25. & 26. Juni 2003, Balingen, Messegelände

Traditionell am letzten Juni-Wochenende stand wieder einmal das Bang Your Head-Festival auf dem Programm, mittlerweile bereits zum neunten Mal und insgesamt bereits zum sechsten Mal als zweitägige Open Air-Veranstaltung in Balingen.
Den inoffiziellen Auftakt bestritten bereits am Donnerstagabend RUFFIANS, BALLISTIC, SHOK PARIS und DEATH ANGEL im W.O.M., dem in unmittelbarer Nähe gelegenen Rockclub. Das HoR-Team zog, ebenfalls schon eine liebgewonnene Tradition, zum Auftakt einen Besuch im 'Barrock' in Pfalzgrafenweiler vor um sich auf das Festival einzustimmen.

Freitag, 25. Juni 2004

Das offizielle Programm startete pünktlich um zehn Uhr mit CAGE. Obwohl die Passausgabe schnell und professionell wie immer von statten ging, war das für uns mal wieder ein paar wenige Minuten zu früh. Schade, aber nicht zu ändern.

Ruffians
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Aber zum zweiten Auftritt von RUFFIANS auf einer europäischen Bühne standen wir glücklicherweise pünktlich auf der Matte.

Ruffians RUFFIANS boten einen mitreißenden Auftritt. Neben dem an frühe QUEENSRYCHE erinnernde Material der einzigen offiziellen Veröffentlichungen, der selbstbetitelten 6-Track-Mini-LP von 1985, präsentierte die Band auch Songs von ihrem zweiten Demo-Tape, das zwei Jahre später zumindest in Tapetrader-Kreisen für Aufsehen sorgte. Ob Fight for your life oder Run for cover, ob Eyes of fire oder Desert of tears, Band und Publikum hatten gleichermaßen großen Spaß an der Show.

Es wäre zu wünschen, dass RUFFIANS sich ihr programmatisches Do or die zu Herzen nehmen, und noch einmal einen ernsthaften Comeback-Versuch mit neuem Material starten. Mit Rich Wilde verfügt die Band über einen hervorragenden Sänger und hat auch heute noch weit mehr zu bieten, als den Ruf Mitte der Achtziger die Band gewesen zu sein, bei der der mittlerweile verstorbene VICIOUS RUMORS-Sänger Carl Albert seine ersten musikalischen Gehversuche absolvierte.

Offizielle Ruffians Homepage
Ruffians im Hooked on Music

Shok Paris
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Weiter ging es gleich mit der nächsten Kult-Band aus den Achtzigern, die sich bisher auf europäischen Bühnen mehr als rar gemacht hatte: SHOK PARIS.

Shok Paris Die Fans hatten über die Bandhomepage im Vorfeld die Setlist zusammen stellen dürfen und so stand es außer Frage, dass die Band den Nerv ihres Publikums treffen würden. Auch wenn SHOK PARIS nicht ganz so agil und frisch wie RUFFIANS wirkten, so überzeugten sie doch mit ihrem melodischen US-Metal und Hymnen wie Go down fighting, Steel and starlight, The chosen one oder Hot on your heels konnte sich der qualitätsbewusste, traditionelle Headbanger ohnehin nicht verschließen.

Man mag über Sinn und Zweck solcher Reunion-Shows geteilter Meinung sein, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass die meisten Bands genauso schnell wieder verschwunden sind, wie sie noch einmal für einen Tag auftauchten, aber zumindest wird einem nachdrücklich in Erinnerung gerufen, welch großartige Alben man in der Plattensammlung stehen und womöglich seit vielen Jahren nicht mehr aufgelegt hat.

Offizielle Auburn Records Homepage - The home of Shok Paris
Shok Paris im Hooked on Music

Kingdom Come
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Nach zwei recht forsch agierenden Acts brachten KINGDOM COME Emotionalität nach Balingen.

Kingdom Come Allerdings litt die Band unüberhörbar unter der Erkrankung von Sänger Lenny Wolf. Der sympathische Lenny bat zwar darum es nicht weiter zu erzählen, dass er heute wie ein Mülleimer klinge (Originalzitat) und wies darauf hin, dass man mit dem Gedanken gespielt hätte, die Show abzusagen, aber die Party einfach nicht verpassen wollte.

Akzeptiert. Musikalisch war der Auftritt auch über alle Zweifel erhaben und die Band konnte mit ihrem melancholisch angehauchten Hardrock überzeugen. Natürlich kamen Erinnerungen an LED ZEPPELIN auf, sobald Lenny seine Stimme erhob, aber der gebürtige Hamburger klingt nun einfach nach Robert Plant.

KINGDOM COME nutzten den Umständen entsprechend mit leichten Abstrichen ihre Chance Werbung für das Herbst erscheinende neue Album und die dazugehörige Tour zu machen, bei der wir dann Lenny hoffentlich in Topform erleben können. Allerdings hätte das Programm ruhig den einen oder anderen Klassiker mehr vertragen können. Nur Living out of touch war mir persönlich etwas zu wenig aus den frühen Alben der Band.

