Ayreon

Electric Castle Live And Other Tales

( English translation by Google Translation by Google )

BluRay-Review

Reviewdatum: 21.03.2020
Jahr: 2020
Stil: Progressive Metal
Spiellänge: 353:00
Produzent: Arjen Anthony Lucassen

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Plattenfirma: Mascot Label Group

Promotion: Netinfect


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Avantasia

Dio

Epica

Beardfish

Focus

Headspace

Marillion

Praying Mantis

Stream Of Passion

Sun Caged

The Gathering

Threshold

Anneke Van Giersbergen

Xystus

Titel
Electric Castle
01. Welcome To The New Dimension
02. Isis And Osiris
03. Amazing Flight
04. Time Beyond Time
05. The Decision Tree
06. Tunnel Of Light
07. Across The Rainbow Bridge
08. The Garden Of Emotions
09. Valley Of The Queens
10. The Castle Hall
11. Tower Of Hope
12. Cosmic Fusion
13. Robby Valentine
14. The Mirror Maze
15. Evil Devolution
 
16. The Two Gates
17. Forever Of The Stars
18. Another Time, Another Space
Other Tales
19. Shores Of India
20. Ashes
21. Out In The Real World
22. Twisted Coil
23. Kayleigh
24. Pink Beatles In A Purple Zeppelin
Speech And Encore:
25. Speech Arjen And Joost
26. Songs Of The Ocean
Bonus Content:
27. Behind The Scenes
28. Interview
Musiker Instrument
Arjen Anthony Lucassen Gesang („Hippie“) & Gitarre
Anneke Van Giersbergen Gesang („Egyptian“)
Fish Gesang („Highlander“)
Damian Wilson Gesang („Knight“)
John Jaycee Cuijpers Gesang („Barbarian“)
Simone Simons Gesang („Indian“)
Edwin Balogh Gitarre („Roman“)
Edward Reekers Gesang („Futureman“)
George Oosthoek Gesang („Death“)
Mark Jansen Gesang („Death“)
Marcela Bovio Gesang
Dianne Van Giersbergen Gesang
Jan Willem Kettelaers Gesang
Robert Soeterboek Gesang
Joost Van Den Broek Keyboards
Robby Valentine Piano
Marcel Singor Gitarre
Bob Wijtsma Gitarre & Mandoline
Ferry Duijsens Gitarre & Mandoline
Johan Van Stratum Bass
Ed Warby Schlagzeug
Ben Mathot Violine
Jurriaan Westerveld Cello
Tijs Van Leer Flöte
John De Lancie Sprecher

Für Liebhaber des Progressive Rock und Progressive Metal gehören die Werke von AYREON überwiegend in die Top-Liga der Veröffentlichungen der jeweiligen Genres. Neun Studio-Alben hat das Projekt um den niederländischen Multi-Instrumentalisten Arjen Anthony Lucassen mit zahlreichen Gast-Stars bislang veröffentlicht. Auf den Bühnen ist das Projekt aber so gut wie nie aktiv, denn den Bandkopf plagt dabei meist ein übermächtiges Lampenfieber. Daher arbeitet er lieber im Studio. Aber hin und wieder lässt er sich dann doch von der starken Nachfrage seiner zahlreichen Anhänger „erweichen“ und bringt seine Mammutwerke auf die Bühne, so etwa im vergangenen Jahr als an an vier aufeinander folgenden Abenden in Tilburg das Mammutwerk “Into The Electric Castle” vor insgesamt 12.000 Fans, die extra aus aller Welt angereist waren, aufgeführt wurde.

Die wohl größte Herausforderung war wohl die ganzen Gast-Sänger von damals wieder zu versammeln und bis auf wenige Ausnahmen (die prominenteste dabei ist Sharon den Adel von WITHIN TEMPTATION, die allerdings durch Simone Simons von EPICA absolut würdig vertreten wird) ist ihnen das auch gelungen. Das bedeutet das an diesen Abenden sich Gesangs-Größen wie Fish (Ex-MARILLION als “The Highlander“), Edwin Balogh (“The Roman“), Anneke Van Giersbergen (Ex-THE GATHERING “The Egyptian“), Damian Wilson (HEADSPACE, Ex-THRESHOLD, “The Knight“), Edward Reekers (Ex-KAYAK, “The Futureman“), Marcela Bovio (Gesang, STREAM OF PASSION) und John Jaycee Cuijpers (PRAYING MANTIS, “The Barbarian“) die Bühne teilten. Unterstützung bekamen sie von einer wirklich fantastisch eingespielten Band unter anderem mit Joost van den Broek (Ex-SUN CAGED, AFTER FOREVER, Keyboards), Johan van Stratum (Bass, VUUR), Marcel Singor (Gitarre, KAYAK), Ferry Duijsens (Gitarre, THE GENTLE STORM), Bob Wijtsma (Gitarre, Ex-LIBRIS, XYSTUS), Thijs Van Leer (Flöte, FOCUS) und Ben Mathot (Violine, DIS) sowie Jurriaan Westerveld (Cello).

