Axxis

Doom Of Destiny


CD-Review

Reviewdatum: 01.01.2000
Jahr: 2007

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


Doom Of Destiny, AFM Records GmbH, 2007
Bernhard WeissVocals
Harry OellersKeyboards
Marco WriedtGuitar
Rob SchomakerBass
Andrè HilgersDrums
Produziert von: Berhard Weiss & Harry Oellers Länge: 51 Min 35 Sek Medium: CD
01. Voices Of Destiny07. Father, Father
02. Doom Of Destiny (Arabia)08. Revolutions
03. Better Fate09. She Got Nine Lives
04. Bloodangel10. Devillish Belle
05. I Hear You Cry11. Astoria
06. The Fire Still Burns12. Engel aus Hass (Bonus Track)

AXXIS polarisieren, an AXXIS scheiden sich die Geister. Mit dem Gesang von Bernhard Weiss kann nicht unbedingt jeder etwas anfangen. Andererseits ... wer seit knapp zwei Jahrzehnten mit wechselndem Erfolg im Geschäft ist, der kann so schlecht nicht sein.
Weiss und seine sich im Verlauf der Jahre umbesetzte Mannschaft haben ihren Stil stets beibehalten. Eine zunehmend breiter gefächerte Mixtur aus Hard Rock, Heavy Metal und purer Rockmusik mit Hymnen- und Ohrwurmcharakter ließen AXXIS auch live zu einem Garanten für Qualität werden.

Bereits mit ihrem ersten Album "Kingdom Of The Night" (1989) sorgte die Gruppe aus Dortmund für Schlagzeilen. Die Platte entwickelte sich zum bis dato meistverkauften Rockdebüt in Deutschland. Ein nicht zu überhörender Kitschanteil ließ die folgenden Releases jedoch in der Käufergunst absinken, während man on stage stets zu überzeugen wusste.
Es mögen vielleicht auch die Erfolge von Acts wie WITHIN TEMPTATION gewesen sein, welche ein gewisses Umdenken bei den Alben jüngeren Datums eingeleitet haben. Seit "Time Machine" (01/2004) wurde die Sängerin Lakonia mit in die Aufnahmen einbezogen. Ursprünglich fast ausschließlich für die Backgroundchöre zuständig, bildete sie zwei Jahre später auf "Paradise In Flames" einen idealen Gegenpol zu Bernhard Weiss. Ihre Duette in Take My Hand oder Lady Moon hoben diese Songs auf ein absolutes Weltklasse-Niveau.

In Zeiten sinkender CD-Absätze scheinen AXXIS verstärkt über die Landesgrenzen hinaus geschaut zu haben. So führte sie ihre gemeinsame Tour mit Helloween und Gamma Ray von November 2007 bis Ende Januar dieses Jahres durch halb Europa. Positive Resonanzen aus Great Britain, Frankreich oder Finnland bezüglich dem aktuellen Longplayer "Doom Of Destiny" liefern den Beweis dafür, das AXXIS längst internationales Format erreicht haben.
Das man vor dem Gang ins Studio mit Marco Wriedt (kam für den langjährigen Gitarristen Guido Wehmeyer) ein neues Bandmitglied erfolgreich integrieren konnte steht als weiterer Beweis für das Können und die Zähigkeit besonders von Bernhard Weiss, dem Mastermind der Melodic-Rocker.

