King's X

Berlin, ColumbiaFritz, 10.09.2003

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 10.09.2003

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Berlin, ColumbiaFritz, 10.09.2003

Eine gute Gelegenheit Rudis Resterampe (alias deutsche Nationalmannschaft) bei ihrem vorentscheidenden Match gegen McBertis Truppe zu umgehen: KING'S X waren mal wieder in Berlin zu Gast, pünktlich zum Release ihrer neuen "Black like sunday"-CD.
Erfreulicherweise ging es mit der Vorgruppe THE URBANE aus Reading überpünktlich los, noch vor dem propagierten Beginn um 20.30 Uhr. Die Jungs um den Ex-ARENA Musiker John Mitchell spielen keineswegs ProgRock, sondern Alternative-Rock der 90er Jahre, im Stile von LIVE oder den zugänglicheren Stücken von RADIOHEAD. Frontmann Mitchell hat durchaus eine imponierende Röhre und einen beachtliche Stimmumfang, der Auftritt kam bei den Zuhörern, die so nach und nach eintrudelten wirklich ganz gut an und der Applaus war mehr als nur höflich. Naja, Time after time von Cindy Lauper hätten sie nicht unbedingt covern müssen (dazu noch als Single auskoppeln), das kennt man irgendwie in- und auswendig und da haben mir die Eigenkompositionen wie z.B. Glitter, Neon oder Suffocate deutlich besser gefallen. Wenn die Jungs noch etwas mehr aus sich herausgehen wird das schon was.

So gegen 21.20 betrat dann das texanische Trio mit Doug Pinnock, Ty Tabor und Jerry Gaskill die Bühne. Der Opener war, wie üblich, der Song, der die Performance von KING'S X auf den Punkt bringt, nämlich Groove machine aus dem "Tape head"-Album.
Doug ist ziemlich gut gelaunt und verspricht, daß zwar mehrere Songs von "Black like sunday" vorgestellt werden, aber ansonsten von jedem KING'S X-Album Songs zu hören sein werden, das Repertoire ist ja umfangreich genug. Entsprechend geht es mit Believe vom vielfach unterschätzten bzw. kaum wahrgenommenen "Manic moonlight" Album weiter, bevor Dogman als einer der all time greats schon mächtig Stimmung aufkommen läßt. Live ist die Band wie immer eigentlich noch eine Spur besser als auf Platte, insbesondere Ty legt heftiger und ungezügelter los.

Nach Black flag aus dem selbstbetitelten, vierten Album kommt ein erster "Black like sunday"-Block mit dem Titelsong sowie Finished und Johnny, das erwartungsgemäß live eine Schippe drauflegt - grandioses Solo von Ty und der nächste kommende Klassiker der Band.
Nach Marshmellow field (vom "... Mr. Bulbous"-Album) wird, vom mir etwas zu popigen, "Ear candy"-Album zum Glück der Feger Looking for love gespielt - da hat sich wohl Doug in der Songauswahl durchgesetzt. Die drei harmonieren natürlich blind aufgrund ihrer langjährigen Liveerfahrung und sie haben sichtlich Spaß an dem Gig, da es zwar nicht rappelvoll ist, aber doch so gut gefüllt, daß Doug meint, es seien deutlich mehr Zuschauer als beim letzten Mal. Die, die gekommen sind, brauchen jedenfalls keine Sekunde zu bereuen und gehen auch bei "Pretend, Screamer und vor allem Black the sky vom zweitbesten KING'S X-Album "Dogman" richtig gut ab.

Nach Dreams, das ja bereits Ende der 80er Jahre entstanden ist und (erst) jetzt seinen Weg auf die "Black like sunday"-CD gefunden hat, kommt mit der wundervollen Ballade Cigarettes von "Dogman" ein geradezu magischer Moment auf. Doug kann hier beweisen, wie viel Soul und Gefühl er auch in der Stimme hat, Jerry vereint Energie, Power und Zuverlässigkeit an den Drums und Ty beweist wieder einmal, was für ein Ausnahmegitarrist er ist.
Nach dem Klassiker It's love von der "Faith, hope, love"-Scheibe folgt mit Static wieder ein echtes Groove-Monster, bei dem Doug so richtig aus sich heraus gehen kann, sowohl mit seinem Basspiel als auch mit seinem Shouting. Nach dem "Ear candy"-Song Sometime beschließt das genial-vertrackte We were born to be loved bei dem immer wieder mit dem Publikum "gespielt" wird (der Song scheint zu Ende und fängt immer wieder an) den Set.
Selbstverständlich verlangt das Auditorium nach mehr und es wäre ja auch kein richtiges KING'S X-Konzert ohne Over my head d e m King's X-Song schlechthin mit ausgedehntem jamming-Teil, das nach Summerland erklingt, beide von einer der besten Rock-Platten überhaupt, nämlich King's X beste: "Gretchen goes to Nebraska".

Das energische Yeah von "Manic moonlight" beschließt ein grandioses Konzert einer der besten Livebands aller Zeiten nach deutlich mehr als zwei Stunden. Doug, Ty und Jerry schütteln noch reichlich Hände und verteilen Autogramme, bevor sie glücklich und geschafft die Bühne verlassen.
See you next time - wer sie noch nicht kennt, sollte sie sich dann nicht entgehen lassen.

Ralf Stierlen, 18.09.2003

 

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