Audrey Horne

Audrey Horne


CD-Review

Reviewdatum: 02.03.2010
Jahr: 2010
Stil: Alternative/Classic Rock

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Audrey Horne Homepage



Redakteur(e):

Marc Langels


Audrey Horne
Audrey Horne, Indie Recordings, 2010
ToschieGesang
Ice DaleGitarre
Kjetil GreveSchlagzeug
Thomas TofthagenGitarre
Gastmusiker
Espen LienBass
Herbrand LarsenKeyboards
Produziert von: Joe Barresi Länge: 50 Min 35 Sek Medium: CD
01. These Vultures07. Bridges And Anchors
02. Charon08. Pitch Black Mourning
03. Circus09. Firehose
04. Down Like Suicide10. Darkdrive
05. Blaze Of Ashes11. Godspeed
06. Sail Away

Der Ort Bergen in Norwegen ist eigentlich der direkte Weg in den Schlund der Hölle, denn nirgendwo auf der Welt ist die Konzentration an Black Metallischer Energie so hoch, wie in dem verschlafenen Nest im hohen Norden. Wenn also eine Band aus Bergen/Norwegen stammt, kann man mit fast 100%iger Sicherheit davon ausgehen, dass sie Black Metal mache – aber eben nur fast.

Denn AUDREY HORNE stammen eben auch aus Bergen und ihre Musik ist eher im Bereich zwischen Alternative (so etwa im Bereich FAITH NO MORE, TOOL oder DEAD SOUL TRIBE) und Classic Rock ´(hier besonders Bands wie DEEP PURPLE oder URIAH HEEP) angesiedelt. Dabei entstammen die einzelnen Musiker sogar aus diversen lokalen Black Metal-Bands (GORGOROTH und ENSLAVED).

Das merkt man der Musik aber wirklich zu keiner Zeit an, denn hier punkten die Norweger durch Melodien, Harmonien und eingängige Songs (also quasi die gelebte Anti-These zum Black Metal). Mit ihrer wunderbar eigenartigen Mischung von Alternative und Classic Rock beglücken uns AUDREY HORNE auf dem selbstbetitelten bereits dritten Werk der Band rund 50 Minuten lang.

Besonders auffällig ist dabei, dass unter den elf Stücken kein einziger Ausfall zu verzeichnen ist und die Songs trotz der doch recht unterschiedlichen Einflüsse stets wie aus einem Guss klingen und nie zusammengesetzt wirken. Dabei zeigt jedes einzelne Stück neue Facetten der Band auf, die von treibend bis sanft alles drauf hat. So erinnert der Opener Charon (These Vultures ist eher ein Intro) noch an DEAD SOUL TRIBE, da zieht bereits mit Circus eine Mischung aus Ozzy Osbourne und FAITH NO MORE durch die Gehörgänge. Anschließend bezaubert Down Like Suicide, ehe Blaze Of Ashes gitarrentechnisch Reminiszenzen an Randy Rhoads wach werden lässt. Mein persönliches Highlight ist aber Sail Away, bei dem man am liebsten auf die Knie sinken und laut vor Freude weinen möchte (keine Angst, muss man ja nicht, aber das Lied ist schon herrlich emotional aufgebaut). Und auch der Rest der Lieder ist von erschreckender Schönheit.

In ihrer Heimat sind AUDREY HORNE nach bisher nur zwei Alben mit dieser musikalischen Mischung bereits Superstars und diesen Status besitzen sie zu Recht. Mit Alben wie dem vorliegenden dürfte es ihnen auch im Rest der Welt gelingen, schnell bekannter zu werden. Und wenn es am Ende von Godspeed heißt „Farewell, we will meet again“, dann kann man nur hoffen, dass das Warten nicht zu lange dauert, denn von solchen Alben, die mit jedem Durchgang wachsen und erhabener werden, kann man nicht genug haben.

Wer die ganze Zeit übrigens überlegte: „Woher kenne ich den Namen Audrey Horne bloß?“ Die richtige Antwort lautet: aus der Serie “Twin Peaks“ von Regisseur David Lynch. Gespielt wurde Audrey Horne damals übrigens von Sherilynn Fenn. Und die verdrehte mit ihrer mysteriösen aber etwas morbiden Art den Leuten von Twin Peaks den Kopf - genauso wie es AUDREY HORNE auch tun.

Marc Langels, 01.03.2010

 

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