Das gegen Jahresende 2007 veröffentlichte "Doom Of Destiny" strotzt geradezu vor hochmelodischen Tracks, welche vor Musikalität und Spielfreude regelrecht überschäumen. Das Songmaterial enthält größtenteils Refrains in einer Klasse, welche AXXIS bisher immer mal aufblitzen ließen, jedoch nicht in einer solchen Konstanz auf einem einzigen Album vorweisen konnten.
"Doom Of Destiny" bietet aufgrund seiner Vielfältigkeit etwas für jeden Fan härterer Töne. Die Ruhrpöttler beherrschen den Balance-Akt zwischen extrem bombastischen und satt rockenden schwermetallischen Momenten. Perfekt abgerundet wird dieses Meisterwerk allerdings erst durch die Sängerin Lakonia. Ihr Einsatz lässt Bernhard Weiss über sich hinaus wachsen und die gemeinsamen Duette, welche das komplette Album durchziehen, machen "Doom Of Destiny" zu einer runden Sache.
Marco Wriedt scheint der Band einen weiteren Auftrieb gegeben zu haben. Sein Spiel verleiht AXXIS bei aller Melodik einen bisher kaum gekannten Härtegrad. Störend wirkt zuweilen das Doublebass-Gedonner, welches einigen Passagen so manches von deren ursprünglicher Einzigartigkeit zu nehmen scheint.
Sucht man weiter nach dem berühmten Haar in der Suppe, dürften einem I Hear You Cry und The Fire Still Burns aufstoßen. So schön die Duette auch hier wieder ausfallen, so schmalzig bleibt allerdings der Beigeschmack. Dick aufgetragene Chorusse sorgen für den Schritt über die Kitschgrenze, welcher jedoch spätestens bei Father, Father, einem heftigen Banger; wieder zurück genommen wird.
Sofern sich überhaupt von einem leichten Schwächeln im Mittelteil des Album reden lassen kann dürfte die Feststellung, es quasi mit einem Werk zu tun zu haben, welches man als Gesamtwerk hören sollte, dieses Manko schnell wieder ausgleichen.

"Doom Of Destiny" wurde im bandeigenen Soundworxx Studio aufgenommen. Trotz allem Bombast wirkt der Sound äußerst transparent. Für den Mix holte man sich mit Dennis Ward (Pink Cream 69) einen erfahrenen Musiker hinzu.
Bereits beim Intro Voices Of Destiny und dem folgenden Nackenbrecher Doom Of Destiny (Arabia) wird deutlich, welch hervorragende Arbeit die als Produzenten fungierenden Bernhard Weiss und Harry Oellers abgeliefert haben.
In Better Fate liefern sich Lakonia und ihr männlicher Counterpart eines von vielen offene Münder hinterlassende Gesangsduelle. Ein Track mit Chören, Streichern, einer beeindruckenden drübergelegten Sologitarre und ... Ohrwurm-Charakter! Dem folgt Bloodangel, welches anfangs ein wenig an die alten HELLOWEEN der "Keepers ..."-Ära erinnert. Wenige Augenblicke später schaut die Lage erneut verändert aus. Bloodangel entpuppt sich aufgrund seines ungemein eingängigen Refrains als potentieller Single-Hit, ohne gleich als kommerziell abgestempelt werden zu müssen. Der Härtefaktor bleibt nämlich unerwartet groß und lässt den Song mächtig steil abgehen.

Zu einem weiteren Ohrwurm ist Revolutions geraten. Mit einem an alte John Carpenter-Filme erinnerndem Piano beginnend, hat das Arrangement mit dem sporadischen Einsatz einer akustischen Gitarre ein weiteres Schmankerl parat, ehe es elektrifiziert mit deutlich gesteigerter Schlagzahl (... heftige Doublebass ...) weitergeht. She Got Nine Lifes dürfte aufgrund seinem super-eingängigen Refrain zu einem Party-Kracher werden. Von einem anderen Kaliber ist der Riff-Rocker Devillish Belle. Fette Gitarren en masse lassen den Track zum Beweis dafür werden, das AXXIS mehr Heavy Metal sind als so mancher "Death to false Metal ..."-Brüller. Nach einem epischen Intro schließt sich dem Astoria an. Der erneut durch eine mächtige Doublebass geprägte Stampfer läßt besonders den Sechssaiter Marco Wriedt im Vordergrund erscheinen.

"Doom Of Destiny" ist zu einem Hammerwerk geraten, welches so manchen Zweifler (... zu denen ich mich bis dato ebenfalls zählte ...) zumindest dazu bewegen sollte, das Album mal anzutesten.

(Die limited Edition enthält u.a. als Bonus mit Engel aus Hass einen deutschsprachigen Track sowie einen Clip zu Making Of Doom Of Destiny)

Jürgen Ruland, 12.04.08

 

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