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Blaze
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Setlist: Alive, Kill and destroy, Silicon messiah, Ten seconds, Blood and belief, Man on the edge

Ich mag Blaze Bailey irgendwie... zumindest so lange er nicht bei IRON MAIDEN singt. Da hat er für mich nie richtig hingepasst, aber spätestens mit seiner eigenen Band BLAZE konnte er mich sowohl live als auch im Studio vollkommen überzeugen.

Blaze BLAZE verfügen mittlerweile über eine stattliche Anzahl treu ergebener Fans, die dafür sorgten, dass der Brite mit seiner Band großartige Publikumsresonanzen einfahren konnte. Um so bedauerlicher, dass BLAZE mit sieben Minuten Verspätung die Bühne betraten und da verstehen die 'Bang Your Head'-Veranstalter keinen Spaß. Wer am Anfang herumtrödelt, dem fehlt am Ende die Zeit für die komplett geplante Performance.

So konnten BLAZE gerade mal sechs Stücke zum Besten geben, die es aber in sich hatten. Die Band beeindruckte mit einem mörderischen Bass- und Schlagzeugsound und überdeckte damit, dass der Gesang an diesem Tag nicht hundertprozentig perfekt saß. Trotzdem ein guter Auftritt, mit dem BLAZE sicher den einen oder anderen Zweifler mehr auf ihre Seite bringen konnten.

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Primal Fear
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Setlist: Angel in black, Chainbreaker, Suicide and mania, Running in the dust, Heart of the brave, Nuclear fire, Under the spell, Metal is forever, The final embrace

PRIMAL FEAR konnten den BLAZE-Auftritt stimmungsmäßig noch toppen. Eigentlich keine Überraschung. Das schwermetallische Aushängeschild des Schwabenlandes hatte auch in Balingen ein Heimspiel, selbst, wenn die Band von der anderen Seite von Stuttgart kommt.

Primal Fear Die Band wirkte routiniert, sehr gut aufeinander eingespielt und der Set wie aus einem Guss. Im Prinzip spielten PRIMAL FEAR eine leicht abgespeckte Version des Programms, das sie zuletzt auf der 'Wacken Roadshow' zum Besten gaben. Bis auf Songs von "Black sun", das aus mir unerklärlichen Gründen bei der Band in Ungnade gefallen ist, kamen aus allen bisherigen Veröffentlichungen Songs zum Einsatz. Um ehrlich zu sein, PRIMAL FEAR hätten ohne Qualitätsverlust auch neun völlig andere Songs spielen können, so viele starke Nummern stehen der Band mittlerweile zur Auswahl.

Als echter Höhepunkt entpuppte sich Heart of the brave, vor allem in den Passagen in denen der Schwaben-Halford Ralf Scheepers sehr melodisch singt. Einfach großartig. Da kann man dann auch großzügig darüber hinweg sehen, dass der Refrain von Metal is forever teilweise von Band kam. Insgesamt ein starker Auftritt.

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Anthrax
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Hüpfalarm auf dem Bang Your Head! ANTHRAX eroberten Balingen im Sturm.

Anthrax Ich bin wirklich meilenweit davon entfernt mich als ANTHRAX-Fan zu bezeichnen, aber was Scott Ian, John Bush und Co. da auf der Bühne vom Stapel ließen verdiente wieder einmal allerhöchsten Respekt. ANTHRAX sind einfach eine verdammt coole Liveband, die es immer wieder schafft ein Publikum für sich einzunehmen und nach ihren Songs hüpfen zu lassen.

Die Band, die Baggy-Pants in der Metal-Szene salonfähig machte, zieht konsequent seit über zwanzig Jahren ihr eigenes Ding durch, und der Erfolg gibt ihnen einfach Recht. In Balingen setzten ANTHRAX vor allem auf älteres Material, wie das programmatische Caught in a mosh, NFL oder Got the time. Nach sechzig Minuten bildete Indians einen würdigen Abschluss und hinterließ eine ausgepowerte Meute.

Auch wenn ich einen Auftritt von John Bushs anderer Band ARMORED SAINT definitiv bevorzugt hätte, in dieser Form machen ANTHRAX Spaß.

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Children Of Bodom
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Setlist: u.a. Silent night Bodom night, Sixpounder, Angels don't kill, Bodom beach terror, Every time I die, Needled 247, Hate crew deathroll

CHILDREN OF BODOM waren eine der Bands, auf die ich mich am meisten freute. Ich stehe einfach auf diese hochenergetische Mischung aus traditionellem Power Metal, schneidenden Gitarrenriffs, die sich durch ultramelodische Keyboardteppiche fräsen und Death-Metal-Gesang. Das hat zwar inzwischen einige Nachahmer auf den Plan gerufen, doch das Original ist immer noch unerreicht.

