Aspid

Musa


CD-Review

Reviewdatum: 09.09.2003
Jahr: 2003

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Aspid
Musa, Avispa Music, 2003
Joanjo BoschVocals
Javi GarrigósBass
Jordi CarlesGuitars
Rafa GarrigósDrums
Produziert von: Rafa Garrigós Länge: 47 Min 03 Sek Medium: CD
1. La hora suprema7. Ejecutar la manana
2. Suena por mí8. Salto a vacío
3. Que el fuego hable9. Abandonar
4. Musa10. A lo largo del camino...
5. Indómito11. Dios baco
6. El manantial de la sinceridad

ASPID sollen zu den führenden Rock-Acts in Spanien zählen. Fein! Oder auch nicht, denn im direkten Vergleich mit Bands wie MÄGO DE OZ, TIERRA SANTA aber auch SARATOGA und WARCRY bleiben ASPID ziemlich blass.

Ich werde den Verdacht nicht los, dass die Band einen Vertrag unterschrieben hat, bei dem ihre Tantiemen von der Anzahl der verwendeten Gitarrenriffs abhängig ist. Anders macht es wirklich keinen Sinn ausnahmslos jeden Song mit unzähligen Riffs zu überfrachten und zu zerhackstücken. Achtung: Wir reden hier nicht von effektiv eingesetzten messerscharfen Gitarrenriffs Marke AC/DC oder George Thorogood, sondern vom wirren Aneinanderreihen von Versatzstücken, die wohl allesamt von irgendwelchen DIAMOND HEAD- beziehungsweise frühen METALLICA-Alben stammen, was ja im Prinzip keinen Unterschied macht. DIAMOND HEAD wussten aber damals, was sie taten. Bei ASPID bin ich mir da nicht so sicher.

Vielleicht wollen ASPID damit modern klingen. Immerhin wären sie nicht die einzigen, die derzeit unmotiviert auf der Sechssaitigen schreddern... oder soll das den Songs eine progressive Schlagseite vermitteln?

Zu letzterem würde passen, dass die Rhythmussection relativ originell und abwechslungsreich agiert, aber hier fehlt schlicht und ergreifend der nötige Punch. Gerade so, als ob jemand ständig dem Drummer und den Bassisten Zeichen geben würde, auf gar keinen Fall Druck zu entfalten.

Da fällt es zu guter Letzt kaum noch ins Gewicht, dass das Songwriting erhebliche Schwächen aufweist. Das meiste klingt wie Ausschussware von HEROES DEL SILENCIO. Lediglich die Akustik-Ballade A lo largo del camino... weiß halbwegs zu überzeugen.

ASPID machen auf mich den Eindruck, dass sie einfach zu viel auf einmal wollen. Die Jungs stecken bis Oberkante Unterlippe voller Ideen und schaffen es leider nicht auf die eine oder andere zugunsten eines strafferen Gesamtergebnisses zu verzichten.

Kann man das der Band zum Vorwurf machen? Hätte da nicht der Produzent ein Machtwort sprechen müssen, wenn er sein Handwerk versteht? Schwierig, wenn es sich um ein voreingenommenes Bandmitglied handelt.
Lassen wir es einfach gutsein, denn wenn ich ganz ehrlich bin, ist es mir doch lieber ASPID verbringen ihre Zeit im Aufnahmestudio, als dass sie in einer Arena auf hilflose Stiere einstechen.

Martin Schneider, 09.09.2003

 

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