Scumbucket

kju

Berlin, Kato, 08.05.2005

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 08.05.2005

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen

Peter Tenzler


Berlin, Kato, 08.05.2005

Wieder mal im Kato in Kreuzberg, wieder mal bei einem Nois-O-lution Act. Diesmal waren die fabelhaften Jungs von SCUMBUCKET zu Gast. Zunächst einmal jedoch noch zwei Supports. Den ersten habe ich nicht groß mitbekommen, irgend ein einzelner Barde mit Akustikgitarre spielte, glaube ich, drei Songs. Danach standen mal wieder KJU aus Hannover auf der Bühne. Die Supportbands für SCUMBUCKET waren vom Label bzw. Visions ermittelt worden, indem sich Bands als Support bewerben durften und dann entsprechend (für jeden Auftrittsort eine andere Band) ausgesucht wurden.
Da die Niedersachsen mit ihrem Emo-Alternative-Rock hier bereits mehrfach besprochen wurden, will ich mich kurz fassen. Solide und handwerklich in Ordnung, fehlt so ein bisschen der zündende Funke. Außerdem sollte allmählich mal noch ein wenig mehr neues Material kommen. Jedenfalls taute das Publikum allmählich auf, so richtig füllte sich das Kato (zumindest der Raum mit der Bühne) dann aber erst, als die Band um den BLACKMAIL-Gitarristen Kurt Ebelhäuser bereit stand.

Scumbucket Mit Your Own Mystery Man Mask, einer PINK FLOYD-Verbeugung vom neuen Album "Kiss Than Kind" gab es gleich einen furiosen Beginn. Dem Song tat der rauere Live-Anstrich durchaus gut.
Auf der Tour werden SCUMBUCKET noch von Marco an der Gitarre und den Keyboards verstärkt, um den Sound zu vervollkommnen.
Weiter ging es dann mit Dia Gastado von dem Album "Aficionados", dessen Titel zwar durchweg spanisch sind, aber dennoch in englisch gesungen werden (Kurt Ebelhäusers Mutter ist Spanierin) - SCUMBUCKET schwimmen halt immer ein wenig gegen den Strom und machen alles eine Tick anders. Vor allem aber schreiben sie geniale Melodien, verpackt in die Schale manchmal zärtlichen, manchmal brachialen Alternativerocks.
Auf Scheibe, speziell auf "Kiss Than Kind", von der das knüppelharte Them Or Us und Traces & Things folgen, sind sie die Meister der Songminiaturen und schaffen es, in knapp drei Minuten alles Wesentliche auf den Punkt zu bringen. Live wird das dann natürlich etwas ausgebreitet, können Guido Lucas am Bass und das Kraftwerk Michael Fritsche an den Drums sich ein bisschen entfalten, ohne dass die Kompaktheit verloren ginge.

Scumbucket Auch sehenswert, wie Kurt Ebelhäuser Gitarre spielt, da er als Linkshänder mit rechts Gitarre spielt und mit der linken Hand oftmals nicht von unten den Bund übergreift, sondern von oben kommend den Gitarrenhals bearbeitet. Und natürlich absolut hörenswert, was er aus den Saiten hervorzaubert, sei es ein wie in Stein gemeißeltes Riff wie im Noise-Pop-Schmankerl The Death And His Audience, Harmonien voller Melancholie wie in Kiss Than Kind oder auch ein punktgenaues, exquisites Solo wie in The Guest. Dazu Guido und Michael, die zwar wirklich coole Jungs sind, aber trotzdem ein Höllenfeuer entfachen können. Hier greift ein Rädchen ins andere, man merkt das hier zusammengewachsen ist, was einfach zusammen gehört.

Scumbucket Nach Nunca Triste von "Aficionados" wurde zum Abschluss des regulären Sets der Song Mosca Del Canto in eine gigantische, über fünfzehnminütige Space-Rock-Session ausgebaut, inclusive ausgedehnter Aus- und Abflüge der Gitarre. Als Zugabe folgten dann noch zwei Songs vom Album "Finistra" mit Admit That She Had Lost und Manzanita Star.
Ein großartiges Konzert einer großartigen Band vor einem zahlreichen und gut gelaunten Publikum.

Spätestens mit "Kiss Than Kind" haben SCUMBUCKET endgültig Maßstäbe gesetzt für den Alternative Rock in Deutschland und haben die Latte verdammt hoch gelegt. Wären die Jungs nicht aus Koblenz bzw. Troisdorf, sondern eine Band aus New York oder Seattle, wären sie wahrscheinlich schon im Range von Weltstars. Aber wahrscheinlich wollen sie das gar nicht, sondern wollen einfach nur ihr Ding so gut wie möglich machen und das machen sie verdammt gut.
Wer immer die Gelegenheit hat, SCUMBUCKET live zu sehen: Unbedingt hingehen!!

Ralf Stierlen, 08.05.2005

 

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