Children Of Bodom Alexi Laiho und seine Mitstreiter metzelten sich eine Stunde lang vornehmlich durch Songs des jüngsten Albums "Hate crew deathroll" ohne den einen oder anderen älteren Song, wie das grandiose, für CHILDREN OF BODOM fast als baladesk zu bezeichnende Every time I die, zu vergessen.

Musikalisch ein hervorragender Auftritt, der voll und ganz überzeugte. Wirklich nervig war allerdings die ewige Spuckerei von - im wahrsten Sinne des Wortes - Frontsau Alexi. Mal entlud er seine hervorgewürgten Körpersäfte in den Fotograben oder ins Publikum, mal zielten seine Spuckattacken auf seine Bandkollegen. Drei Auftritte Sperre für jedes Mal Spucken - remember Totti - und die Band würde mehr als nur ein paar Monate von der Livefront verschwinden. Bleibt zu hoffen, dass der junge Rotzer - auch im wahrsten Sinne des Wortes - schnell erwachsen wird oder ihm jemand etwas Stil und Benimm beibringt. Mit solch vorpubertärem Auftreten verspielt er jedenfalls sehr viel von dem Kredit, den er sich durch seine musikalischen Leistungen erarbeitet.

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Gotthard
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Setlist: u.a. Firedance, Make my day, Human zoo, Top of the world, Let it be, Sister Moon, Hush

Den schweizer Hardrockern GOTTHARD konnte man nur wünschen, dass irgend jemand die Bühne vor ihrem Auftritt gut desinfizierte, oder wenigstens Schilder mit 'Achtung! Rutschgefahr!' aufstellte.

Gotthard Von GOTTHARD versprach ich mir wenig bis gar nichts. Eine unspektakuläre Hardrock-Band die in den letzten Jahren mehr auf das Publikum der Hausfrauenradios zielte, denn auf die Rockfans der ersten Stunde, die der Band zum Durchbruch verholfen hatten. So eine Band sollte auf dem 'Bang your head' spielen?' Dazu noch in solch exponierter Position?

Ich war sicher nicht alleine mit solchen Gedanken und Bedenken. Tja, und dann legten die Schweizer einen harten(!), erfrischenden(!!) und äußerst unterhaltsamen(!!!) Auftritt hin, der Zweiflern wie mir ganz schnell den Wind aus den Segeln nahm. Steve Lee erwies sich als sehr versierter Entertainer internationalen Zuschnitts und mit GOTTHARD wogte eine satte Brise amerikanischen Stadionrocks über das beschauliche Balingen. Das war stark, Jungs. Auch wenn mir andere Bands musikalisch mehr zusagten, so gehörten GOTTHARD zu den positivsten Überraschungen beider Tage.

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Queensryche
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Setlist: I remember now, Anarchy-X, Revolution calling, Operation: Mindcrime, Speak, Spreading the disease, The mission, Suite sister Mary, The needle lies, Electric requiem, Breaking the silence, I don't believe in love, Waiting for 22, My empty room, Eyes of a stranger, Take hold of the flame

Lest die Setlist! Und? Noch irgendwelche Fragen? Eigentlich müsste das als Konzertreview voll und ganz genügen.

Queensryche QUEENSRYCHE haben in Balingen genau das gemacht, was jeder erhoffte aber woran keiner so recht zu glauben wagte. Sie haben ihr wegweisendes Konzeptmeisterwerk "Operation: Mindcrime" einfach von der ersten bis zur letzten Note gespielt und weil noch etwas Zeit übrig war mit Take hold of the flame einen weiteren Uralt-Klassiker drangehängt.

Jetzt sollte man natürlich in Begeisterungsstürme ausbrechen, vom Konzert des Jahres oder gleich des Jahrzehnts sprechen, aber dafür war Geoff Tate stimmlich einfach nicht gut genug in Form. Vor allem bei den hohen Tönen wackelte er doch einige Mal sehr bedenklich und so machte es durchaus Sinn, dass er sich nicht nur bei Suite sister Mary von seiner Gastsängerin unter die Stimmbänder greifen ließ. Ansonsten gab es musikalisch keinen Grund zur Kritik. Selbst das Fehlen von Originalgitarrist Chris de Garmo fiel nicht weiter ins Gewicht.

Irgendwie blieb trotzdem ein fahler Nachgeschmack, auch weil die Band sich in gewisser Weise dem Druck der Altfans in Punkto Songauswahl gebeugt hatte. QUEENSRYCHE konnten eigentlich nur verlieren. Hätten sie ihr normales Programm mit Songs aus den letzten Alben gebracht, wären sie mit fliegenden Fahnen untergegangen. So aber konnte man sich des Gefühls nicht erwehren, dass die Band nur noch bedingt hinter ihrer eigenen Darbietung stand.

