer recht gefälligen Melodien, die stets einen Hauch von Unbeschwertheit und Sommerfrische vermitteln und somit Massenappeal suggerieren, lassen sich auch mit so einem Gitarrengewitter nicht fortblasen.
Warum auch? Warum sollte die Band den Kernsatz ihrer Philosophie in Frage stellen.

So klingen ASH eigentlich immer noch nach Hit-Band, die bei der jüngeren Generation der bis zu 30-jährigen Fans sicher wahre Begeisterungsstürme auslösen wird. Ganz abgesehen von den belanglosen Texten, dürften sich auch ältere Musikfreaks (wie der in den Siebzigern grossgewordene Rezensent) an das stürmische Aufbegehren ihrer Jugendtage erinnert fühlen.

Songs wie Orpheus, Meltdown, Clones und Starcrossed sind einfach gelungene Unterhaltungsmusik im besten hardrockigen Sinne.
Es tauchen viele geile Gitarrenriffs auf, vereinzelte Wah-Wah-Gitarrensoli sorgen für den nötigen Rotz, doch letztendlich obsiegt immer noch Tim Wheelers jugendlicher Sonny-Boy-Charme. Ein sympathisches Rock-Album.

Frank Ipach, 05.06.2004

 

(C) 2008 - 2019 by Hooked on Music