Azure Agony

Beyond Belief


CD-Review

Reviewdatum: 23.01.2010
Jahr: 2010
Stil: Progressive Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Azure Agony
Beyond Belief, 7hart, 2010
Gabriele PalaGitarre
Marco SgubinKeyboards
Marco FirmanBass
Carlo SimeoniSchlagzeug
Gastmusiker
Giorgio MarcossiFlöte
Anna MarcossiCello
Produziert von: Luigi Stefani Länge: 50 Min 09 Sek Medium: CD
01. Awareness06. Across Elysian Fields
02. Mystic Interiors07. The Fall Of Vector
03. Terror Haza08. Secret Gateway
04. The Temple Of Vandora09. The Last City
05. Ante Tentora

Ich kenne persönlich viele Leute, die bei DREAM THEATER zwar die Musik mögen, aber die Stimme von James LaBrie (vor allen Dingen live) nicht ertragen können. Aber nun habe ich die Lösung für ihre Probleme: Ladies and Gentlemen, ich präsentiere ihnen AZURE AGONY. Ernsthaft, die Italiener machen Musik der Güteklasse A mit dem inoffiziellen DT-Prüfsiegel. Und hier gilt die alte Losung Addition durch Substraktion: AZURE AGONY spielen ihren Prog-Metal rein instrumental.

Sicher ich könnte solchen Leuten auch PLANET X oder das LIQUID TENSION EXPERIMENT empfehlen, aber erstens haben die gerade kein neues Album draußen und zweitens sind die Italiener im Unterschied zu dem DREAM THEATER-Ablegern (immerhin spielen mit Mike Portnoy, John Petrucci und Jordan Rudess gleich drei DT-Musiker beim LIQUID TENSION EXPERIMENT und Derek Sherinian von PLANET X war früher ebenfalls beim Traumtheater) doch um einiges „leichter zu hören“, sprich die extremen Frickel-Orgien sind hier die Ausnahme.

Vielmehr stehen bei AZURE AGONY die Melodieführungen vor der Zurschaustellung der individuellen Fähigkeiten. In manchen Passagen erinnert Gitarrist Gabriele Pala denn auch eher an Steve Rothery (MARILLION) als an Petrucci. Aber selbstverständlich beherrscht er auch dessen Techniken und dessen Spielverständnis. Er bildet zusammen mit Keyboarder Marco Sgubin sozusagen die Spielmacherfraktion, denn sie sind es, die sich hier Solo-technisch die Bälle zuspielen. Dabei legen sie beide schon recht beachtliche Fähigkeiten an den Tag veredeln die acht Komposition (bei Awareness handelt es sich um ein Intro) mit ihrem Können. Sicherlich nicht auf dem extrem hohen Niveau von DREAM THEATER oder auch PLANET X, aber doch sehr unterhaltsam.

Leider geht dabei Bassist Marco Firman im Gesamt-Sound der Band etwas unter (ein Schicksal, das er mit vielen anderen Bassisten teilt). Er hat auch keine Solo-Spots und bleibt die ganze Zeit im Hintergrund. Dort legt er aber zusammen mit Schlagzeuger Carlo Simeoni ein feines Fundament für die Ausflüge und Eskapaden der anderen Band-Mitglieder.

So verwundert es auch nicht, dass neben den harten Prog-Metal-Klängen von DREAM THEATER und den sanfteren Anklängen an die Neo-Progger MARILLION auch das ein oder andere Sound-Fragment an PINK FLOYD erinnert. Dennoch dominieren die metallischen Klänge und das steht der italienischen Combo auch besonders gut zu Gesicht.

Schön ist dabei vor allem der Abwechslungsreichtum in den Stücken: Die Band changiert in ihren Songs geschickt zwischen dem harten Metal, ruhigen fast klassischen Momenten sowie jazzigen Elementen und Weltmusik-Anleihen. Dabei verliert sie aber nie den musikalischen Faden oder verirrt sich in den Fallstricken, die eine allzu ausufernde kreative Freiheit für manch andere Band schon bereit hielt.

Es ist schon ein tolles Debüt, das die vier Italiener hier vorlegen und ihm werden hoffentlich noch viele weitere solch hochklassige Alben folgen.

Marc Langels, 23.01.2010

 

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