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Alice Cooper
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Setlist: Hello hooray, No more Mr. Nice Guy, Man of the year, Billion dollar babies, Between high school and old school, Muscle of love, Be my lover, What do you want from me, I'm eighteen, Desperado, Halo of flies, Drum solo, Guitar solos, Sick things, Gutter cats vs. the jets, Backyard brawl, Cold Ethyl, Only women bleed, The ballad of Dwight Fry, School's out, Brutal planet, Poison, Under my wheels

Alex, der Alice Cooper bereits bei einem Hallenkonzert der aktuellen Tour in Rastatt gesehen hatte, warnte mich vor: 'Dir wird es wahrscheinlich nicht gefallen. Kaum Show und nur ganz neue oder ganz alte Titel'.

Alice Cooper Das klang wirklich nicht all zu vielversprechend, aber in der Praxis sieht so etwas dann meist doch etwas anders aus. Alice Cooper hatte sicherlich schon aufwändigere Shows und ansprechendere Setlists auf europäischem Boden zelebriert, aber was er im Rahmen seiner "The eyes of Alice Cooper"-Tour darbot konnte sich durchaus sehen und hören lassen.

Diese 'Back to the roots'-Attitüde, die schon das aktuelle Album prägte, setzte sich nun auch bei den Livekonzerten fort. Die drei, vier Nummern der aktuellen Scheibe, die sich im Set verirrten passten sich stilistisch hervorragend den Klassikern aus den Siebzigern an. Das war nicht immer so, wenn man an Tourneen wie "Brutal planet" oder "Trashes the world" denkt, wo das aktuelle Material allein wegen seines zeitgemäßen Sounds einen starken Kontrast zu den Klassikern darstellte.

Showmäßig 'back to the roots' bedeutete, dass vor allem technisch aufwändige Effekte durch einfachere Showelemente und Illusionen ersetzt wurden. Meister Cooper verfügt ja über ein ganzes Arsenal an Showeffekten, aus denen er auswählen und seine Performance konzipieren kann, und wenn man seine Tourneen regelmäßig verfolgt, so stellt man fest, dass einige Effekte mal dabei sind, dann wieder ein paar Jahre eingemottet werden um dann ein erneutes Comeback zu feiern. Dieses Mal waren das 'Alice mit Schlagstock', 'Alice mit Säbel', 'Alice schneidet Mädel (in dem Fall seiner Tochter) die Gurgel durch' (wobei die Kunstblutfontäne um einiges mächtiger ausfiel als bei den Hallenkonzerten), der Gangfight, 'Alice in Zwangsjacke',... vor allem also Showelemente die auch auf weitere Entfernung auf einer großen Bühne Wirkung zeigten.

Doch der Schwerpunkt lag dieses Mal eindeutig auf der Musik und wieder einmal wurden einige Songs aus dem reichhaltigen Repertoire wieder zum Leben erweckt, die man schon lange nicht mehr live von Alice Cooper gehört hatte. Dazu gab es natürlich auch die fünf, sechs unverzichtbaren Klassiker, die immer mit an Bord sind.

Alice Cooper Alles in allem eine in sich musikalisch stimmige Angelegenheit untermalt von einer für Cooper-Verhältnisse dezenten aber effektiven Show. Seine Begleitband, durch die Bank wirklich feine Musiker, konnten sich vor allem bei einem begeisternden Schlagzeugpart mit bis zu drei Drummern und einem etwas weniger begeisternden, weil etwas zu lang geratenen, Instrumentalstück in Szene setzen.

Was soll man noch groß sagen? Seit Dee Snider war das mit Abstand der überzeugendste Headliner-Auftritt in Balingen, wenngleich es im Publikum auch einige enttäuschte Stimmen gab, die vor allem in Punkto Show Spektakuläreres erwartet hatten.

Trotzdem: Ein würdiger Abschluss eines tollen ersten Festivaltages, wobei besonders darauf hingewiesen werden sollte, dass keine, aber wirklich keine Band als Ausfall bezeichnet werden konnte.

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Samstag, 26. Juni 2004

Ganz Unerschrockene konnten sich noch mit OMEN und DOOMSWORD die Nacht im W.O.M. um die Ohren schlagen, oder im Party-Zelt weiter feiern. Zu unheidnisch früher Stunde ging es am Samstag um zehn Uhr mit MAJESTY auf der Festivalbühne weiter.

Ballistic
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Wir schafften es immerhin aus dem sechzig Kilometer entfernten Freudenstadt pünktlich zu BALLISTIC wieder auf unsere Posten.

