Axe

The Crown


CD-Review

Reviewdatum: 04.06.2001
Jahr: 2000

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Axe
The Crown, MTM, 2000
Bobby Barth Guitars, Vocals, Keyboards
Bob Harris Vocals, Keyboards
Blake Eberhard Bass, Vocals
Edgar Riley Jr. Keyboards, Vocals
Christian Teele Drums, Percussion
Danny Masters Guitars
Produzent: Bobby Barth Länge: 56 Min 21 Sek Medium: CD
1. The Crown6. Children's Memory
2. Together We Fly (Together We Fall)7. Good Times
3. Prelude8. Torturous Game
4. Fire And Water9. Sunshine Again (Mario's Song)
5. Restless Angel10. Foolish Deception

Was macht man Anfang der 80er als Jugendlicher in einer schwäbischen Kleinstadt, die halb so groß ist wie der Friedhof von Chicago, aber doppelt so tot?
Wir schnappten uns damals einen Ghettoblaster und verzogen uns mit einer Kiste Bier, vorzugsweise Andechser Doppelbock, zu Roland hinter's Haus in den Garten zum sogenannten Andechser-Bänkle. Dort zogen wir uns neben ein paar Bier auch ein paar geile Scheiben rein und diskutierten über all die essentiellen Dinge, die einen so zwischen Siebzehn und Zwanzig beschäftigen.

Eine Scheibe, die unser steter Begleiter war, war Offering von AXE. Alleine deshalb ist es mir so gut wie unmöglich diese Band fast zwanzig Jahre später einigermaßen fair und objektiv zu bewerten. So ein bisschen erwacht in mir Verständnis für all die Kollegen beim Hooked On Music, die zum Beispiel Paranoid immer noch für den besten BLACK SABBATH-Song halten und dazu im Gegensatz Anno mundi nicht zu schätzen wissen.

Versuchen wir es trotzdem mal. Wenn man ehrlich ist, so viel hat sich bei AXE eigentlich nicht zu damals verändert. Die Band widmet sich immer noch hochklassigem Melodicrock - nennt es wegen mir auch Mainstream oder AOR - und die breite Masse übt sich heute wie damals unverständlicherweise in Ignoranz.

Mit The crown haben AXE wieder einmal ein edles Scheibchen vorgelegt, dass sich Mitte der Achtziger als Nachfolger für Offering oder Nemesis wirklich gut gemacht hätte.
Stücke wie das treibende Children's memory, das dramatische Fire and water, das stampfige Good times oder der Ohrwurm Torturous game stehen Steal another fanatsy, Burn the city down oder Now or never was die Qualität des Songwritings angeht kaum nach.
Wenn man ehrlich ist, dann muss man aber auch einräumen, dass sogar die Klassikeralben der 80er nicht durchgängig höchstes Niveau boten. Deshalb muss man auch bei The crown mal ein Auge zudrücken und über eine Schnulze wie Restless angel hinwegskippen ohne deswegen das aktuelle Album gleich zu verdammen.

Keine Frage - The crown ist eine wirklich starke Scheibe, nur kommt sie für mich persönlich 15 Jahre zu spät.
Heute höre ich solche Musik vor allem aus Nostalgiegründen und kann man es mir verübeln, dass ich dann lieber die alten Scheiben hervorkrame?

Auch wenn The crown bei mir nicht so zündet wie Offering oder Nemesis, Melodicrock-Fans sollten sich das Album unbedingt zulegen, denn AXE zählen damals wie heute zu den herausragenden Acts in ihrem Genre, allein schon deshalb, weil sie nicht verlernt haben kräftig Gas zu geben, zu rocken und den Kuschelfaktor auf erträglich niedrigem Niveau halten.

Martin Schneider , 04.06.2001

 

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