Die Bühne ist dabei passend zum Thema als eine Burg aufgebaut und erinnert damit an die großen Metal-Shows der 1980er Jahre wie etwa damals bei DIO auf der “Sacred Heart“-Tour. Schlagzeug und Keyboards sind prima in das Setting integriert und davor ist genügend Platz für die übrigen Musiker, um sich zu entfalten. Oben auf einem Turm hat John De Lancie (ja, der Q aus “Star Trek: The Next Generation“!) als Sprecher seinen Platz, der in der Rolle einer außerirdischen Intelligenz (wie passend) durch die Geschichte führt. Hinzu kommt eine eine sehr stimmungsvolle Licht- und Video-Show, die wirklich wunderbar mit den Charakteren korrespondiert. Dabei hat jeder Sänger und jede Sängerin in seinem/ihren jeweiligen Charakter die Chance zu glänzen, und das tun sie hier auch allesamt. Denn es gibt wohl kaum jemand, dem man die Rolle des Highlanders so abnehmen würde wie Fish oder aber die des Ritters in der Figur von Damian Wilson. Und doch setzen insbesondere Anneke Van Giersbergen als “Egyptian“ und Edwin Balogh in seiner Rolle als “Roman“ in Isis And Osiris mit ihrem Gesangs-Duell einen ersten Höhepunkt. Dem folgt bei Amazing Flight mit dem Auftritt von John Jaycee Cuijpers als “Barbarian“ direkt ein weiterer folgt.

So reiht sich ein Highlight an das nächste, denn auch die Musik erblüht auf der Bühne in einer ganz neuen Intensität. Ed Warby treibt das Ganze von seinem Schlagzeug sehr wuchtig und groovend an, Joost Van Den Broek legt an den Keyboards nicht nur den Soundteppich, sondern sorgt mit wilden Tastenspielereien und und abwechslungsreichen Klängen im Zusammenspiel mit den beiden Streichern für einen sehr dichten und abwechslungsreichen Sound, über dem dann Bass und die drei Gitarren die weiteren spielerischen Akzente setzen können. Dabei sticht insbesondere Marcel Singor mit seinen sehr präzisen, melodischen und gefühlvollen Leads und Soli heraus. Und so vergehen die mehr als zweieinhalb Stunden des Programms wie im Fluge. Wer nun einwendet, dass “Into The Electric Castle“ doch gar nicht so lange dauert, der hat Recht. Für die zusätzliche Spielzeit sorgen die “Other Tales“, denn für den Zugabenteil haben sich Lucassen und sein Kompagnon Van Den Broek noch etwas besonderes ausgedacht. Sie bieten  jeweils ein Stück der anderen Lucassen-Projekte AMBEON (Ashes), GUILT MACHINE (Twisted Coil), STAR ONE (Songs Of The Ocean), STREAM OF PASSION (Out In The Real World), THE GENTLE STORM (Shores Of India) sowie seiner Solo-Scheibe LOST IN THE NEW REAL in Form von Pink Beatles In A Purple Zeppelin. Hinzu kommt eine etwas überraschende Version des MARILLION-Hits Kayleigh, das Fish heutzutage (auch auf seinen Solo-Konzerten) weniger „mitreißend“ als vielmehr mit einem gehörigen Maß an Sentimentalität darbietet. Das Konzert findet dann mit der All-Star-Version Songs Of The Ocean ein fulminantes und frenetisch gefeiertes Ende.

Der Abend wurde mit insgesamt zwölf Kameras aus nahezu allen erdenklichen Blickwinkeln eingefangen, so dass der Zuschauer näher dran ist als der Konzertgänger (deren andächtige und/oder begeisterten Gesichter auch immer mal wieder eingefangen und dazwischen geschnitten werden) in der ersten Reihe und hat den besseren Überblick als jemand, der weiter hinten stand. Zusammen mit dem exzellenten Sound der Scheibe macht das die BluRay von “Electric Castle And Other Tales“ zu einem unverzichtbaren Must-have für jeden Prog-Fan.

Im Bonus-Bereich der Scheibe findet der interessierte Fan zum einen ein rund 90-minütiges Interview mit Lucassen und  Van Den Broek und ein mehr als 100-minütiges „Behind The Scenes“, in dem teilweise die Interview-Antworten von Lucassen und Van Den Broek verarbeitet sind, aber auch Aussagen der beteiligten Musiker und von Fans, die wahrlich aus aller Welt in die Niederlande gepilgert waren, um dieses einmalige Konzert-Erlebnis nicht zu verpassen. Eine Entscheidung, die wohl keiner von ihnen bereut hat. Man sehe nur in all die glücklichen Gesichter nach der wundervollen Version von Valley Of The Queens, die (zumindest) einem Zuschauer eine einsame Träne abnötigt. Und auch der Maestro selbst scheint – trotz seiner eingangs ja beschriebenen Abneigung gegenüber der Live-Situation – das Ganze mehr als nur ein wenig genossen zu haben.

 

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