Ballistic Die neue Band von Tom Gattis hinterließ einen recht ordentlichen Eindruck. Ihr traditioneller, rifflastiger US-Power-Metal hat zwar denkbar schlechte Aussichten irgendwelche Innovationspreise einzusacken, überzeugte aber durch seine frische, kraftvolle Umsetzung. Mit Call me evil hatten BALLISTIC sogar einen echten kleinen 'Hit' im Handgepäck und wenn es der Band gelingen sollte noch ein paar Songs mehr dieser Güteklasse zu entwickeln, dann könnte Tom Gattis mit BALLISTIC endlich die Erfolge landen, denen er mit TENSION, DEUCE und WARDOG bisher vergeblich hinterherhechelte.

Auch wenn Tom aus gesundheitlichen Gründen das Mikro an TWISTED TOWER DIRE-Fronter Tony Taylor, eine optische Mischung aus Hardcore-Brüllwürfel und Rob Halford, abgegeben hat, ließ er es sich nicht nehmen, wenigstens den alten TENSION-Song Wrecking crew selbst zu intonieren.

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Angel
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Dann waren mit ANGEL für mich einer der interessantesten Acts des Festivals an der Reihe. Es ist einfach immer wieder spannend zu erleben, wie sich eine Band aus der Affäre zieht, die weder in Europa zu den ganz großen Abräumern gehörte, und deren großen Zeiten in USA und Japan zudem noch mehr als fünfundzwanzig Jahre zurückliegen.

Angel Aus meiner Sicht gelang das ANGEL recht gut, zumal sie mit ihrem melodischen Glamrock mit leichten progressiven Einflüssen eher zu den softeren Acts auf dem Billing zählten. Doch vor der Bühne versammelte sich eine stattliche Anzahl Fans, die ihren Spaß an der Band und Songs wie Can you feel it hatten. Der Band war anzumerken, dass sie nicht das erste Mal auf einer solch großen Bühne und vor solch großem Publikum standen, wenngleich seit dem letzten Mal sicher schon etwas Zeit ins Land gezogen sein dürfte.

Ein guter Auftritt, der Band und Publikum gleichermaßen Spaß machte, aber man braucht kein Prophet zu sein um vorherzusagen, dass dies wohl der letzte ANGEL-Auftritt auf einer deutschen Bühne gewesen sein dürfte, wenn es der Band nicht demnächst gelingt mit neuem Material aufzuwarten.

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Omen
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OMEN dagegen sind irgendwie nicht unter zu kriegen, wenngleich der gute Ruf der Vergangenheit durch zahlreiche Sängerwechsel und für 'Die-hard-Fans' enttäuschende Alben mittlerweile etwas angekratzt ist.

Omen Live lässt die Band allerdings nichts anbrennen und stürzt sich kopfüber in einen furiosen Set. OMEN sparen weder an Klassikern, noch verleugnen sie ihre Gegenwart. So gesellen sich Axeman, Metal star, Thousand years und Eternal black dawn einträchtig zueinander.

Was OMEN live bieten hat wirklich Hand und Fuß. Zudem gebührt der Band eine Auszeichnung für den kultigsten Bass des Festivals. Wer allerdings mit OMEN an diesem Tag das erste Mal in Berührung kam - Ja, so etwas soll es geben! - der wird sich mit Sicherheit schwer tun den Kultstatus den diese Band immer noch genießt nachvollziehen zu können.

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Lillian Axe
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Da sind LILLIAN AXE schon von einem ganz anderen Kaliber. Die Amerikaner beeindrucken in erster Linie durch ihre Vielseitigkeit mit der sie sich deutlich vom Gros der anderen Bands auf dem Bang Your Head abheben.

Lillian Axe Da scheut man sich nicht auf den groovenden Metal-Stampfer eine eingängige und immer noch harte Mainstreamnummer folgen zu lassen, um anschließend eine gefühlvolle Power-Ballade hinterher zu jagen. Hauptsache es ist ein guter Song. Davon haben LILLIAN AXE eine ganze Menge am Start, wie Love and war, Calm a monster oder Lord have mercy überzeugend belegen.

Sänger Ron Taylor der mit diesem Auftritt seine Abschiedsvorstellung bei den Lilienäxten gab, ist sicherlich ein guter Sänger, aber kein Unersetzlicher. Von daher darf man durchaus noch einiges von der Band erwarten, wenn sie ihre derzeit unglückliche Personalsituation ins Reine gebracht hat.

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Death Angel
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Was auf OMEN zutrifft, hat in gewisser Weise auch für DEATH ANGEL seine Gültigkeit. Außer für eingefleischte Fans ist der Kultstatus der Band nur sehr schwer nachvollziehbar.

Death Angel Balingen erlebt in DEATH ANGEL eine Thrash-Band der ersten Stunde, die agressiv und voller Spielfreude durch ihren Set galoppiert. Das ist nett, das ist okay, aber nach einer halben Stunde stellt man sich dann doch langsam die Frage, wann denn die Band endlich ihren zweiten Song spielt. Okay, das ist natürlich etwas überspitzt formuliert, aber so richtig will mir nicht einleuchten, was die Band von unzähligen anderen Bay-Aera-Thrashern unterscheidet? Die exotische Herkunft der Musiker, die Rastazotteln...

