Virgin Steele

Chinchilla
The Past Alive

Bad Wimpfen, Alte Kelter, 03.09.2004

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 03.09.2004

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Bad Wimpfen, Alte Kelter, 03.09.2004

Mit David DeFeis und Ed Pursiono von VIRGIN STEELE haben sich die Kollegen vom Metal-Inside Online-Magazin mal einen richtig dicken Fisch für eine ihre Veranstaltungen an Land ziehen können. Entsprechend gut besucht war die Alte Kelter in Bad Wimpfen an diesem Abend. Mehr als zweihundert Gäste wollten sich die Chance nicht entgehen lassen, einem von zwei europäischen Akustikauftritten der VIRGIN STEELE-Recken beizuwohnen.
Vervollständigt wurde das kleine Festival unter dem Motto 'Night Of The Gods' durch Auftritte von CHINCHILLA und THE PAST ALIVE, die beide ebenfalls ausnahmsweise mal ihre Stromgitarren in den heimischen Übungsbunkern ließen.

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Den Auftakt bildeten THE PAST ALIVE, local heroes aus dem benachbarten Heilbronn, die sich vor allem durch ihre Livepräsenz langsam aber sicher einen Namen im Südwesten machen.
Sicher ist es nicht ideal, wenn man eine Band durch einen Akustikauftritt kennen lernt und bis dahin nicht einen Ton von ihr gehört hat. Ihren Auftritt auf dem letztjährigen 1. Metalfield Open Air im Sumpf in Döffingen hatte ich ja aus nachvollziehbaren Gründen verpasst.

The Past Alive Andererseits hat man natürlich den Vorteil, dass man die akustische Darbietung nicht ständig zwangsläufig mit den elektrischen Originalversionen vergleicht. Halten wir uns einfach an die Fakten. THE PAST ALIVE spielten etwa fünfundvierzig Minuten und die Geschichte war durchaus unterhaltsam, zumal auch einige flottere Stücke dargeboten wurden. Stellenweise erinnerte das Ganze ein wenig von der Atmosphäre her an GYPSY KYSS und die dargebotenen Songs funktionierten durchaus in ihrer akustischen Variante.
Dafür erntete die Band auch verdienten Applaus und einige der Anwesende nahmen anschließend die Gelegenheit wahr sich mit dem Debüt "The deepest inner" einzudecken, zumal man für einen Euro Aufpreis von der Band ein 'Halb-Freigetränk' spendiert bekam.
Alles in allem ein ansprechender Auftakt.

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Setlist: The boys are back in town, Entire world, Father forgive me, Silent moments, I stole your love

Natürlich spielen CHINCHILLA in einer anderen Liga. Das wurde schon mit dem erstklassig gewählten Opener The boys are back in town von THIN LIZZY deutlich. Da kam gleich richtig Stimmung auf und CHINCHILLA belegten, dass man auch akustisch ganz schön rocken kann.

Chinchilla Sänger Thomas Laasch ist nicht nur ein starker Sänger, sondern zudem noch ein charismatischer Frontman, der das Einmaleins des Rock'n'Roll Entertainments aus dem Effeff beherrscht und dafür keine paartausend Watt Lärm zur Unterstützung braucht.
Wer glaubte, dass der sich brav auf den bereitgestellten Barhocker setzen würde und ein bisschen rumträllert, der sah sich angenehm überrascht. Sicher war das Stageacting nicht mit einem normalen Konzert zu vergleichen aber für eine Akustikshow doch außergewöhnlich. Davon ließ sich auch Bassist Roberto Palacios gerne anstecken.
Musikalische Verstärkung erhielten CHINCHILLA an diesem Abend durch Bandkumpel Eumel, der sonst gemeinsam mit Gitarrist Udo Gerstenmeyer und MY DARKEST HATE-Drummer Klaus Sperling bei der MOTÖRHEAD-Tribute Band BASTARDS zockt.

Entire world und vor allem Father forgive me überzeugten ohne Einschränkung und selten habe ich akustische Rockmusik mitreißender erlebt. Mit Silent moments gab es noch einen Song des kommenden Albums "Take no prisoners", bevor das kraftvolle und lautstark bejubelte KISS-Cover I stole your love einen markanten Schlusspunkt setzte.

Ein klasse Auftritt, bei dem sicher auch bei längerer Spieldauer keine Langeweile aufgekommen wäre.

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Am mit Spannung erwarteten Auftritt von David DeFeis und Ed Pursino schieden sich dann die Geister.

Virgin Steele Ein grundsätzliches Problem lag sicherlich darin begründet, dass eine Gitarre und eine Stimme einfach weitaus weniger Variationsmöglichkeiten bieten, als Bands wie CHINCHILLA und THE PAST ALIVE, die mit Schlagzeug und bis zu drei akustischen Melodieinstrumenten agierten.
Trozdem: Man muss neidlos anerkennen, dass da schon zwei feine Musiker auf der Bühne waren und vor allem David untermauerte seinen Ruf als einer der besten traditionellen Heavy Metal-Sänger.
Aber um richtig begeistert zu sein, musste man schon der totale VIRGIN STEELE-Fan sein, am besten noch so textsicher, dass man schon nach wenigen Zeilen erkannte was eigentlich für ein Song gespielt wurde, denn mit den bekannten Versionen hatten die akustischen Adaptionen nur noch sehr wenig gemein.
Emalaith konnte ich identifizieren, Wings of fire, eventuell Symphony of steel... Dann noch die beiden Coverversionen Sympathy for the devil von den ROLLING STONES und Purple rain von PRINCE. Ansonsten ratloses Stauen gepaart mit einer gehörigen Portion Ehrfurcht vor der Klasse der Musiker.

Virgin Steele Gerade die beiden Cover machten doch deutlich, dass die Musik von VIRGIN STEELE zum Großteil von ihrer Epik und ihrem Bombast lebt und nur sehr bedingt in einem akustischen Kontext funktioniert, zumal auf einen durchaus geeigneten Song wie A cry in the night großzügig verzichtet wurde. Mit Fortdauer des Konzertes vermisste man mehr und mehr den Rest der Band.

Natürlich war dieses Konzert etwas Besonderes, aber so richtig gut war es nicht. Also, David und Ed, krallt Euch den Rest des Haufens und spielt hier mal wieder eine vernünftige Tournee und ein neues reguläres Studioalbum wäre auch mal wieder an der Reihe. Oder seh ich das falsch?

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Besonderer Dank an: Nico von www.metal-inside.defür die Unterstützung.

Martin Schneider, 07.09.2004

 

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