Asia

Kansas
Hotwire

Stuttgart, LKA, 08.04.2001


Konzertbericht

Reviewdatum: 08.04.2001

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Stuttgart, LKA, 08.04.2001

Setlist ASIA: Awake, The heat goes on, Wherever you are, Arena, Geoff Downes Keyboard-Solo, Military man, Who will stop the rain, Sad situation, Ready to go home, Only time will tell, Go, Heat of the moment

Setlist KANSAS: Mysteries and mayhem, Paradox, Miracles out of nowhere, Icarus II, Icarus - Borne on wings of steel, Song for America, The wall, Hold on, Not man big, Down the road, Portrait (He knew), Magnum Opus, Point of know return, Dust in the wind, Carry on wayward son

Jeder Club hat ein bestimmtes Fassungsvermögen, das er nicht überschreiten sollte. Klar, ein bisschen was geht immer noch, also pressen wir noch mal 50 Leute rein. Ach, und die 20 Leute, die noch vor der Tür stehen, die schicken wir jetzt auch nicht nach Hause... Für mich ist die Grenze der Besonnenheit dann erreicht, wenn es für den Konzertbesucher quasi unmöglich ist, sich während der Show mit Getränken zu versorgen. Wenn der Gang zur Toilette gleichzeitig bedeutet für den Rest des Abends keinen Blick mehr auf die Bühne werfen zu können, dann macht ein Konzert keinen großen Spaß mehr. Wenn man anfängt Ölsardinen in der Dose um ihren Bewegungsspielraum zu beneiden, dann waren es wirklich ein paar Leute zuviel.

Da der Entschluss das Package KANSAS / ASIA noch einmal zu sehen relativ kurzfristig gefallen war, hatte schon das obligatorische Chaos an der Abendkasse des LKA auch nicht gerade dazu beigetragen, meine Stimmung zu heben. Ich werde echt den Tag im Kalender rot ankreuzen, wenn das Problem für den Konzertbesucher mal halbwegs vernünftig gelöst ist. Doch egal. Die Show, die an diesem Abend geboten wurde, ließ die wenig erbaulichen Rahmenbedingungen verschmerzen.

Als Local-Support spielte eine Band, die als HOTWIRE angekündigt wurde. Gar nicht schlecht was die Jungs und ihre Sängerin da ablieferten, doch mittlerweile bin ich mehr als verwirrt. HOTWIRE gibt es zwei Mal, und meine Recherchen ergaben, dass die Band auf der Bühne nicht HOTWIRE, sondern die Band deren Ex-Sängers Werner Stadi war. Sänger??? Keine Ahnung, ob WERNER STADI'S HOTWIRE jetzt eine Sängerin im Line-up haben. oder ob Herr Stadi selber mich dermaßen in die Irre führte, jedenfalls klang die Band wie eine Mischung aus WITNESS (remember Debbie Davis) und harter Shania Twain, also melodischer Rock mit deutlichen amerikanischen Einflüssen.

ASIA hatten ihr Programm im Vergleich zur Show in Heilbronn leicht umgestellt und Video killed the radio star ganz aus dem Set gekippt. Dafür gab es ein relativ unspektakuläres Keyboardsolo von Geoff Downes, das auf sehr cleanen Sounds basierte. Trotzdem bestätigte die Band den hervorragenden Eindruck, den sie acht Tage zuvor bei mir hinterlassen hatte. ASIA 2001, das sind vier ausgezeichnete Musiker, die über einen ganzen Sack hervorragender Songs verfügen und in der Lage sind, ein Konzert zu bestreiten, das den Besucher auch dann fesselt und begeistert, wenn die eher ruhigen Momente dominieren. Die Mehrzahl des Publikums sah das ähnlich und man kann ASIA attestieren, dass sie sich mit dem neuen Album und den Konzerten als KANSAS-Support eindrucksvoll zurück gemeldet haben. Hoffen wir, dass die Band die Gunst der Stunde nutzt und am Ball bleibt. Die Chance, viel von dem durch die Untätigkeit der vergangenen Jahre verlorenen Terrain zurück zu gewinnen, ist jetzt jedenfalls wieder gegeben.

Meine Rechnung ging auf. Der Sound im LKA war um Klassen besser als im Block E und davon profitierten KANSAS ungemein. Steve Walsh war weitaus überzeugender, bot eine recht ansprechende Sangesleistung und erlaubte sich nicht gar so viele grobe Schnitzer. Irgendwie scheint doch etwas an dem Gerücht dran gewesen zu sein, dass ihn zum Tourauftakt zusätzlich eine Erkältung geplagt hatte. Besser wird man Steve Walsh wohl nicht mehr erleben.

KANSAS eroberten auch das LKA im Handstreich und sorgten für enorme Begeisterung beim Publikum. Klar, für die Altfans ging ja auch die überaus konservative Setlist in Ordnung. Soll man daraus der Band einen Strick drehen, oder freuen wir uns nicht lieber, dass die Band, die nach der Erhöhung der Künstlersteuer in der EU eigentlich nie wieder nach Europa kommen wollte, es sich noch einmal anders überlegt hat? Irgendwo war es doch schön, dass sich die Band ihren europäischen Fans noch einmal live präsentierte. Wer weiß, vielleicht war es ja das letzte Mal. Wenn ja, dann war es eine gelungene Abschiedsvorstellung, wenn nicht, dann bleibt die Hoffnung, dass die Band das nächste Mal auch die eine oder andere positive musikalische Überraschung aus dem Ärmel zaubert.

Martin Schneider, 09.04.2001

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