Nichtsdestotrotz kommt die Band hervorragend bei einem Großteil des Publikums an, und so zwischendurch auf einem Festival stellt die Band durchaus eine stilistische Bereicherung dar.

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Magnum
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Setlist: All England eyes, Wild swan, Brand new morning, Backstreet kid, Les morts dansant, We all run, How far Jerusalem, Vigilante, Kingdom of madness

Magnum Nach den rüden DEATH ANGEL waren MAGNUM mit ihrem bombastischen Melodic-Rock so ziemlich das krasseste denkbare Kontrastprogramm. Für mich war die Band das erste echte Highlight des Tages, auf das ich mich schon seit den frühen Morgenstunden freute, wenngleich ich so meine Zweifel hatte, ob Bob Catley, Tony Clarkin & Co. noch an die grandiosen Konzerte früherer Jahre würden anknüpfen können.

Sie konnten! Und nicht nur das: MAGNUM lieferten den besten Auftritt des gesamten Festivals ab.

Bei dieser Band stimmte an diesem Nachmittag einfach alles. Ihre Songs, die in den vergangenen Jahren kaum noch den Weg in meinen CD-Player fanden, trafen in dem Moment genau meinen Geschmack.

Bob Catley war von der alten Sängergarde mit Abstand in der besten stimmlichen Verfassung. Da war kein Verschleiß wie bei den meisten anderen älteren Kollegen zu hören.

Magnum Natürlich kann man über das Stageacting der Band geteilter Meinung sein. Tony Clarkins Bewegungsradius ist, was kaum noch möglich erschien, noch geringer geworden als in den Achtzigern und Neunzigern. Bob Catley malt immer noch mit theatralischen Gesten Figuren in die Luft, aber das sind nun mal MAGNUM. So kennt und so liebt man sie.

Die Songauswahl bot die eine oder andere Überraschung. Rocking chair hätte ich eher erwartet als beispielsweise Backstreet kid, und ich hätte auch jede Wette gemacht, dass On a storyteller's night auf jeden Fall im Programm auftauchen würde. Egal. Die Band bewies Geschmack bei der Zusammenstellung des Sets, und sorgte für einen dramaturgisch genial gewählten Showablauf mit einem grandiosen Finale, dass schon durch das epochale How far Jerusalem frühzeitig eingeleitet wurde und in den harten Rockern Vigilante und Kingdom of madness gipfelte.

Zuvor hatte mir die Band mit einer emotionalen Version von Les morts dansant eine Gänsehaut trotz brütender Hitze verschafft.

Mit dem Titelsong Brave new morning und We all run gab die Band noch einen Ausblick auf das im August erscheinende neue Studioalbum und wenn diese Songs halbwegs repräsentativ sind, dann könnte uns da ein ganz großes Werk ins Haus flattern. Brave new morning erinnerte an majestätische Bombastepen, wie Don't wake the lion, allerdings wesentlich spannender, während We all run in bester Days of no trust-Manier eher straight daher kam.

MAGNUM meldeten sich eindrucksvoll zurück und ich bin nach dieser Show wirklich guter Dinge, dass die Band qualitativ da weiter machen wird, wo sie 1988 mit "Wings of heaven" inne hielten und die eher durchschnittlichen Studioalben der Neunziger locker übertreffen werden.

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UFO
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Setlist: Mother Mary, Let it roll, Freeway (?), I'm a loser, This kids, Only you can rock me, Love to love, Too hot to handle, Lights out, Rock bottom, Doctor doctor

UFO gehören zu den Bands, die seit mehr als fünfundzwanzig Jahren Abend für Abend aus den gleichen fünfzehn Songs ihr Programm zusammen stellen und höchstens noch alibimäßig ein, zwei aktuelle Stücke hinzufügen. Die Formel lautet ganz einfach: Man nehme das Live-Album "Strangers in the night" plus irgendwas und fertig.

Ufo Ich hab mich mittlerweile damit abgefunden, dass ich von UFO nie solche großartigen Songs wie Blinded by a lie, Let it rain, Call my name oder We belong to the night live zu hören bekommen werde. Konsequenterweise schaue ich mir die Band auch nur noch alle Jubeljahre live an.

In Balingen war es mal wieder so weit und bis auf einen Alibisong erfüllten UFO alle Erwartungen, beziehungsweise Befürchtungen, aber das war schon okay.

Erstens geht so eine vermeintliche Best-of-Setlist auf einem Festival in Ordnung und macht durchaus Sinn. Zweitens sind das alles durchweg brauchbare Songs. Drittens (siehe oben) hatte ich schon länger nicht mehr das Vergnügen die Band live zu sehen und viertens ist das aktuelle Line-up wohl eins der stärksten der Bandgeschichte.

Jason Bonham ist ein fähiger Drummer, aber viel wichtiger ist, das neben den Originalmitgliedern Phil Moog, Pete Way und Paul Raymond mit Vinnie Moore ein herausragender Gitarrist an Bord ist. Vinnie Moore interpretierte die Schenker-Klassiker für mein Verständnis noch exzessiver auf der Gitarre als sein Vorgänger und hauchte ihnen damit neue Frische ein.

Ufo Das Publikum war begeistert und auch die Band schien ihren Spaß zu haben, allen voran Pete Way der neben Sänger Phil Moog den Löwenanteil des Stageactings bestritt. Die wenigsten hätten wohl etwas dagegen gehabt, wenn UFO noch ein, zwei Songs mehr gespielt hätten. Immerhin fehlten mit Natural thing und Out in the streets zwei der stärksten Songs von "Strangers in the night", doch die Zeit drängte und im Gegensatz zum Freitag, wo penibel auf die Einhaltung der Spielzeiten geachtet wurde, hinkte man inzwischen zirka fünfzehn Minuten dem offiziellen Terminplan hinterher.

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Sebastian Bach
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Kaum zu glauben, aber die Spezies der 'L.A. Poser' ist tatsächlich noch nicht ausgestorben. In Balingen strömten sie zum Auftritt von Sebastian Bach in unerwarteten Massen vor die Bühne. Hach, was waren sie schön gestylt, Männlein von Weiblein kaum zu unterscheiden, zugekleistert mit Tonnen von Haarspray und Kajal. Kreischende Mädchen, als ob gleich Sascha oder OVERGROUND auf der Bühne erscheinen würden, Kerle die aussahen als wären sie auf dem Weg zum Casting für einen Job bei TWISTED SISTER oder TUFF.

Dann stand ihr Held auf der Bühne, braungebrannt, ein typischer California Dream Boy und es gab für die Meute kein halten mehr.

Sebastian Bach ...und Sebastian Bach, einst Frontman von SKID ROW und mittlerweile Broadway-Musical-Star besorgte es seinen Anhängern so richtig. Mit einer hart und schmutzig rockenden Begleitband im Rücken zelebrierte Wastl ganz großes Stadionrock-Entertainment. Unwillkürlich fühlte man sich an die Monsters Of Rock in den Achtzigern erinnert, als Bands wie RATT, BON JOVI, CINDERELLA und NIGHT RANGER frisch und unbekümmert mit einer gnadenlosen Leckt-uns-doch-alle-am-Pfötli-Attitüde munter drauf los rockten und wesentlich härtere Bands mit einer Mischung aus ansteckendem Spaß und Unterhaltung von der Bühne pusteten.

SKID ROW gehörten schon immer zu den härtesten Poser-Bands und dieser Tradition fühlte sich Sebastian Bach verpflichtet. Seine Ansagen bestanden öfter aus 'fuck' als 'I love you all' und roh und ungezügelt rockte sich die ständig in Bewegung befindliche Diva sich durch den erwarteten Katalog von SKID ROW-Klassikern. Slave to the grind, Big guns, Monkey business und Youth gone wild fehlten genauso wenig wie die Single-Hits 18 & life und I remember you, mit dem das Publikum sich schon minutenlang vor der Show warm gesungen hatte.

Das auch der Spaßfaktor nicht zu kurz kam, dafür sorgten die kurz angespielten ACCEPT-Songs Balls to the wall und London leather boys, sowie als Reminszenz an seine Broadway-Engagements das in Monkey business integrierte Time warp aus der 'Rocky horror picture show'.

'Sebastian Bach Superstar' kam, sah und siegte und entpuppte sich als der heimliche Headliner des zweiten Tages.

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Testament
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Warum TESTAMENT in die Rolle des Co-Headliners gepresst wurden, verstehe wer will. Wenn man schon unbedingt meint eine extremere Metal- oder eine Thrash-Band im Billing an exponierter Position platzieren zu müssen, dann wäre für mich nur ANTHRAX dafür in Frage gekommen.

Testament Weiß der Teufel was los war, jedenfalls kriegten TESTAMENT es einfach nicht gebacken die Bühne zu entern. Nachdem die Fotografen bereits in den Fotograben durften - normalerweise ein untrügliches Zeichen für einen baldigen Showbeginn - vergingen nochmal geschlagene zwanzig Minuten bis Chuck Billy & Co. sich endlich bequemten auf die Bühne zu kommen.

Zuvor machte das Wort von technischen Problemen die Runde, ich hatte allerdings eher den Eindruck, dass man mit dem Sound einfach nicht zufrieden war. Vielleicht war das Ganze auch einfach Taktik. Zu spät dran war man ohnehin, mit jeder Minute wurde es dunkler so dass bei TESTAMENT als sie endlich mit Practice what you preach durchstarteten die Lightshow schon sehr effektiv eingesetzt werden konnte.

Die Band gab mächtig Gas. Chuck Billy stürmte voller unbändiger Energie über die Bühnenbretter, und feierte nach seiner überwundenen Krebserkrankung seine zweite Chance in diesem Leben.

Um es auf einen Nenner zu bringen: Thrash with class.

Testament Das Publikum mobilisierte noch einmal alle verbliebenen Kräfte um ausgelassen mit TESTAMENT zu feiern und die Band dankte es mit einem Set reich an Klassikern, versäumte es aber auch nicht mit dem neuen Stück True believers zu signalisieren: Leute, wir sind noch lange nicht am Ende.

Das Ende der Show kam dann allerdings recht abrupt. TESTAMENT wurde mitten in einem Song einfach der Strom abgedreht. Unbeeindruckt spielte die Band über die Bühnen-PA weiter. Zu hören war zwar nichts mehr, aber das war einfach TESTAMENTs Form des Protestes gegen das erzwungene vorzeitige Ende der Show.

Ein unbefriedigender Abschluss eines mitreißenden Auftritts, aber Zeitpläne sind dazu da eingehalten zu werden. Fragt mal den Kollegen Blaze Bailey. Der kann davon auch ein Lied singen. Jedenfalls hinkte man weiter nur fünfzehn Minuten dem Zeitplan hinterher, was wohl innerhalb der einkalkulierten Toleranz lag.

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Iced Earth
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Der Auftritt von ICED EARTH wurde mit Spannung erwartet und diese durch eine relativ lange Umbaupause noch angeheizt. Am Bühnenrand wurden Kanonen aufgefahren und das sah doch sehr vielversprechend aus.

Iced Earth Was ICED EARTH dann musikalisch vom Stapel ließen war allererste Sahne. Declaration day war ein perfekt gewählter Opener, bei dem sich der 'Ripper' gleich als auszeichnen konnte. Die Kombination Tim 'Ripper' Owens und ICED EARTH passt einfach perfekt zusammen. Was auf dem großartigen Album "The glorious burden" schon deutlich zum Ausdruck kam, wurde nun auch in der Livesituation bestätigt. Klar, dass der 'Ripper' in Punkto Performance immer noch ein wenig an Halford erinnert, aber damit ist er nicht alleine in der Szene.

ICED EARTH überzeugten musikalisch auf ganzer Linie und doch war ein Kommentar eines Bekannten nach etwa einer halben Stunde symptomatisch und beschrieb den Auftritt ganz gut: 'Das ist ja ganz nett, aber ich warte immer noch auf den Headliner'. Kurze aber treffende Analyse.

Was ICED EARTH boten war musikalisch stark, aber von einem Festivalheadliner muss einfach mehr kommen. Nun hat die Band natürlich das Problem, anders als beispielsweise TWISTED SISTER, dass sich ihr anspruchsvolles Songmaterial wenig zum mitgröhlen eignet. Man muss auch ganz einfach attestieren, dass die meisten ICED EARTH-Songs zwar Klasse haben, aber (noch) keine Klassiker sind.

Das gößte Manko war aber, dass die Show nicht headlinerwürdig war. Gut, hinsichtlich des Lichts gab es wenig auszusetzen, aber das alleine war zu wenig.

Iced Earth Bei der Zugabe - natürlich das epochale, dreißigminütige Gettysburg - kamen ein paar halbherzige Pyros zum Einsatz, aber darüber hätten sich HAMMERFALL als Co-Headliner im letzten Jahr oder STRATOVARIUS vor zwei Jahren totgelacht. Ein Bühnennackdrop im Album-, John Schaffers Gitarre im Rebel-Flag-Design... mehr war da nicht.

Für eine Hallenshow wäre es okay gewesen, bei einem Festival sollte da schon etwas mehr kommen. Es müssen ja nicht gleich dreitausend Statisten aufmarschieren und die Schlacht um Gettysburg nachstellen.

Trotzdem haben ICED EARTH bewiesen, dass sie mittlerweile zu den heißesten Eisen der Metal-Szene gehören und das mit der Show kriegen wir auch noch hin.

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Insgesamt war das Bang Your Head 2004 ein sehr gelungenes Festival, wobei besonders hervorzuheben ist, dass keine Band in diesem Jahr einen wirklich schlechten Auftritt hinlegte. Man muss nicht alle Bands in gleichem Maße mögen, aber höchsten Respekt, dass es keine echte Enttäuschung gab.

Freuen wir uns auf das Jubiläumsfestival im nächsten Jahr, wenn unter anderem TWISTED SISTER, MOTÖRHEAD, DORO, GAMMA RAY, NEVERMORE, AXEL RUDI PELL, KROKUS, JAG PANZER, DESTRUCTION; AMON AMARTH, TANKARD und DEMON unter dem Motto 'The best of 10 years Bang Your Head' versuchen werden, die diesjährige Veranstaltung noch zu toppen.

Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste), 03.07.2004

 

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